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Technik-Geschichte

nannte Wagnergetriebe entwickelten und für den Unternehmer John T. Underwood patentierten. Underwood brachte 1900 das Modell No.5, in dem das Wagnergetriebe benutzt wurde, heraus. Das Modell No.5 wurde zum Maßstab für alle nachfolgenden Schreibmaschinen auch anderer Hersteller. Etwa genauso alt wie die Schreibmaschine ist das Diktiergerät. 1877

3. Schreibmaschine und Diktiergerät „Made in Franken“: Die Firmen Triumph-Adler und Grundig 3.1 Die Anfänge 1896 gründete Siegfried Bettmann in seiner Geburtsstadt Nürnberg die „Deutsche Triumph Fahrradwerke Aktiengesellschaft“ als Zweigwerk seiner „Triumph Cycle Company“ in Coventry. Bereits 1909 stieg die Deutsche Triumph Fahrradwerke AG

einen für damalige Verhältnisse leichten Tastenanschlag auszeichnete und als eine der besten Büromaschinen der Zeit galt. Auch Papst Pius XI schrieb auf einem Modell 10 und ließ seine Anerkennung und seinen Segen der Direktion und den Arbeitern der Triumph Werke zukommen. In dieser Zeit (1930) eröffnete Max Grundig sein Radiogeschäft in Fürth. Nach dem Ende des Krieges begann er dann bereits 1945 in gemieteten Räumen mit der Herstellung von Transformatoren für Rundfunkempfänger. Die ersten selbstgebauten Geräte waren Röhrenmess- und Prüfgeräte sowie Messgeräte für die Reparatur von Rundfunkempfängern. 1945 gilt als das Gründungsjahr des Traditionsunternehmens Grundig. In den 1940ern gelang Triumph der Einstieg in die Technisierung der Arbeitsabläufe im Büro mit einer Buchungsmaschine mit mechanischem Rechenwerk.

Abb. 1: Grundig Stenorette.

erfand Thomas Alva Edison ein Gerät für die Tonaufzeichnung, das eine Aluminiumfolie als Tonträger benutzte. Diese riss jedoch leicht bei Gebrauch. Erst 1886 patentierten Bell/Bell/Tainter das sogenannte Graphophon, das die Stimme auf einem Wachszylinder aufzeichnen konnte. In Deutschland vertrieb Carl Lindström ab 1919 seinen Phonographen, der ebenfalls einen Wachszylinder zur Tonaufzeichnung benutzte, als Diktiergerät unter dem Namen Parlograph.

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Foto: M2Counselling; „Objekt: Rfm Fürth“

auch erfolgreich in die Entwicklung und Fertigung von Büromaschinen ein. 1913 löste sich Triumph von der Mutterfirma in England, fertigte aber bis 1957 noch Motorräder und Fahrräder. Die Sparte Büromaschinen wurde parallel erfolgreich ausgebaut und 1921 lag die jährliche Produktion bereits bei 3000 Schreibmaschinen von denen viele weltweit exportiert wurden. 1927 brachte Triumph das Modell 10 auf den Markt, das sich durch

Rundfunk & Museum 97 – September 2019

Auch Max Grundig beschäftigte sich früh neben der Unterhaltungselektronik mit Bürotechnik. Neun Jahre nach der Firmengründung kam zur Hannover Messe 1954 die Grundig Stenorette auf den Markt (Abb. 1). „Der Laubfrosch“, wie sie wegen ihrer grünen Farbe genannt wurde, hatte eine automatische Regelung des Aufnahmepegels, ein HandMikrofon mit Start-Stopp-Schalter und einen eingebauten Abhörlautsprecher. Diese Features begründeten ihren Erfolg. 3.2 Gemeinsame Zeiten 1957 erwarb Max Grundig das Ak-