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RFM intern

NACHRUF Abschied von einem stillen Freund Leo Gruner

29. November 1941 – 28. März 2019 von Peter Budig

Die nüchternen Daten sagen wenig über einen Menschen aus: Leo Gruner aus Erlangen-Bruck, geboren am 29.11.1941, gestorben am 28.3.2019. Eine Woche vor seinem Tod hatte Leo, Mitglied unseres Fördervereins Rundfunkmuseum Fürth seit dem 29.8.2002, noch an einer Mitgliederversammlung teilgenommen. Das wir berhaupt etwas wissen, über den ruhigen Mann, liegt an seiner Autorenschaft für die Rundfunk & Museum. Über viele Jahre hinweg hat Leo Gruner für uns Beiträge eingereicht. Sie hießen „Meine Messgeräte“ oder „Radios von Leo Gruner“, „Mein Radio Heinzelmann“ ... Er schickte seine kurzen Geschichten immer – und es waren weniger Fachvorträge als vor allem sehr schöne Geschichten, in der lustigen runden Schrift „Comic sans“ – ungewöhnlich für einen Techniker. In seiner „wahren Geschichte von Wechselstrom und Gleichstrom“ verriet er: „Im Jahr 1947 kamen meine Mutter und ich in Erlangen-Bruck als Flüchtlinge

aus Sachsen/Schlesien an. Mein Vater war aus der K rie g s g efa n g e n sch aft entlassen, nach hier abgeschoben worden. Wir wohnten in der Werksiedlung in einem Dachzimmer mit 14 qm. Nach 2 Jahren bekamen wir eine Woh-

nung in der Fürther-Straße, beim Bauern PaulusRohmer. Es war ein großer Fortschritt: Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche... zusammen 50 qm. Doch beim Anschließen der Elektro-Gegenstände kam die große Enttäuschung... Die Lampen brannten nur ganz dunkel, das Bügeleisen wurde nicht warm und das Radio verweigerte seinen Dienst.“

Er war ein geschickter Bastler, das wusste jeder, der ihn kannte: „Heute berichte ich von meinem ältesten Messgerät, einer RLCMessbrücke von Siemens. Im Jahr 1967 vermachte mir mein Arbeitskollege Georg, das erwähnte Gerät. Es funktionierte nicht mehr—Mit den Worten: Leo, „du kannst doch alles brauchen“—war ich der neue Besitzer!!!“ Er liebte Ausrufezeichen in seinen Texten, mit anderen Worten: Das Gefühlte durfte nicht zu kurz kommen. Wenn ich manchmal einen Text auf die nächste Ausgabe schieben musste, war er enttäuscht. Aber danach, als es wieder gut gemacht war, wieder rasch versöhnt. Solche Leute, die geschickt sind und freundlich, einfühlsam und leißig, fehlen immer besonders. Seine Frau Rosi und seine Kinder Stefanie und Kurt, haben das in der Todesanzeige zum Ausdruck gebracht: „Uns bleiben Erinnerung, Liebe und Dankbarkeit. Wir werden dich sehr vermissen.“ Dem schließen wir uns vorbehaltlos an.

Rundfunk & Museum 97 – September 2019

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