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TV Geschichte CCD-Speichers, der bei Großflächenflimmerbefreiung eine Verdoppelung der Speicherkapazität erforderte wurde aber in Kauf genommen um Time to Market für das Grundig 100 Hz-Fernsehgerät möglichst kurz zu halten. Das Einfügen der CTI-Schaltung nach der D/A-Wandlung ermöglichte, die Abtastrate für die beiden Farbdifferenzsignale drastisch herabzusetzen. Da die farbfernsehnormunabhängigen Komponenten (Y50), -(R-Y)50 und -(B-Y)50 digitalisiert wurden, war PAL/SECAM-Betrieb möglich. Auf NTSC-Wiedergabe wurde bewusst verzichtet, da dies eine aufwendige SpeichersteuerungsUmschaltung erfordert hätte (60 Halbbilder/s). Die Schaltungsauslegung und Funktion des Normwandlers ist aus der Blockschaltung in Abb. 4 zu ersehen. Sowohl für die A/D- und die D/AUmsetzung der Luminanz- und Farbdifferenzsignale als auch für die Speichersteuerung benötigte man geeignete Taktsignale. Wichtig war dabei, dass diese Taktsignale zeilenfrequenzverkoppelt waren, d. h., die Taktsignalfrequenzen mussten ein ganzzahliges Vielfaches der Zeilenfrequenz (fz = 15,625 kHz) sein. Nur dann konnte eindeutig und in einfacher Weise (ohne aufwendige Interpolation) ein im Speicher abgelegter Signalwert auch einem bestimmten Bildpunkt auf dem Bildschirm zugeordnet und Auflösungsverluste vermieden werden. Die den abgetasteten Signalwerten auf dem Bildschirm

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zugeordneten Bildpunkte lagen dann nämlich in einem festen, orthogonalen (rechtwinkligen) Raster zueinander und die Bildpunkte einzelner Vollbilder fielen genau übereinander. Wie Abb. 4 zeigt, erhielt der Block „Takt- und Steuersignalgenerator“ einen Zeilenimpuls ABK50 (Bursttastimpuls), der über eine PLL (Phase Locked Loop) den VCO (Voltage Controlled Oscillator) des Taktgenerators (40,5 MHz) mit der Zeilenfrequenz 15,625 kHz verkoppelte. Aus diesem 40,5-MHz-Systemtakt wurden dann alle anderen Takt- und Speichersteuerungssignale der Bildnormumsetzung abgeleitet und diese waren damit ebenfalls zeilenverkoppelt. Um den Speicheraufwand gering zu halten, wurden die Luminanzinformation (Y50) und die Farbinformationen -(R-Y)50 und -(B-Y)50 auf zwei getrennten Signalwegen umgewandelt. Damit war eine optimale Anpassung an die jeweils erforderliche Signalbandbreite möglich. Bei der vor dem Speicher liegenden A/D-Umsetzung wurde für das Y50-Signal eine Amplitudenauflösung von 7 Bit verwendet. Bei der für das Luminanzsignal (Y50) gewählten Abtastrate von 10,125 MHz ergaben sich 540 Abtastwerte pro Fernsehzeile. Für die beiden Farbdifferenzsignale -(R-Y)50 und -(B-Y)50 wurde eine Amplitudenauflösung von 6 Bit verwendet. Die Abtastrate für die Farbdifferenzsignale betrug 1,6875 MHz. Somit ergaben sich für jedes Differenzsignal 90 Ab-

Rundfunk & Museum 97 – September 2019

tastwerte pro Fernsehzeile. Insgesamt wurden pro Halbbild 294 Zeilen Bildinhalt abgespeichert. Damit ergab sich ein Speicherbedarf für das Y50-Signal pro Halbbild von: 7 Bit x 540 x 294 = 1,2 MBit Für das -(R-Y)50 und -(B-Y)50 Signal ergab sich pro Halbbild: 6 Bit x (90+90) x 294 = ca. 0,3 MBit Insgesamt wurden also pro Halbbild 1,5 MBit Speicherkapazität benötigt. Für einen Halbbildspeicher des Normumsetzers wurden somit fünf CCD-Speicher SAA 9001 (mit jeweils 317 520 Bit) benötigt, vier für das Luminanzsignal und einer für die beiden Farbdifferenzsignale. Für die benötigten zwei Halbbildspeicher des Normumsetzers wurden somit insgesamt zehn digitale CCD-Speicher eingesetzt. Um immer optimale A/D-Converter-Aussteuerung zu gewährleisten, war dem Y50-A/D-Umsetzer eine Regelstufe mit Klemmschaltung (TDA 9045) vorgeschaltet. Weiterhin war ein Tiefpass am Y50-Eingang erforderlich (AntiAliasing-Filter). Nach der D/A-Umsetzung mussten das Y100 und die Farbdifferenzsignale -(R-Y)100 und -(B-Y)100 zunächst durch Tiefpässe (TP) gefiltert werden bevor sie an die Video/RGB-Kombination (TDA 3505) bzw. an den CTI Schaltkreis (TDA 4565) geführt wurden. Displayteil Da Luminanzsignal und Farbdifferenzsignale aus dem Bildspei-