Schulen in Fürth von der Reichsgründung 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918, Schulen in Fürth vom Ende des Ersten Weltkrieges 1918 bis zum Ende der Weimarer Republik 1933, Schulen in Fürth in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945, Schulen in Fürth vom Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 bis zu den Bildungsreformen ab Mitte der 1960er Jahre, Schulen in Fürth von den Bildungsreformen ab Mitte der 1960er Jahre bis zur Deutschen Einheit 1990, Schulen in Fürth von der Deutschen Einheit 1990 bis zur PISA-Studie 2000, Schulen in Fürth von der PISA-Studie 2000 bis zum 200. Jubiläum der Erhebung zur Stadt Erster Klasse mit eigener Verwaltung 2018. Bei der Darstellung wird sich zeigen, dass die Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fürth immer eng mit anderen Faktoren wie der demografischen, der wirtschaftlichen, der sozialen und der politischen Entwicklung verbunden war. Die einzelnen Absätze, Seiten und Abschnitte der Darstellung mögen bei der Lektüre wie Viertel-, Halboder Stundenschläge erscheinen, in der Wirklichkeit waren es jedoch jeweils Generationenschläge, die eine oder zwei, drei oder vier, fünf oder sechs und manchmal sogar noch mehr Generationen umfassten. Dies gilt sowohl für den Abschnitt der Vorgeschichte vom ersten Nachweis der Existenz eines Lehrers (Schulmeisters) im Marktflecken Fürth im Jahr 1574 bis zur Erhebung Fürths zur Stadt Erster Klasse mit eigener Verwaltung im Jahr 1818 (rund 250 Jahre) als auch für den Hauptteil von der Erhebung zur Stadt Erster Klasse mit eigener Verwaltung 1818 bis zum 200-jährigen Jubiläum 2018, die jeweils die Aufeinanderfolge von zehn bzw. acht Generationen umfassen.
2. Die Vorgeschichte: Schulen in Fürth bis zur Erhebung zur Stadt Erster Klasse mit eigener Verwaltung 1818 „Traditionell war das Schulwesen im christlichen Europa Sache der Kirche.“3 In diesem Zusammenhang entstanden im Gebiet des heutigen Frankens zunächst Domschulen an den Bischofssitzen (Würzburg 770, Bamberg 1007) und Klosterschulen zur Ausbildung des Klerus sowie der Mönche und Nonnen, die später auch Abteilungen zur Ausbildung externer, nicht der Geistlichkeit angehörender Personen gegen Entgelt einrichteten.4 Die Schulzeit an den Dom- und Klosterschulen begann für gewöhnlich mit dem Eintritt in ein Kloster, der frühestens ab einem Alter von 5 bis 7 Jahren möglich war. Die Dauer des täglichen Unterrichts wurde durch den Rhythmus der Gebetsstunden bestimmt, an denen die Schüler teilnehmen und den Chordienst leisten mussten. 3 Max Liedtke, 1806 2006. Vom neuen zum modernen Bayern. Schule im Spiegel der Zeit, in: Lehrerinfo.
Ein Service des Bayerischen Kultusministeriums für Lehrerinnen und Lehrer, Nr.2/2006, S.5-12, hier: S.5. Max Liedtke, geboren 1931, war von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1999 Professor für Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Schwerpunkt historische Bildungsforschung. 4 Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 1: Geschichte der Schule in Bayern. Von den Anfängen bis 1800, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1991, S.113: „Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass an den Bischofssitzen zugleich mit der Gründung auch eine Schule errichtet wurde, sei es als Kathedralschule, sei es an dem mit dem Bistum verbundenen Kloster.“ Siehe auch ebd., S.116: „Alle Klosterschulen hatten eine interne Schule für den Klosternachwuchs und eine externe Schule für Außenstehende.“
4