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 eine dompröpsteiliche Schule im Hof des Gasthauses Goldener Schwan am Grünen Markt, die auf einem Kupferstich von Johann Alexander Boener aus dem Jahr 1705 zu sehen ist, und eine nürnbergische Schule neben der Kirche St. Michael am Kirchenplatz, die in einem von Johann Georg Vetter angefertigten Grundriss des Marktfleckens Fürth aus dem Jahr 1717 verzeichnet ist, wobei beide Schulen sowohl Knaben als auch Mädchen aufnahmen und schulgeldpflichtig waren, -

sowie eine Armen- und Waisenschule, die 1728 vom Fürther Kaufmann Martin Leizmann (1683-1754) nach Erwerb des Hauses Königstraße 19 für zunächst 12 Armen- und Waisenkinder eingerichtet und finanziert worden sowie nicht schulgeldpflichtig war. Ab 1731 wurde die Armen- und Waisenschule von der Gemeinde zunächst finanziell und verwaltungsorganisatorisch unterstützt. Ab 1736 übernahm die Gemeinde dann die komplette Verwaltung der Schule und bezahlte auch den Lehrer. Da die Einwohnerzahl in Fürth zwischen 1700 und 1750 von 3.500 auf 6.000 Personen gestiegen war und sich die Räume der Armen- und Waisenschule im Haus Königsstraße 19 als nicht ausreichend erwiesen, errichtete die Gemeinde auf dem Grundstück Königstraße 76, wo das Armenhaus abgebrochen und in die Königstraße 110 verlegt wurde, bis 1767 einen Schulneubau, der 1775 mit einem von der jüdischen Gemeinde in Fürth gestifteten sechseckigen Uhren- und Glockentürmchen versehen wurde.31

Während der schulgeldpflichtige Unterricht an der dompröpsteilichen und der nürnbergischen Schule aus den Elementarfächern Lesen, Schreiben, Rechnen und dem Schwerpunkt Religion (Bibel und Katechismus) bestand,32 wurde der Unterricht in der Armen- und Waisenschule bis 1790 zunehmend auf weitere Fächer wie Latein, Französisch, Zeichnen, allgemeine Weltgeschichte und Naturlehre ausgedehnt.33 Neben den drei genannten Schulen gab es für die jüdische Bevölkerung in Fürth Mitte des 18. Jahrhunderts fünf Talmudschulen, die zwischen 1617 und 1710 entstanden und mit Gemeinde- oder Privatsynagogen verknüpft waren und sich mit dem Talmud befassten.34 Drei der fünf Talmudschulen befanden sich auf dem „Schulhof“ (Synagogenplatz) zwischen Königstraße und Mohrenstraße, und zwar: -

die „Alte Schul“ in der 1617 errichteten ersten Gemeindesynagoge, die „Neue Schul“ in der 1697 errichteten zweiten und kleineren Gemeindesynagoge

31Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom

Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier: S.2 und S.4 sowie Abbildungen mit Erläuterungen, S.9. 32Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.116. 33Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier: S.11f. 34Beim Talmud (Belehrung) handelt es sich um eine aus zwei Teilen - der älteren Mischna und der jüngeren Gemara - bestehende Überlieferung der jüdischen Tradition. Die Mischna (Wiederholung) ist dabei der Teil der Thora, der Moses von Gott auf dem Berg Sinai mündlich offenbart worden war und der von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurde, bevor er im ersten und zweiten Jahrhundert schriftlich fixiert wurde. Die Gemara (Wissenschaft) besteht aus Kommentaren und Analysen jüdischer Gelehrter zur Mischna, die zwischen dem fünften und achten Jahrhundert abgeschlossen wurden, wobei die ständige Fortentwicklung der Tradition durch Diskussionen, Kommentare und Analysen den Talmund-Stil prägte und prägt. Vgl. dazu den Artikel Talmud, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 15.07.2019.

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