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verlegt, als sie 1864 ein dreigeschossiges, repräsentatives Schulgebäude Ecke Blumenstraße/damalige Julienstraße (ab 1982 Hallemannstraße) erhielt.84 Nach den drei Schulen, deren Bildungsangebot über den Elementarbereich hinausging, aber auf mittlerer Ebene verblieb, bekam das neue Viertel südlich des Rathauses 1869 auch für den Elementarbereich ein neues Schulgebäude Ecke Hirschenstraße/Mathildenstraße, das schon aufgrund des Einwohnerzuwachses erforderlich geworden war. Mit der Fertigstellung dieses dritten Schulgebäudes für den Elementarbereich und den bereits seit 1817 bzw. 1824 bestehenden Schulgebäuden am Kirchenplatz wurde erstmals eine Schulsprengeleinteilung in einen unteren Bezirk (Kirchenplatz) und in einen oberen Bezirk (Hirschenstraße) vorgenommen.85 Bereits während der Planungs- und Bauphase des Schulgebäudes Hirschenstraße/Ottostraße war es zu einer heftigen und erst 1875 endenden Auseinandersetzung über die Organisation des Elementarschulwesens gekommen, als der Stadtmagistrat von der 1867 durch eine Verordnung eingeführten Möglichkeit Gebrauch machte, Konfessionsschulen aus zwingenden Gründen aufzulösen, und einstimmig beschloss, die Schüler/innen der 1828 an der Kirche Zu Unserer Lieben Frau entstandenen, jedoch mit vier Parallelklassen organisatorisch nur unzureichend ausgestatteten katholischen Bekenntnisschule in die bestehenden Schulen zu integrieren und dort neben evangelischem und jüdischem auch katholischen Religionsunterricht anzubieten.86 Während der einstimmige Magistratsbeschluss bei den meisten örtlichen Katholiken auf Zustimmung stieß, legte der seit 1834 in Fürth an der Kirche St. Michael amtierende Stadtpfarrer Lehmus (1806-1890) aufgrund seiner Zuständigkeit für die örtliche Schulaufsicht gegen den Beschluss offiziell Widerspruch ein. Als daraufhin sowohl die Regierung als auch das bayerische Staatsministerium für Kirchen- und Schulangelegenheiten die Genehmigung zur Eingliederung aller katholischen Kinder in die Gemeinschaftsschulen versagte, beschloss der Stadtmagistrat 1869 eine Volksabstimmung durchzuführen, die nach der neuen bayerischen Gemeindeordnung zulässig war und bei der sich 90 % der Abstimmenden für konfessionell übergreifende Gemeinschaftsschulen aussprachen. Anschließend wandte sich Stadtpfarrer Lehmus erneut an die Regierung und bemängelte, dass die Wahlbeteiligung mit 41 % zu niedrig gewesen und das Ergebnis deshalb ungültig sei. Da die Regierung seine Auffassung teilte und die Genehmigung für konfessionell übergreifende Gemeinschaftsschulen mit jeweils eigenem Religionsunterricht versagte, legte der Stadtmagistrat wiederum Beschwerde beim Staatsministerium ein, das schließlich 1875 das Abstimmungsergebnis für gültig erklärte und eine Genehmigung für konfessionell übergreifende Gemeinschaftsschulen mit jeweils eigenem Religionsunterricht erteilte, womit die 1828 an der Kirche Zu Unserer Lieben Frau eingerichtete Katholische Bekenntnisschule aufgelöst war.87 84Vgl.: Hermann Ott, Vom Altstadthaus zum Repräsentationsbau in der Kaiserstraße. Die wechselnden

Domizile des Hardenberg-Gymnasiums, in: Fürther Heimatblätter. Nr.4/1983, S.113-129, hier: S.118f. Siehe zur Charakterisierung des Neubaus auch das folgende Zitat, in: Ebd., S.119: „Zeitgenossen schilderten das neue Anwesen in den höchsten Tönen: ‚Die Lehrzimmer sind hoch, luftig, licht(e) und geräumig, die Treppe breit und bequem, die Gänge weit und hell. Der Neubau dürfte zu den schönsten und zweckmäßigsten Schulen in Bayern zählen.“ 85Vgl.: Ebd., S.19, Text zur fotografischen Abbildung des Schulgebäudes Hirschenstraße. 86Vgl.: Barbara Ohm, Fürth, Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.178. 87Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier:S.17.

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