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neun gehörlose Kinder von einem entsprechend ausgebildeten Lehrer unterrichtet, der allerdings 1881 an die Taubstummenanstalt nach Nürnberg wechselte, womit auch die Taubstummenklasse an einer Elementarschule in Fürth aufgelöst wurde.103 Aufgrund der in Fürth zwischen 1870 und 1900 kontinuierlich um fast 30.000 Personen wachsenden Einwohnerzahl sowie der Siedlungsentwicklung nach Osten und Süden wurden im örtlichen Elementarbereich insgesamt sechs neue Schulgebäude geschaffen und ein Ersatzneubau errichtet. Dabei entstanden in den Jahren: - 1881 das Schulhaus am Helmplatz, - 1883 das Schulhaus an der Rosenstraße, - 1884 das Schulhaus Schwabacher Straße/Amalienstraße, das 1891 in einem zweiten Bauabschnitt bis zur Bachstraße erweitert wurde, - 1889 ein größerer Ersatzneubau für das 1817 errichtete erste Schulgebäude am Kirchenplatz, das seit der Errichtung des zweiten Schulgebäudes am Kirchenplatz im Jahr 1824 als Mädchenschule diente, - 1892 das Schulhaus Maistraße, - 1899 das Schulhaus Pfisterstraße.104 Bis zur Jahrhundertwende erhielt Fürth auf dem Grundstück Königstraße 105 auch ein humanistisches Gymnasium, dessen Maturitätsabschluss die Zulassung zu einem Universitätsstudium in allen Fächern auch ohne die von manchen Universitäten zugelassenen und von anderen Universitäten nicht zugelassenen universitären Sonderprüfungen in Latein und Altgriechisch ermöglichte. Parallel zu der in Fürth ab 1863 wiederentstandenen Lateinschule, die zunächst eine Schuldauer von drei Jahren, ab 1867 und 1874 als vollständige isolierte Lateinschule eine Schuldauer von vier bzw. fünf Jahren und ab 1894 als „Progymnasium“ eine Schuldauer von sechs Jahren mit Einjährigen-Berechtigung beim Militärdienst umfasste und im Anwesen Mathildenstraße 7 untergebracht war, hatte sich der Magistrat bereits seit 1881 auch um die Errichtung eines Gymnasiums als Vollanstalt mit neunjähriger Schulzeit bemüht, das schließlich 1896 genehmigt, danach gebaut und im September 1896 feierlich eröffnet wurde. Die ersten Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife verließen das humanistische Gymnasium 1899.105 Bis 1901/02 erhielt es hinter dem Schulgebäude noch eine Turnhalle und bis 1903/04 für den Musikunterricht einen aus Spenden finanzierten Bechstein-Flügel.106

Nr.2/2006, S.5-12, hier: S.8f.: „Ansonsten war Bayern nach 1802 zunächst einmal darum bemüht, auch die Behinderten in den örtlichen Normalschulen zu unterrichten… Da aber schon wegen der hohen Schülerzahlen in den Volksschulen die Betreuung behinderter Kinder nicht sonderlich erfolgreich war, ging man dazu über, weitere spezielle Schulen für behinderte Kinder zu gründen, so die ‚Blinden-Erziehungsanstalt‘ von 1826 in Freising, der dann – wie auch im Bereich der Gehörlosen – weitere entsprechende Einrichtungen in den großen Städten folgten.“ 103Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A-Z. Ein Geschichtslexikon. Textlich unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1968, Neustadt an der Aisch 1988, S.358. 104Vgl.: Emil Ammon, 400 Jahre Schule in Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.6-29, hier: S.22. 105Vgl.: Ebd., S.24. 106Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.26f. Zu den großen Befürwortern eines humanistischen Gymnasiums zählte der von 1873 bis 1901 in Fürth amtierende Bürgermeister Georg Friedrich Langhans (18401901), der zur Unterstützung des Gymnasiums sogar eine private Stiftung einrichtete (vgl. ebd., S.25).

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