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Zeitgeist allgemein für erforderlich gehaltenen oder rechtlich vorgeschriebenen Infrastrukturanforderungen in den Bereichen Sicherheit, Hygiene und Bildung nachzukommen, beantragte die Gemeinde die Eingemeindung nach Fürth.110 Ähnlich war die Situation in der aus den Dörfern Dambach, Unter- und Oberfürberg bestehenden Gemeinde Dambach, die ein eigenes Elementarschulgebäude in der Weiherhofer Straße errichtet und im Dezember 1898 feierlich eröffnet hatte, damit in der Gemeinde wohnende Kinder nicht mehr entsprechend der Kirchensprengelzuordnung Elementarschulen in Fürth und Zirndorf besuchen mussten. Trotz der Erhebung eines Bierpfennig-Zuschlages war die Gemeinde mit dem erheblich über die Kostenschätzung hinausgehenden Schulhausbau finanziell überfordert. „Die Grenzen der Leistungsfähigkeit angesichts anderer Wünsche, Gasbeleuchtung, Wasser- und Kanalanschluss, bald auch Strom, wurden sichtbar. So entstand der Plan, auf eine Eingemeindung des Dorfes in die große und finanzkräftige Stadt Fürth hinzuwirken.“111 Im Weiteren versuchte die Stadt Fürth ihrerseits, den nach der Eingemeindung zur Lösung der Schulhausprobleme in Poppenreuth anstehenden Bau eines neuen Elementarschulgebäudes an der Pestalozzistraße/Schulstraße als kommunalpolitischen Köder zur Eingemeindung von Ronhof und Kronach zu nutzen, von deren Gemeinde sie 1878 schon die Gemeindewaldflächen oberhalb der Pegnitz für den im Dezember 1881 eingeweihten großen städtischen Friedhof an der Erlanger Straße erworben hatte.112 Wenngleich die kommunalpolitische Absicht scheiterte, auch die über 271 ha überwiegend landwirtschaftlich genutzter Flächen verfügende Gemeinde Ronhof/Kronach zur Eingemeindung zu bewegen, wurde das Elementarschulgebäude Pestalozzistraße/Schulstraße nach der Eingemeindung von Poppenreuth in einer der zeitgenössischen Architektur, Ausstattung und Lage im Grünen entsprechenden hochmodernen Art gebaut und im Jahr 1906 eröffnet. Das Schulgebäude verfügte über 15 Klassenräume, ein Oberlehrer- und Konferenzzimmer, ein Lehrmittelzimmer, einen Turnsaal, ein Schul-Brausebad, in dem 54 Kinder gleichzeitig baden konnten, über Einrichtungen zum Milchtrinken während der großen Pause und eine Schulterrasse und galt damals „als das modernste Schulhaus im weiten Umkreis“.113 Außerdem lag der Standort sowohl in unmittelbarer Nähe zu den Wohngebäuden in der nördlichen Vorstadt um die Erlanger Straße und zu dem 1891 für Mädchen und 1896 für Jungen vom Lutherischen Verein für weibliche Diakonie errichteten Waisenhaus an der Poppenreuther Straße als auch nicht weit entfernt von Poppenreuth und hätte für Kinder aus Ronhof und Kronach, die bisher die 1888 errichtete Schule in Poppenreuth

110Vgl. zur Entwicklung in Poppenreuth: Pestalozzischule Fürth (Hrsg.), 100 Jahre Pestalozzischule

1906-2006, Fürth 2006, S.34: „Der Wunsch nach moderner Gasbeleuchtung, Anschluss an die Wasserleitung, Anschaffung von neuen Feuerlöschmaschinen und der Bau von Leichen-, Schul- und Gemeindehaus überforderten den Poppenreuther Gemeindesäckel bis zur totalen Verschuldung.“ 111Siehe zu Dambach, Unterfürberg, Oberfürberg: Christian Schümann, Dambacher Ortsgeschichte in drei „Augen-Blicken“ und die Eingemeindung Dambachs am 1.1.1901, in: Dambach, Oberfürberg, Unterfürberg. 100 Jahre bei Fürth 1901-2001, Fürth 2001, S.6-10, hier: S.8. 112Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.259 und S.291. 113Pestalozzischule Fürth (Hrsg.), 100 Jahre Pestalozzischule 1906-2006, Fürth 2006, S.39. Siehe auch: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.263f: „Mit dieser Schule wurden pädagogische Reformideen von Anfang des 20. Jahrhunderts umgesetzt. Das neue Schulhaus war nicht mehr in kasernenhafter Architektur gebaut, sondern bekam trotz seines massiven, wuchtigen Baukörpers durch viele verspielte Jugendstilelemente einen heiteren und humanen Charakter.“

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