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5. Schulen in Fürth vom Ende des Ersten Weltkrieges 1918 bis zum Ende der Weimarer Republik 1933 Von der in München aus zwei Vertretern der USPD, fünf Vertretern der MSPD und zwei parteilosen Fachleuten gebildeten Revolutionsregierung, in der Kurt Eisner (USPD) als Ministerpräsident und Johannes Hoffmann (MSPD) als Kultusminister amtierten, wurde bereits am 11. November 1918 das bisherige Königliche Staatsministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten in Staatsministerium für Unterricht und Kultus umbenannt. Am 15. November 1918 wurde außerdem ein Regierungsprogramm verkündet, dessen schulpolitischer Teil die Trennung von Staat und Kirche durch eine fachmännische, nicht mehr kirchliche Schulaufsicht, eine Neuregelung der Gehalts- und Rechtsverhältnisse der Volksschullehrer/innen, eine Übernahme der Volksschullasten durch den Staat, eine Reform der Lehrerbildung und die Einführung von Lehrer- und Schülerräten zur Ablösung der bisherigen autoritativen Schulleitung vorsah.177 Die erste Umsetzungsmaßnahme betraf mit der Verordnung über die Errichtung von Schülerausschüssen und Schülerversammlungen vom 1. Dezember 1918 die höheren Schulen, wo Schüler/innen das Recht eingeräumt wurde, über Ausschüsse und Versammlungen wohlbegründete Bitten, Wünsche und Beschwerden beim Anstaltsvorstand einzubringen. Daneben konnten an sechs bzw. neun Jahrgangsstufen umfassenden höheren Schulen und damit an Realschulen, höheren Mädchenschulen, Oberrealschulen und Gymnasien ab den damals fünften bzw. sechsten Klassen Schülerausschüsse gewählt werden.178 Mit einer Verordnung vom 16. Dezember 1918 wurde anschließend die geistliche Schulaufsicht im Volksschulbereich aufgehoben und mit einer weiteren Verordnung vom 25. Januar 1919 den Schüler/innen die Teilnahme am Religionsunterricht und an religiösen Übungen freigestellt, was zu erheblichen Protesten seitens der Kirchen führte.179 Außerdem waren in Bayern zur vollen Wiederherstellung des Volksschulwesens von Januar bis März 1919 bereits 50 Schulen, darunter auch vier in der Stadt Fürth, von zurückgekehrten und anschließend demobilisierten Truppenteilen geräumt worden.180 Die weitere Umsetzung der im November 1918 angekündigten schulpolitischen Maßnahmen wurde nach der Landtagswahl im Januar 1919 durch die allgemeinpolitische Entwicklung unterbrochen und erst nach dem Scheitern der ersten und der Niederschlagung der zweiten Münchener Räterepublik durch preußische und württembergische Reichwehrtruppen sowie republikanische und völkisch-nationale Freikorps am 2. Mai 1919 wieder aufgegriffen. Da bei der erstmals nach allgemeinem Wahlrecht für alle Frauen und Männer ab dem 21. Lebensjahr durchgeführten Landtagswahl am 12.

177Vgl. den Artikel Schulpolitik (Weimarer Republik) in: www.historisches-Llxikon-bayerns.de, hier: Aus-

druck vom 04.05.2018. 178Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Ge-

schichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.33. 179Vgl.: Ebd., S.16-20. 180Vgl.: Ebd., S.22.

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