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tisch Verantwortlichen mit der Wiederinbetriebnahme der Schulen, den durch die Zuwanderung von Flüchtlingen, Vertriebenen und Umsiedlern benötigten Wohnungen und Schulgebäuden 480 sowie den von den Alliierten veranlassten strukturellen Ergänzungen und Veränderungen im Schul- und Bildungswesen bis Mitte der 1960er Jahre vor zahlreiche Herausforderungen die vor Ort auch damit zusammenhingen, dass sich Fürth nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1948/49 zu einer Großstadt mit etwas mehr als 100.000 Einwohner/innen entwickelte.

7. Schulen in Fürth nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 als Großstadt bis zu den Bildungsreformen ab Mitte der 1960er Jahre Genauso wie die nach der Kriegserklärung Hitlers an die USA am 11. Dezember 1941 mit der Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation verbundene Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 war auch die zivile Verwaltung Deutschlands durch Militärregierungen von den Amerikanern und Briten systematisch vorbereitet worden. Die Amerikaner hatten dazu zwischen 1942 und 1944 in den USA gut ausgebildete Personen rekrutiert, die zu 91 Prozent das College besucht hatten, zu 60 Prozent über den Grad eines Bachelors und zu 40 Prozent über den Grad eines Masters verfügten, sie auf die Aufgaben der zivilen Militärverwaltung vorbereitet und in Detachements (Sondereinheiten) eingeteilt. Das nach Fürth abkommandierte und aus zehn Soldaten bestehende Detachement unter Leitung von Captain John D. Cofer (1898-1971), der in Texas geboren, nach einem Jurastudium Rechtsanwalt in Austin und seit den 1930er Jahren auch Mitglied der Demokratischen Partei war, erreichte das seit 19. April 1945 mit dem Sternenbanner versehene Rathaus am späten Abend des 23. April 1945.481 Unter der Regie der amerikanischen Militärverwaltung begann am nächsten Tag die Wiederherstellung der Infrastruktur und der öffentlichen Ordnung. Aufgrund der seit den letzten Kriegstagen weitverbreiteten Neigung zu Plünderungen aller Art wurden Plünderungen in der ersten Ausgabe des Mitteilungsblattes der amerikanischen Militärregierung bei harten Strafen, in schweren Fällen sogar bei Todesstrafe, ausdrücklich verboten.482 Durch die Wiederherstellung der Infrastruktur gab es in Fürth für die im April gesprengten Brücken und Stege ab Anfang Mai 1945 zumindest wieder Behelfsbrücken und hölzerne Stege, seit 25. April 1945 auch wieder Wasser, ab 3. Mai 1945 wieder Strom und ab 24. Mai 1945 wieder Gas. Ab 7. Juni 1945 funktionierte die Müllabfuhr wieder und bis Mitte Juli 1945 waren alle Straßen vom Schutt beschädigter 480Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Ge-

schichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.637: “Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 markiert gleichzeitig den vollständigen Zusammenbruch des Deutschen Bildungswesens … Viele Schulen waren zerstört, wurden beschlagnahmt oder zweckentfremdet. Es fehlten oft die einfachsten Lern- und Arbeitsmittel. Dazu kam die allgemeine Not der Bevölkerung, der es an Wohnraum, Nahrungsmitteln, Kleidung, Heizmaterial, Geld und Arbeit mangelte.“ 481Vgl.: Hans Woller, Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Ansbach und Fürth, München 1986, Abschnitt Die Militärregierung, S.61-65. 482Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007. S.318. Ergänzend anzumerken ist, dass von der seit den letzten Kriegstagen in Fürth weitverbreiteten Neigung zu Plünderungen nicht nur die Kasernen und Wehrmachtslager in Turnhallen und Schulen, sondern auch Einzelhandelsgeschäfte, Wirtschaftsbetriebe wie die Firma Bachmann, von Blumenthal & Co. (Material, Maschinen, Mobiliar) und die Berufsschulen (Geräte und Mobiliar) betroffen waren.

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