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nach einem Zeitungsaufruf von Oberbürgermeister Dr. Bornkessel zu Lehrkräften mit dem im Oktober 1946 begonnenen ersten Semester des neu gegründeten Fürther Volksbildungswerks und 44 überwiegend berufspraktisch orientierten Kursen auch die öffentliche Erwachsenenbildung reaktiviert worden,552 die einst mit der 1904 von Bürgermeister Kutzer angeregten Gründung des Volksbildungsvereins und des 1906 durch eine Spende von Heinrich Berolzheimer Ecke Theresienstraße/Schwabacher Straße errichteten Volksbildungsheims (Berolzheimerianum) begonnen hatte. Unter der Bezeichnung Volksbildungsstätte war das Volksbildungsheim samt Volksbücherei am 1. April 1937 von der nationalsozialistisch regierten Stadtverwaltung übernommen, fortan zu nationalsozialistischen Zwecken genutzt und der Volksbildungsverein am 16. November 1937 aufgelöst worden.553 Da nach Artikel 87 der am 8. Dezember 1946 in Kraft getretenen Bayerischen Verfassung die örtliche Kulturpflege und Erwachsenenbildung in den engeren Wirkungskreis der Gemeinden fielen und nach Artikel 139 die Erwachsenenbildung durch Volkshochschulen und sonstige mit öffentlichen Mitteln unterstützte Einrichtungen zu fördern war,554 wurde das Fürther Volksbildungswerk im Oktober 1948 in Volkshochschule Fürth umbenannt.555 Bis 1948 war die Wiederherstellung und Neustrukturierung wichtiger Rahmenbedingungen auch in anderen Bereichen vorangekommen. Dabei waren in Fürth unter dem Stichwort Demokratisierung am humanistischen Gymnasium an der Königstraße zu Schuljugendberatungsstelle übernommen, wo er sich zusammen mit drei Lehrkräften um „Überwachungsschüler“ und andere schwierige Fälle kümmerte. Die Schuljugendberatungsstelle wurde 1953 in eine Schul- und Erziehungsberatungsstelle umgewandelt (vgl. ebd., S.3). 552Vgl.: Volkshochschule Fürth e.V., 40 Jahre VHS 1946-1986, Fürth 1986, S.6. Siehe auch: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.522: „Im Januar 1946 waren kaum Institutionen der Erwachsenbildung arbeitsfähig. Der Grund lag in der nahezu vollständigen Nazifizierung während des Dritten Reiches. Viele Gebäude der Volkshochschulen waren auch zerstört. Nur in Nürnberg gab es eine Genehmigung zur Wiedereröffnung einer Volkshochschule, sonst wurden nur einzelne Kurse in den Städten durchgeführt (…). Eine größere Anzahl von Neugründungen wurde erst im Juni 1946 gemeldet.“ 553Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A bis Z. Ein Geschichts-Lexikon, Textlich unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1968, Neustadt/Aisch 1984, S.375f. 554Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 4. Erster Teil: Geschichte der Schulen in Bayern. Epochenübergreifende Spezialuntersuchungen. Zweiter Teil: Geschichte der Universitäten, der Hochschulen, der vorschulischen Einrichtungen und der Erwachsenenbildung in Bayern, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.835. 555Vgl.: Volkshochschule Fürth e.V., 40 Jahre VHS 1946-1986, Fürth 1986, S.8. Siehe auch den Artikel Volkshochschulen (20. Jahrhundert), in. www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 14.06.2018. Neben den ab Ende des 19. Jahrhunderts im Rahmen der bürgerlichen Sozialreform entstandenen Volksbildungsvereinen war 1896 von Professoren und Dozenten der Universität und der Technischen Hochschule in München ein Volkshochschulverein gegründet worden, mit dem wissenschaftliche Erkenntnisse durch allgemein zugängliche Vorträge an ein breiteres Publikum herangetragen werden sollten. Ähnliche Initiativen ergriffen danach auch Professoren und Dozenten der Universitäten in Erlangen und Würzburg. In der Weimarer Republik erhielt die Erwachsenenbildung erstmals Verfassungsrang, da Artikel 148 der Reichsverfassung von 1919 die Förderung der Erwachsenenbildung zu einer verpflichtenden Aufgabe des Reiches, der Länder und der Kommunen machte und dabei besonders die Volkshochschulen hervorhob. Während es im Reich zu einem Gründungsboom von Volkshochschulen kam, wurde in Bayern eher an der Tradition der Volksbildungsvereine festgehalten und im September 1920 eine Arbeitsgemeinschaft zur Hebung der Volksbildung gegründet, aus der 1921 der Landesverband der Volksbildungsvereine Bayern hervorging, dem als zweiter Vorsitzender auch Oberbürgermeister Dr. Wild aus Fürth angehörte. Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 4. Erster Teil: Geschichte der Schulen in Bayern. Epochenübergreifende Spezialuntersuchungen. Zweiter Teil: Geschichte der Universitäten, der Hochschulen, der vorschulischen Einrichtungen und der Erwachsenenbildung in Bayern, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.805.

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