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Zu diesem Zeitpunkt war durch eine Zuwanderung von 12 bis 13 Millionen Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die bis Kriegsende als Flüchtlinge oder Evakuierte, nach Kriegsende bis zur Potsdamer Konferenz im August 1945 als Vertriebene und danach als Umsiedler in die vier Besatzungszonen, davon 8 bis 9 Millionen in die drei Westzonen, gekommen waren,570 die Einwohnerzahl in Westdeutschland trotz der Kriegsverluste in der Bevölkerung von 43,0 Millionen Personen 1939 auf 49,2 Millionen Personen 1949 gestiegen.571 Gleichzeitig hatte sich die Einwohnerzahl in Fürth von 82.315 Personen 1939 auf 101.807 Personen 1949 erhöht,572 da bis 1947 rund 13.000 - davon 1.000 aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie, 2.000 bis 3.000 aus anderen ost- und südosteuropäischen Staaten und mehr als zwei Drittel aus dem Sudetenland - und bis 1948 sogar rund 15.000 Flüchtlinge, Vertriebene und Umsiedler in die Stadt gekommen waren.573 Angesichts der Kriegszerstörungen war die Unterbringung der Flüchtlinge, Vertriebenen und Umsiedler längst zu einem großen Problem des von den USA, Großbritannien und der Sowjetunion im Februar 1945 bei der Konferenz in Jalta beschlossenen „Bevölkerungstransfers“ geworden, weshalb die Alliierten mit dem Kontrollratsgesetz Nr.18 vom 8. März 1946 eine Wohnungsbewirtschaftung durch kommunale Wohnungsämter eingeführt hatten, mit der alle Eigentümer bei einer Fortgeltung des Mietenstopps zur Meldung von Wohnraum und notdürftigen Instandsetzung beschädigter Wohnungen, zu zusätzlichen Einquartierungen in unterbelegte Wohnungen und zum Neuzuschnitt zu großer Wohnungen verpflichtet werden konnten.574 Neben den Aktivitäten des kommunalen Wohnungsamtes waren in Fürth zur Unterbringung der zahlreichen Sudetendeutschen auch die 1941 an der Heilstättenstraße in Waldnähe errichteten 30 Luftwaffenhelferinnen-Baracken mit je 10 einfachen Wohnungen versehen und zur Erschließung 1948 die Adalbert-Stifter-, die Paul-Keller- und die Jakob-Böhme-Straße angelegt worden.575 1949 wurde dort eine erste und 1952 eine zweite Baracke zur Schule an der Adalbert-Stifter-Straße umgebaut.576 Außerdem war 1949 zur Bewältigung des Wohnungsmangels auf Initiative des Vorsitzenden der Baugenossenschaft Eigenes Heim, Hans Rupprecht/SPD zusammen mit dem 570Vgl.: R. M. Douglas, „Ordnungsgemäße Überführung“. Die Vertreibung der Deutschen nach dem

Zweiten Weltkrieg. Aus dem Englischen übersetzt von Martin Richter, 2. durchgesehene Auflage, München 2012 und darin die Abschnitte Die Volksdeutschen während des Krieges (und ihre Fluchtbewegung nach Westen beim Rückzug der Wehrmacht ab Ende 1943), S.60-89; Der Plan (zur Umsiedlung), S.90-122; Die „wilden Vertreibungen“ (vor der Potsdamer Konferenz 1945), S.123-167; Die Lager (in Polen und der Tschechoslowakei nach der Potsdamer Konferenz 1945), S.168-209; Die „organisierten Vertreibungen“ (oder Umsiedlungen entsprechend den Anweisungen der drei Siegermächte nach der Potsdamer Konferenz 1945-1948), S.210-243. 571Hermann Korte, Bevölkerung, in: Wolfgang Benz (Hrsg.), Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in drei Bänden, hier: Band 2, Gesellschaft, Frankfurt/Main 1983, S.13-34, hier: S.14. Unter der Gesamtbevölkerung von 49,2 Millionen Personen befanden sich 1949 auch noch rund 250.000 der bei Kriegsende 1945 in Westdeutschland anwesenden 2 Millionen Kriegsgefangenen und 6 Millionen zivilen Zwangsarbeiter, die nicht mehr in ihre Heimatländer zurückkehren wollten. 572Vgl.: Stadt Fürth, Amt für Statistik und Wahlen (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 2004 der Stadt Fürth, Fürth 2005, S.33, Tabelle 3.1, Die Entwicklung des Bevölkerungsstandes nach dem jeweiligen Gebietsstand. 573Vgl.: Hans Woller, Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Ansbach und Fürth, München 1986, S.260 und S.310. 574Vgl. den Artikel Kontrollratsgesetz Nr.18, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 29.06.2020. 575Vgl. den Artikel Heilstättensiedlung, in: www.fuertwiki.de, hier: Ausdruck vom 29.06.2020. 576Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A-Z. Ein Geschichtslexikon. Textlich unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1968, Neustadt an der Aisch 1988, S.332; Max Eichler, Der Wiederaufbau des Fürther Schulwesens nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.31.

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