alen Zweig verfügende und zunächst auf mehrere Schulgebäude im Stadtgebiet verteilte staatliche Realschule das für sie umgebaute ehemalige Volksschulgebäude an der Ottostraße bezogen.707 Durch die Verlegung der städtischen Real- und Handelsschule an den Tannenplatz konnte das Heinrich-Schliemann-Gymnasium an der Königstraße 1969 das Schulgebäude Helmplatz 4 mit insgesamt 10 Klassenzimmern und 1970 auch die erste Etage des 1907 errichteten ehemaligen Eichamtsgebäudes Helmplatz 6 übernehmen. 1971 wurde im Schulgebäude Helmplatz 4 ein moderner Chemiesaal und im ehemaligen Eichamt ein Zeichensaal, ein Fotolabor und ein Werkraum eingerichtet.708 Daneben hatte der Stadtrat im März 1970 die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs für den Bau eines Schulzentrums am Tannenplatz beschlossen, der in drei Bauabschnitten erfolgen sollte. Ab September 1970 bekam das Helene-Lange-Gymnasium am Tannenplatz neben den bestehenden neusprachlichen und sozialwissenschaftlichen Zweigen noch einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig,709 so dass dort für Jungen fortan zwei Zweige zur Verfügung standen. Im Rahmen der zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit seit Mitte der 1960er Jahren betriebenen Vereinheitlichung des Bildungswesens wurde nach den vom Landtag am 26. März 1969 verabschiedeten gesetzlichen Regelungen ab dem Schuljahr 1969/70 an bayerischen Volksschulen eine organisatorische Trennung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen vorgenommen sowie in der bisherigen Oberstufe (jetzt Hauptschule) ein 9. Schuljahr und neben dem erfolgreichen einfachen Hauptschulabschluss auch ein Qualifizierender Hauptschulabschluss eingeführt, der zum Übertritt in die 10. Klasse von Realschulen oder zum Übertritt in zur Fachschulreife führende Berufsfachschulen berechtigte.710 Damit wurden in Bayern nicht nur die Vorgaben des Hamburger Abkommens der Ministerpräsidenten vom Oktober 1964, sondern zugleich das bereits im dritten, auf Anweisung der amerikanischen Militärregierung entstandenen und dieser am 31. Januar 1948 übersandten Schulreformplan von Kultusminister Hundhammer vorgesehene neunte Schuljahr im Zweig A (Grundschule, allgemeinbildender Zug, berufsbegleitender Unterricht, Spezialfachschulen, Sonderreifeprüfung) zusammen mit der von den Amerikanern im Sekundarbereich gewünschten Ergänzung des Unterrichts durch allgemeine Berufserfahrungen nach über 20 Jahren umgesetzt und mit dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss ein Zugang zur Mittleren Reife und zu den Berufsfachschulen geschaffen.711
707Vgl.: Leopold-Ullstein-Realschule, Festschrift zum 50-jährigen Bestehen, Fürth 2016, S.24. Statt 150
Schüler/innen im Jahr 1966 verfügte die staatliche Realschule im Schuljahr 1969/70 bereits über 849 Schüler/innen. 708Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.40. 709Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.40 und Karl Dubois, 1974 – ein Schulbaujahr, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.49-60, hier: S.52. 710Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau der Fürther Schulen nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.35. 711Der Erwerb eines Qualifizierenden Hauptschulabschlusses war an höhere Qualifikationsanforderungen und eine Sonderprüfung geknüpft, an der nur Schülerinnen und Schüler teilnehmen konnten, die im neunten Schuljahr den Leistungskurs A in Deutsch, Mathematik und Englisch besucht und dort oder alternativ statt in Englisch im Leistungskurs Physik/Chemie und im Unterrichtsfach Arbeits- und Soziallehre mindestens die Note befriedigend erreicht hatten. Zur Prüfung zugelassen wurden auch externe Bewerber/innen, die diese Qualifikationen anderweitig erworben hatten und
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