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ab 1973 auch mit Englisch als erster Fremdsprache angeboten, wodurch die Neuanmeldungen erneut anstiegen.734 Gleichzeitig bemühte sich dort der seit 1972 amtierende Schulleiter 1974 um eine Teilnahme am Schulversuch zur Kollegstufe, scheiterte aber an der fehlenden Zustimmung des Lehrerkollegiums.735 Daneben war es 1971 erstmals zu einer langfristigen Sommerferienregelung gekommen, wozu die Kultusministerkonferenz bereits 1969 einen Arbeitsausschuss eingesetzt hatte, der die Länder nach Bevölkerungszahlen in sechs Gruppen einteilte (1. Nordrhein-Westfalen; 2. Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen; 3. Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein; 4. Bremen, Niedersachsen; 5. Baden-Württemberg und 6. Bayern), die im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende Juli eines Jahres in dieser Reihenfolge mit den Sommerferien beginnen sollten. Auf dieser Grundlage beschloss die Kultusministerkonferenz am 4. Juni 1971 die erste langfristige Sommerferienregelung für die Jahre 1972 bis 1978.736 was angesichts der schon 1935 von Reichserziehungsminister Rust für die Staffelung der Sommerferien angeführten verkehrstechnischen Gründe und der ab Mitte der 1960er Jahre in der Bundesrepublik rasant wachsenden Automobilisierung, der bestehenden gesetzlichen und zunehmenden tarifvertraglichen Urlaubsansprüche sowie der Reiselust in der Bevölkerung immer wichtiger wurde, um das Verkehrsaufkommen einigermaßen bewältigen zu können.737 Während die städtische Real- und Handelsschule in Fürth am 25. Februar 1972 in Hans-Böckler-Schule umbenannt wurde,738 übernahm die Stadt Fürth mit den im 734Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Fest-

jahresbericht, Fürth 1996, S.39. 735Vgl.: Ebd., S.42f. 736Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 4. Ers-

ter Teil: Geschichte der Schulen in Bayern. Epochenübergreifende Spezialuntersuchungen. Zweiter Teil: Geschichte der Universitäten, der Hochschulen, der vorschulischen Einrichtungen und der Erwachsenenbildung in Bayern, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.241. Weitere langfristige Sommerferienregelungen folgten mit Beschlüssen der Kultusministerkonferenz vom 10. März 1977 für die Jahre von 1979 bis 1986 und vom 24. Juni 1983 für die Jahre von 1984 bis 1994. 737Vgl. zur Automobilisierung auch: Bernhard Schäfers, Sozialstruktur und sozialer Wandel in Deutschland, 9. völlig überarbeitete Auflage, Konstanz, München 2012, Tabelle 33, S.264. In der Bundesrepublik hatte es 1950 nur 2,025 Mio. Kfz gegeben (darunter 0,54 Mio. Pkw und 0,93 Mio. Krafträder). Bis 1960 stieg der Bestand auf 8 Mio. Kfz (darunter 4,489 Mio. Pkw und 1,891 Mio. Krafträder), bis 1970 auf 16,783 Mio. Kfz (darunter 13,941 Mio. Pkw und 0,229 Mio. Krafträder), bis 1980 auf 27,116 Mio. Kfz (darunter 23,192 Mio. Pkw und 0,73 Mio. Krafträder) und bis 1990 auf 35,748 Mio. Kfz (darunter 30,685 Mio. Pkw und 1,414 Mio. Krafträder), so dass sich der Pkw-Bestand von 1950 bis 1960 verneunfacht und von 1960 bis 1970 bei einem Rückgang des Krafträderbestandes noch einmal verdreifacht hatte. 738Vgl.: Hans-Böckler-Schule, städtische Real- und Wirtschaftsschule (Hrsg.), Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum, Fürth 2009, S.21. Hans Böckler (1875-1951) wurde in Trautskirchen geboren. Da sein Vater bereits seit 1869 in Fürth arbeitete, zog die gesamte Familie 1876 nach Fürth. Hier begann Hans Böckler 1888 eine Metallschlägerlehre, wurde 1894 Mitglied der SPD und des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV), 1895 Mitbegründer des Arbeiter Turn- und Sportvereins (Tuspo), 1901 Vorsitzender des Fürther Gewerkschaftskartells und 1902 Gemeindebevollmächtigter. 1903 verließ er Fürth, um gewerkschaftliche Aufgaben im Saarland, in Frankfurt/Main und Breslau wahrzunehmen. 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und 1915 nach einer schweren Verwundung entlassen. Von 1916 bis 1918 übernahm er wieder DMV-Funktionen in Danzig, Kattowitz und Siegen und war nach Unterzeichnung des Stinnes-Legin-Abkommens über eine Zentralarbeitsgemeinschaft von November 1918 bis März 1920 einer der beiden Gewerkschaftsvertreter im paritätisch auch mit zwei Vertretern der Arbeitgeber besetzten Sekretariat der Zentralarbeitsgemeinschaft. Anschließend wurde er Leiter des DMV in Köln, 1924 bis 1928 zudem Stadtverordneter in Köln, 1927 Leiter des ADGB-Bezirks Rheinland-Westfalen-Lippe mit Sitz in Düsseldorf und 1928 bis 1933 auch Reichstagsabgeordneter der SPD. Nach 1945 wurde Hans Böckler zunächst Vorsitzender des DGB in der

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