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RADIO & TV ZUKUNFT zifikationen­ etwas­ niedrigere­ Spitzenhelligkeit,­weil­sie­Prinzip­bedingt­ noch­ nicht­ so­ viel­ Licht­ abstrahlen­ können,­ wie­ ihre­ Artgenossen­ auf­ LCD-Basis.­ Sie­ erreichen­ aber­ deutlich­tiefere­Schwarzwerte­–­und­sie­ können­selbst­finstere­Szenen­noch­ fein­ differenzieren,­ erzielen­ somit­ also­ einen­ durchaus­ vergleichbaren­ Kontrastumfang.­ Das­neue­„Ultra­HD­Premium“-Logo­ signalisiert noch eine Reihe weiterer anspruchsvoller­Parameter.­So­steht­ es­ für­ eine­ Signalverarbeitung­ mit­ 10­ Bits­ für­ jeden­ Bildpunkt;­ bisher­ waren­ 8­ Bits­ das­ übliche­ Maß.­ Der­ Sinn­liegt­auf­der­Hand:­Erweiterter­ Kontrastumfang erfordert eine Kodierung,­ die­ feinere­ Differenzierung­ erlaubt.

Dies­ist­auch­nötig,­wenn­die­Geräte­ die Vorgaben für mehr Farben erfüllen­sollen.­Nach­den­Spezifikationen­ des­ UHD­ Premium-Logos­ sollen­ die­ Fernseher­einen­Farbraum­abbilden,­

wie­die­Techniker­sagen,­den­die­internationale­ Standardisierungsorganisation­ ITU­ unter­ dem­ Kürzel­ Rec­ 2020­für­die­Ultra­HD-Zukunft­empfiehlt.­ Die­ Gerätehersteller­ arbeiten­ schon seit Jahren auf dieses Ziel hin –­ unter­ anderem­ mit­ Farbfiltern,­ in­ denen Nano-Kristalle mehr Rot- und Grüntöne­ durchlassen.­ Quantum­ Dot­ oder­ Triluminos­ sind­ populäre­ Marketing-Vokabeln­für­diese­Eigenschaft. Die terrestrische Übertragung wechselt zu HD In­ausgewählten­Ballungsräumen­ist­ seit­31.­Mai­die­erste­Stufe­der­Umstellung­ von­ DVB-T­ auf­ DVB-T2­ HD­ gestartet.­ Damit­ kommen­ auch­ die­ knapp­ vier­ Millionen­ Haushalte­ in­ Deutschland,­ die­ ihre­ Programme­ über die klassische Antenne empfangen,­ in­ den­ Genuss­ hoch­ auflösender­TV-Bilder.­Die­Zeit­dafür­war­reif,­ denn das digitale terrestrische Fernsehen­ ist­ in­ die­ Jahre­ gekommen.­ Nun können sechs Programme terrestrisch­ in­ HD-Qualität­ empfangen­ werden:­ Das­ Erste,­ RTL,­ ProSieben,­ SAT.1,­VOX­und­ZDF. Bei­DVB-T2­HD­kommt­das­Übertra-

Ultra HD-Fernsehen – Kinobilder für zu Hause.

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Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017

Fotos: ifa 2016

gungsverfahren­ HEVC­ mit­ 1080p,­ also­ beste­ Auflösung­ ohne­ Zeilensprung­mit­50­Vollbildern­pro­Sekunde,­ zum­ Einsatz.­ Die­ neue­ Übertragungstechnik bietet zudem höhere Reichweiten­ und­ schafÚ­ im­ selben­ Frequenzspektrum­ höhere­ Datenraten.­ Für­ den­ Endkunden­ am­ TV­ Gerät­bedeutet­das­die­doppelte­Bewegungsschärfe.­ Deutschland­ führt­ diese­ technische­ Kombination­ als­ erstes­Land­ein.­In­unseren­Nachbarländer­gibt­es­zwar­auch­DVB-T­mit­ HDTV,­aber­auf­einer­anderen­technischen­Basis.­Das­bedeutet­auch,­dass­ Empfänger,­ beispielsweise­ für­ den­ österreichischen­Markt,­bei­uns­nicht­ funktionieren. Die­Umstellung­erfolgt­in­Stufen.­Ab­ dem­29.­März­2017­werden­rund­40­ Programme­über­DVB-T2­HD­ausgestrahlt.­ Dieser­ Termin­ ist­ auch­ der­ Ausstiegstermin­ für­ DVB-T­ seitens­ der­privaten­Programmanbieter.­Für­ den­ Zuschauer­ bedeutet­ dies,­ dass­ er­ umstellen­ muss,­ um­ weiter­ die­ privaten­Programme­empfangen­zu­ können.­ Die­ öffentlich-rechtlichen­ Sender arbeiten mit einem sogenannten­ Simulcast-Betrieb,­ d.h.­ für­ eine Übergangszeit werden beide Übertragungsarten parallel ausgestrahlt.­ Die­ Programme­ der­ öffentlich-rechtlichen Sender werden auch wie gewohnt ohne Verschlüsselung und damit ohne Zusatzgebühr empfangbar­sein.­Die­privaten­Programmanbieter­ verschlüsseln­ ihre­ Programme und erheben eine Gebühr von­69­Euro,­ähnlich­HD+,­beim­Satelliten.­Die­PlatÚorm­dazu­vermarkten­ sie­als­Freenet­TV.­Bis­zum­Frühjahr­ 2017­fallen­noch­keine­Gebühren­an,­ aber dann wird der monatliche Obolus­ für­ terrestrisches­ HD-Fernsehen­