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TV-Geschichte

LCD Displays, wie 23“, 26“ und 30“ wurden während der Insolvenzphase der Grundig AG zwar kurz unterbrochen, konnten dann aber mit stark reduzierter Entwicklungsmannscha� noch im gleichen Jahr fortgeführt werden. Der Grundig Consumer Electronic Bereich wurde 2004 gemeinscha�lich von BEKO (Koc) und Alba übernommen und eine neue Gesellscha�, die Grundig Intermedia gegründet. In Nürnberg befasste sich eine kleine, bewährte Entwicklungsabteilung un-

ter Leitung des Autors weiter mit der Entwicklung von High End LCD-TV Geräten (Abb.7). Hier wurden die Grundig High End LCD-TV Digi 200 Geräte mit Bilddiagonalen von 66 cm (26 Zoll), 76/78 cm (30/31 Zoll), 94 cm (37 Zoll) und 107 cm (42 Zoll) mit den internen Chassisbezeichnungen G1, G2, G3 entwickelt und in den Fer�gungsanlagen in Istanbul gefer�gt. G2 und G3 erreichten immerhin Produk�onszahlen von ca. 70 000 Geräten pro Jahr. Für ein High End Gerät eine durchaus passable Stückzahl.

Die sich 2008 in der Entwicklungsphase befindlichen Chassikonzepte G 3.5 bis G5 wurden nicht mehr umgesetzt. Der Kostendruck im Consumer Electronic Bereich wurde inzwischen so stark, dass der nun alleinige Eigentümer Koc beschloss den Entwicklungsstandort Nürnberg zu schließen. So sind die Digi 200 LCD-TV Geräte mit dem Chassis G3 die letzten „Designed in Franken“, von Grundig Ingenieuren mit Engagement und Jahrzehnte langer Erfahrung.

Konrad L. Maul, Dipl.-Ing. (FH) Certified Counsellor Konrad L. Maul war 37 Jahre in der Fernsehentwicklung tä�g, davon 30 Jahre in leitender Posi�on. Als Gruppenleiter war er für das erste Grundig 100 Hertz-TV-Gerät verantwortlich. Von 2001 bis 2008 leitete er die Fernsehentwicklung der Grundig AG und in der Nachfolge der Grundig Intermedia AG. Heute arbeitet er als Berater für Einzelne, Gruppen und Organisa�onen in technischen, wirtscha�lichen und sozialen Handlungsfeldern. h�p://www.m2counselling.de

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Rundfunk & Museum 95 – September 2018