Radio der Zukun�
Testsituation im JOSEPHS, dem „open Innovation Lab“ von Fraunhofer und dem Lehrstuhl WI1 der FAU Nürnberg.
R A D I O 4.0 Das EU-Forschungsprojekt ORPHEUS entwickelt objekt-basiertes Audio von Werner Bleisteiner Wie funk�oniert interak�ves Radio via Internet? Was bedeutet „personalisiertes Radio“? Wie kann Radio akus�sch noch mehr in die Story hineinziehen? Das EU-Forschungsprojekt ORPHEUS hat ‚objekt-basierten Rundfunk’ in Pilotprojekten entwickelt. Partner in diesem Konsor�um waren namha�e europäische Ins�tu�onen wie das IRT, Fraunhofer IIS, IRCAM, BBC R&D und der BR. Dem Radio geht es noch gut – trotz seiner 95 Jahre: Täglich hören zig-Millionen Menschen in Deutschland die Programme von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanbie-
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tern – und das, laut Sta�s�k, o� mehr als 200 Minuten. Auch das Digitalradio DAB+ scheint bei den Hörern endlich angekommen zu sein – 20 Jahre nach dem Start. Klar ist aber auch, dass die Entwicklung weitergeht. Weitergehen muss! Denn bislang ist Radio via Internet nur ein Abbild der linearen OnAir Sendungswelt. Und noch immer so, als ob man den Kasse�enrekorder würde mitlaufen lassen, um sich dann hinterher aus den zig Stunden täglich die Highlights herauszupicken. Ein nur wenig überzeugendes Konzept, im Zeitalter von Big Data, Algorithmen und virtuellen Welten. Au-
Rundfunk & Museum 95 – September 2018
ßerdem: 200 Minuten täglich „hören“? Wohl eher: „im Hintergrund dudeln“ lassen. Der Erfolg von Podcasts, Hörbüchern und Streamingdiensten zeigt, dass das Publikum anspruchsvolle Inhalte – wie beim Fernsehen – OnDemand haben will. Also wenn man wirklich Zeit und Muße zum Zuhören hat. Und noch etwas kommt hinzu: Heute gibt es viele unter-schiedliche Wiedergabegeräte und –situa�onen: Küchenradio, Autoradio, Smartphone mit Kop�örer, Home Entertainment-Systeme – doch Audioformat, das diese Geräte fü�ert, ist aber immer das gleiche.