Jakob-Henle-Straße 1; Friedrich-Ebert-Straße 5; Nähe Jakob-Henle-Straße: Unterschied zwischen den Versionen

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#REDIRECT [[Klinikum Fürth]]
[[Datei:Klinikum Fürth Okt 2024.jpg|mini|rechts|Klinikum Fürth, 2024]]
[[Datei:AK Klinikum Fürth nicht gel. 1931.jpeg|mini|rechts|Stadtkrankenhaus, 1931]]
Die Gebäude '''Jakob-Henle-Straße 1''' wurden ab dem [[29. Mai]] [[1928]] zunächst als damaliger Neubau des [[Stadtkrankenhaus]]es errichtet. Das bisherige [[Altes Krankenhaus|Krankenhausgebäude]] in der [[Schwabacher Straße]] war zu dem Zeitpunkt bereits 98 Jahre alt und nicht mehr ausreichend groß gewesen.


Seit dem [[1. Januar]] [[2001]] gehören die Gebäude unter dieser Adresse zum Kommunalunternehmen „[[Klinikum Fürth]]“.
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''Diese Seite befindet sich insbesondere auch bezüglich der '''Neueren Gebäude''' noch im Aufbau - Stand 02.03.2026.''
== Baugeschichte ==
[[Datei:Klinikum geplanter Standort Hard.jpg|mini|links|Geplanter Standort (gestrichelt, Nr. 57) des neuen Krankenhauses auf der Hard in einem Plan von 1905]]
[[Datei:Grundsteinlegung.jpg|mini|rechts|Grundsteinlegung 1928]]
[[Datei:Klinikum.jpg|mini|Krankenhaus kurz nach der Fertigstellung 1931]]
Erste Überlegungen zum [[Stadtkrankenhaus|Neubau eines Krankenhauses]] entstanden bereits 1884. Im Jahr 1899 wurde eine Untersuchungskommission einberufen welche auf die Dringlichkeit eines Neubaus hinwies. Ein erster konkreter Umsetzungsversuch war das sog. "Hardprojekt", ein Neubau südlich der [[Würzburger Straße]] im Bereich der alten [[Pfründ]] (siehe Planausschnitt). Dazu fanden 1902 auch erste "Planierungsarbeiten" auf dem auserkorenen Gelände statt, die Planung muss also relativ weit fortgeschritten gewesen sein.<ref>[[Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931 (Buch)|Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931]], Seite 6 ff.</ref> Warum dieses Bauvorhaben abgebrochen wurde, ist nicht bekannt. Die Skizze findet sich jedenfalls bis in die 1910er Jahre in städtischen Plänen. Erst am [[29. Mai]] [[1928]] folgte die Grundsteinlegung für ein neues Gebäude am heutigen Standort. Das auf Bestreben des Krankenhausdirektors Sanitätsrat Dr. [[Jakob Frank]] neu errichtete Krankenhaus auf der [[Schwand]] folgte dem [[Altes Krankenhaus|Alten Krankenhaus]] an der [[Schwabacher Straße]] und wurde am [[10. Juli]] [[1931]] eingeweiht und drei Wochen später am 31. Juli eröffnet.
Allerdings war die Finanzlage der Stadt Fürth schon seit 1927 prekär, so dass in der Zwischenkriegszeit lediglich zwei öffentliche Bauten errichtet werden konnten: die Jahnturnhalle und das Krankenhaus <ref>Barbara Ohm: "Der Fürther Ehrenbürger Hans Lohnert und sein Spielplatz" in: Fürther Geschichtsblätter 3/2004; Seite 65</ref>. Für das Krankenhaus mussten dann gar die Bürger noch herangezogen werden, die sowieso schon unter hoher Arbeitslosigkeit litten. Die Strom- und Gaspreise wurden zur Finanzierung des Stadtkrankenhauses erhöht <ref>Barara Ohm, ebenda</ref>.
Der exponierte Bau galt seinerzeit mit den gewaltigen Ausmaßen und seinen lichtdurchfluteten Gängen, großzügigen freundlichen Räumen, Sonnen- und Ruheterrassen für die Patienten und der modernen Ausstattung als mehr als avantgardistisch. Der an das Stadtkrankenhaus angrenzende Park wurde 1947 von [[Hans Schiller]] entworfen.<ref>Hans Schiller, [[Gartengestaltung (Buch)|Gartengestaltung]], 1952, S. 277</ref> Das Konzept erwies sich bis in die 1960er Jahre als einwandfrei flexibel für Modernisierungen und Erweiterungen, seit [[1955]] wurde es durch Neubauten ergänzt, [[1967]] ging das [[Nathanstift]] in die "Abteilung Geburtshilfe" der Frauenklinik im Stadtkrankenhaus über.
Von [[1986]] bis [[1989|89]] erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten und Neubauten sowie die Umbenennung in [[Stadtklinikum|städtisches Klinikum Fürth]].
Zum [[1. Januar]] [[2001]] wurde das [[Klinikum Fürth|Kommunalunternehmen „Klinikum Fürth“]] gegründet und [[2008]] erfolgte der Neubau eines Parkhauses an der [[Jakob-Henle-Straße]]. Im März [[2021]] erfolgte dann der Spatenstich für umfangreiche Erweiterungsmaßnahmen. In den nächsten Jahren entstanden drei neue Gebäude. Begonnen wurde mit einem Gebäude auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz, das zunächst elf, später dreizehn neue Operationssäle erhalten soll und auch als neuer Haupteingang dienen wird. Dann wich der Bau, in dem sich die Cafeteria befand, einem Haus für 160 bis 170 Betten. In einem dritten Schritt entsteht hinter dem neuen OP-Komplex ein Bau für die zentrale Notaufnahme, Radiologie, Internistische Diagnostik, eine zweite Intensivstation und die Urologie.<ref>Claudia Ziob: ''Ein OP-Komplex für die Zukunft''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 18. März 2021, Seite 32</ref> Zum Richtfest im Mai [[2023]] kamen unter anderen auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek.
== Hauptgebäude ==
[[Datei:AK Klinikum Fürth - LSR - ca 1950.jpg|mini|rechts|Hauptbau Krankenhaus, ca. 1950]]
=== Beschreibung des Baudenkmals ===
Hauptbau, symmetrischer, sechsgeschossiger Putzbau mit Flachdach, kubischen Risaliten und vorspringendem, zweigeschossigem Eingangsrisalit mit Vordach, [[Neue Sachlichkeit]]; sämtlich von [[Hermann Herrenberger]], [[1928]]-31.
=== Nutzung ===
* [[1931]] - ?: Krankenhaus mit dessen Stationen, Bettenzimmern, Abteilungen, Aufenthalts-/Behandlungsräumen sowie Röntgen, Labor und OP-Sälen
== Pfortenhaus und Beamtenhäuser ==
[[Datei:AK Klinikum Fürth zur Eröffnung 1931.jpg|mini|rechts|Pfortenhaus vorne links, Beamtenhaus vorne rechts, Hauptbau dahinter, 1931]]
=== Beschreibung des Baudenkmals ===
Pfortenhaus, erdgeschossiger Putzbau mit flachem Walmdach; zwei Pfortenpavillons, zweigeschossige Putzbauten mit Walmdach und Sandsteinwappen an den Ecken; sämtlich von [[Hermann Herrenberger]], [[1928]]-31.
=== Nutzung ===
* '''Pfortenhaus'''
** [[1931]] - ?: Besucheranmeldung, Anmeldung von Krankentransporten (damalige Zufahrt über die [[Jakob-Henle-Straße]])
* '''Beamtenhaus links der Pforte'''
** [[1931]] - ?: [[Krankenhauskiosk]] im Erdgeschoss, darüber Wohnung/Amtsstube?
* '''Beamtenhaus rechts der Pforte'''
** [[1931]] - ?: Beamtenwohnung/Amtsstube?
== Infektionskrankenhaus ==
=== Beschreibung des Baudenkmals ===
Ehemaliges Infektionskrankenhaus, langgestreckter, zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach und Eingangsrisaliten, um 1931/35.
=== Nutzung ===
* [[1931]] - ?: Infektionskrankenhaus
* ...
* seit ?: Geriatrische Rehabilitation am Klinikum Fürth
== Einfriedung ==
=== Beschreibung des Baudenkmals ===
Einfriedung, verputzte Ziegelmauer mit Sandsteinabdeckung, um [[1930]].
== Neuere Gebäude ==
* ca. [[1965]] - ?: Geburtshilfeabteilung (Nathanstift) des Stadtkrankenhauses/Klinikum Fürth
** seit ?: Urologie und Onkologie des Klinikum Fürth
* ca. [[1966]] - [[2018]]: Kinderklinik des Stadtkrankenhauses/Klinikum Fürth (Abriss für Neubau einer [[Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Fürth|Klinik der Bezirkskliniken Mittelfranken]])
* ...
* [[2008]]: ''Parkhaus Jakob-Henle-Straße'' des Klinikum Fürth
* ...
== Verbleib der Portalfiguren ==
[[Datei:Statuen Klinikum Fürth 1931.jpg|mini|right|Die ehemaligen Portalfiguren "Hoffnung" und "Erfüllung"]]
[[1940]] wurde vom Fürther Hochbauamt erstmals ein Verzeichnis über im Stadtgebiet befindliche Kunstobjekte aus "Nichteisenmetallen" angefertigt mit einer Stellungnahme des Oberbürgermeisters über Verbleib oder Zuführung zur "[[Metallspende des deutschen Volkes]]". Die zwei Figuren vom Fürther Künstler [[Karl Bößenecker]] werden dort unter Pos. 12 geführt mit dem Vermerk, die Zuführung sei "abzulehnen". Ein Verbleib vor Ort war also gewünscht. Im Mai 1942 mussten wegen des steigenden Bedarfs an kriegswichtigen Metallen durch eine Anordnung des Reichsinnenministers bis auf den Zentaurenbrunnen alle erfassten städtischen Bronzeobjekte abgeliefert werden und die Figuren wurden zusammen mit einigen anderen Bronzeobjekten zur Demontage und Einlagerung im städtischen Bauhof freigegeben. Im März 1944 wurden die gesammelten Bronzen mit einem Gesamtgewicht von ca. zwei Tonnen dann vom Nürnberger Metallgroßhandel Hetzel & Co. abgeholt. 
Als sich nach dem Krieg die Zeiten wieder etwas normalisiert hatten, versuchte die Stadt Näheres über das weitere Schicksal einiger von der Firma Hetzel und Co. übernommener Denkmäler herauszufinden. In der Sitzung des Stadtrats am 29. September 1949 waren die Ergebnisse der Recherchen zum Verbleib der beiden Portalfiguren ein Thema: ''Die beiden Bronzefiguren (2 lebensgroße nackte Frauengestalten) am Portal des Stadtkrankenhauses waren während des Krieges beschlagnahmt und weggeschafft worden. Wie Oberverwaltungsrat Dr. Kaltenhäuser mitteilte, sind alle Bemühungen, die beiden Standfiguren wieder ausfindig zu machen, gescheitert.''<ref>Mitteilungsblatt der Stadt Fürth und des Landrates Fürth, 7. Oktober 1949 S. 2: ''Unauffindbare Bronzefiguren''</ref> Dazu berichteten die [[Fürther Nachrichten]] weiter unter der Überschrift "Bronzefiguren nicht zu finden": ''Die Stadtverwaltung hat seit längerer Zeit beim Senat in Hamburg Nachforschungen angestellt über die während des Krieges zum Einschmelzen dorthin abgelieferten beiden Bronzefiguren am Eingang zum Krankenhaus. Nach eingehenden Ermittlungen sind jetzt die letzten Hoffnungen zerschlagen worden, diese Figuren wieder zu beschaffen. Die Transportkommission in Hamburg teilte dieser Tage mit, daß die Kunstwerke nicht mehr aufzufinden sind und als v e r l o r e n gelten müssen.''<ref>Stadtarchiv Fürth, Fürther Nachrichten, 1. Oktober 1949, S. 12</ref>
== Bombensuche 2020 ==
Im Juli [[2020]] musste das Klinikum Fürth im Rahmen eines geplanten Neubaus auf dem Grundstück zahlreiche Grabungen vornehmen - mit dem Ziel zur Klärung vom Verbleib von Blindgängern aus dem [[2. Weltkrieg]] im Baufeld. Insgesamt acht "Verdachtsfälle" hatten sich bei ersten Sondierungen ergeben, die es nun galt einzeln zu klären. Nach einigen Tagen konnte aber abschließend geklärt werden, dass in keinem der acht Verdachtsfälle es sich um sog. Blindgänger handelte. Vielmehr fand man Bauschutt aus der Zeit, zum Teil mit Porzellan- und Flaschenresten aus der Zeit des 2. Weltkrieges.<ref>Claudia Ziob: Erstes Aufatmen am Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 14. Juli 2020, S. 23 (Druckausgabe)</ref> Hätte man tatsächlich Blindgeänger gefunden, so hätte laut dem Sprengmeister nicht nur das Klinikum Fürth komplett evakuiert werden müssen, sondern auch der Umkreis von 1 km. Davon betroffen wären ca. 16.000 Anwohner, aber auch vier angrenzende Altenheime.<ref>Claudia Ziob: Keine Blindgänger: Erleichterung am Klinikum. In: Fürther Nachrichten vom 15. Juli 2020, S. 25 (Druckausgabe)</ref>
== Literatur ==
* ''[[Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931 (Buch)|Der Neubau des Städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern 1931]]'' - Architekt: Hermann Herrenberger. Festschrift zur Eröffnung im Juli 1931, Berlin 1931
* ''Neubau des städtischen Krankenhauses Fürth in Bayern''. In: Die Bauzeitung, Nr. 5, 1932, S. 53 - 57
* ''Krankenhaus''. In: [[Adolf Schwammberger]]: ''[[Fürth von A bis Z]]. Ein Geschichtslexikon''. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 228 f.
* ''[[Das Neue Klinikum Fürth (Broschüre)|Das neue Klinikum Fürth]]'', Agentur Franke Franke & Riemann. Herausgeber Stadt Fürth (Selbstverlag), Fürth 1989
* ''[[Nathanstift und Frauenklinik in Fürth (Buch)|Nathanstift und Frauenklinik in Fürth]]'', Kamran Salimi (Herausgeber; Klinikum Fürth), Fürth 2010
== Siehe auch ==
* [[Stadtkrankenhaus]]
* [[Klinikum Fürth]]
* [[Jakob-Henle-Straße]]
== Einzelnachweise ==
<references />
== Bilder ==
{{Bilder dieses Gebäudes}}
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:Gebäude (ehemals)]]
[[Kategorie:Denkmalliste]]
[[Kategorie:Denkmalliste]]
[[Kategorie:Gebäude]]{{Wartung/Faktenboxcheck}}
[[Kategorie:Eigenes Heim]]
[[Kategorie:Schwand]]
[[Kategorie:Weststadt]]
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