Diskussion:Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“: Unterschied zwischen den Versionen

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Zusammenfassen lässt sich folgendes feststellen: Es existiert kein einziger zeichnerischer Entwurf Brügers, welcher dessen Autorschaft belegt, dagegen mehrere Entwürfe von verschiedenen Architekten und Baumeistern anlässlich eines Wettbewerbs von 1822 (s. Mette, a.a.O., S. 66 ff), an dem auch Brüger beteiligt war. 1823 werden dann dem Staatsministerium in München insgesamt 8 Entwurfspläne zur Begutachtung vorgelegt. Am 4. Mai 1824 genehmigt König Max I. Joseph mit einem Schreiben an die Kirchengemeinde den Bau der Kirche nach dem Entwurf Leo von Klenzes, der dem Schreiben des Königs beigelegt und zusammen mit diesem in den Kirchenakten der Pfarrei Fürth (Diözesanarchiv Bamberg) hinterlegt ist. Dieser signierte Entwurf Klenzes stammt ursprünglich aus dem Konvolut von Planzeichnungen, das von Leo von Klenze für sein architekturtheoretisches Werk „Anweisung zur Achitectur des christlichen Culktus“ angefertigt worden ist. Von den 14 Musterentwürfen wurden nur 12 veröffentlicht. Bei dem hier zur Diskussion stehenden Entwurfsplan Klenzes aus den Fürther Kirchenakten handelt es sich um einen der beiden unveröffentlichten Musterentwürfe. Nach diesem Plan ist dann die Kirche in Fürth gebaut worden, ohne die geringste Planabweichung. Auf der Grundlage dieses Klenz'schen Entwurfs wurden dann vier vergrößerte, kolorierte und identische Kopien (Umzeichnungen) für die Ausführung des Baues erstellt, zwei signiert von einem Maurermeister Zink (Staatsarchiv Nürnberg), und zwei weitere (Stadtarchiv Fürth), die nicht signiert sind. Die Überschrift auf einem der beiden letzteren Pläne „Entworfen und gezeichnet durch den Kglen Bauinspektor Brüger in Nürnberg“ stammt nach Ausweis der Schrift nicht von Brüger selbst, sondern von dem Kopisten des Planes, ist also eine reine Zuschreibung und kein Indiz für die Urheberschaft Brügers. Hätte Brüger diese Kopie selbst gezeichnet, hätte er diese auch signiert. Ein von Klenze korrigierter Entwurf Brügers existiert ebenfalls nicht. Wenn es diesen gegeben hätte, wäre er, wie der Entwurf Klenzes, zusammen mit dem Schreiben Maximilians in den Fürther Pfarrakten gelandet, was nicht der Fall ist. --[[Benutzer:Veritas|Veritas]] ([[Benutzer Diskussion:Veritas|Diskussion]]) 13:11, 31. Dez. 2025 (CET)
Zusammenfassen lässt sich folgendes feststellen: Es existiert kein einziger zeichnerischer Entwurf Brügers, welcher dessen Autorschaft belegt, dagegen mehrere Entwürfe von verschiedenen Architekten und Baumeistern anlässlich eines Wettbewerbs von 1822 (s. Mette, a.a.O., S. 66 ff), an dem auch Brüger beteiligt war. 1823 werden dann dem Staatsministerium in München insgesamt 8 Entwurfspläne zur Begutachtung vorgelegt. Am 4. Mai 1824 genehmigt König Max I. Joseph mit einem Schreiben an die Kirchengemeinde den Bau der Kirche nach dem Entwurf Leo von Klenzes, der dem Schreiben des Königs beigelegt und zusammen mit diesem in den Kirchenakten der Pfarrei Fürth (Diözesanarchiv Bamberg) hinterlegt ist. Dieser signierte Entwurf Klenzes stammt ursprünglich aus dem Konvolut von Planzeichnungen, das von Leo von Klenze für sein architekturtheoretisches Werk „Anweisung zur Achitectur des christlichen Culktus“ angefertigt worden ist. Von den 14 Musterentwürfen wurden nur 12 veröffentlicht. Bei dem hier zur Diskussion stehenden Entwurfsplan Klenzes aus den Fürther Kirchenakten handelt es sich um einen der beiden unveröffentlichten Musterentwürfe. Nach diesem Plan ist dann die Kirche in Fürth gebaut worden, ohne die geringste Planabweichung. Auf der Grundlage dieses Klenz'schen Entwurfs wurden dann vier vergrößerte, kolorierte und identische Kopien (Umzeichnungen) für die Ausführung des Baues erstellt, zwei signiert von einem Maurermeister Zink (Staatsarchiv Nürnberg), und zwei weitere (Stadtarchiv Fürth), die nicht signiert sind. Die Überschrift auf einem der beiden letzteren Pläne „Entworfen und gezeichnet durch den Kglen Bauinspektor Brüger in Nürnberg“ stammt nach Ausweis der Schrift nicht von Brüger selbst, sondern von dem Kopisten des Planes, ist also eine reine Zuschreibung und kein Indiz für die Urheberschaft Brügers. Hätte Brüger diese Kopie selbst gezeichnet, hätte er diese auch signiert. Ein von Klenze korrigierter Entwurf Brügers existiert ebenfalls nicht. Wenn es diesen gegeben hätte, wäre er, wie der Entwurf Klenzes, zusammen mit dem Schreiben Maximilians in den Fürther Pfarrakten gelandet, was nicht der Fall ist. --[[Benutzer:Veritas|Veritas]] ([[Benutzer Diskussion:Veritas|Diskussion]]) 13:11, 31. Dez. 2025 (CET)
:Vielen lieben Dank Veritas, das ist noch einmal eine ganz tolle Zusammenfassung! Wir sind gerade dabei, uns einen Überblick zu verschaffen und dementsprechend wird der bestehende Artikel noch überarbeitet werden, damit alles richtig dargestellt wird. Am Editieren können Sie sich im Übrigen auch sehr gerne selbst beteiligen, haben Sie da bitte keine Berührungsängste. Wir freuen uns immer über alle fachlich fundierten Korrekturen und Präzisierungen. Guten Rutsch und herzliche Grüße--[[Benutzer:Anmaba|Anmaba]] ([[Benutzer Diskussion:Anmaba|Diskussion]]) 14:58, 31. Dez. 2025 (CET)
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