J. W. Spear & Söhne: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Unternehmen wurde jedoch von den Söhnen Carl und Wilhelm Spear fortgeführt und [[1894]] trat die Witwe Sophie als Teilhaberin ein. Ab [[1898]] begann man mangels Expansionsmöglichkeiten in der Königswarter Straße, Teile der Produktion in ein neues Industriegebiet nach [[Nürnberg]], [[Höfener Straße]] 91, zu verlagern. Das Fürther Anwesen wurde an den Spielwarengroßhändler Emil Bierer verkauft, der in den ehemaligen Fabrikgebäuden sein Lager einrichtete.<ref>H. Schwarz, M. Faber, Die Spielemacher, J. W. Spear & Söhne, Geschichte einer Spielwarenfabrik, Nürnberg 1997</ref> Ein Enkel von J. W. Spear, Ernst Spear, war einer der besten Schulfreunde von [[Gustav Schickedanz]] auf der [[Königliche Realschule|Königlichen Realschule]]. Auf diese Freundschaft ist es wohl zurückzuführen, dass dieser am [[1. Juli]] [[1913]] bei der Firma ''J. W. Spear & Söhne'' als kaufmännischer Lehrling eintreten konnte.<ref>{{BuchQuelle|Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert (Buch)|Seite=61}}</ref>  
Das Unternehmen wurde jedoch von den Söhnen Carl und Wilhelm Spear fortgeführt und [[1894]] trat die Witwe Sophie als Teilhaberin ein. Ab [[1898]] begann man mangels Expansionsmöglichkeiten in der Königswarter Straße, Teile der Produktion in ein neues Industriegebiet nach [[Nürnberg]], [[Höfener Straße]] 91, zu verlagern. Das Fürther Anwesen wurde an den Spielwarengroßhändler Emil Bierer verkauft, der in den ehemaligen Fabrikgebäuden sein Lager einrichtete.<ref>H. Schwarz, M. Faber, Die Spielemacher, J. W. Spear & Söhne, Geschichte einer Spielwarenfabrik, Nürnberg 1997</ref> Ein Enkel von J. W. Spear, Ernst Spear, war einer der besten Schulfreunde von [[Gustav Schickedanz]] auf der [[Königliche Realschule|Königlichen Realschule]]. Auf diese Freundschaft ist es wohl zurückzuführen, dass dieser am [[1. Juli]] [[1913]] bei der Firma ''J. W. Spear & Söhne'' als kaufmännischer Lehrling eintreten konnte.<ref>{{BuchQuelle|Gustav Schickedanz und sein Jahrhundert (Buch)|Seite=61}}</ref>  


[[1932]] wurde die Produktion wegen des Erstarkens der Nationalsozialisten von Fürth nach England verlegt. Die Produktion in Nürnberg lief noch, bis sie durch Bombenangriffe im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zerstört wurde, wurde später aber wieder weitergeführt. [[1953]] brachten ''J. W. Spear & Sons'' in Großbritannien das bekannte Spiel ''Scrabble'' heraus. Spear übernahm am [[1. Juli]] [[1981]] die Anteile der Eigentümer der [[Spielefabrik L. Kleefeld & Co.]] und integrierte Produktionsanlagen von Kleefeld in die Fabrik in der Höfener Straße. Die Zusammenarbeit mit Kleefeld dauerte nur drei Jahre. Als die in Enfield bei London ansässige Spear-Muttergesellschaft wegen des stagnierenden Marktes beschloss, ihr Nürnberger Stammhaus [[1984]] zu schließen, gab Francis Spear die Anteile an Kleefeld zurück.<ref>Karl Arnold: ''Spiele mit dem Kleeblatt. Die Fürther Spielefabrik Ludwig Kleefeld & Co. - Klee-Spiele -''. In: Fürther Geschichtsblätter, Ausgabe 4/2018, S. 139</ref> [[1997]] schließlich wurde die Firma von Mattel übernommen.
[[1932]] wurde die Produktion wegen des Erstarkens der Nationalsozialisten von Fürth nach England verlegt. Die Produktion in Nürnberg lief noch, bis sie durch Bombenangriffe im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zerstört wurde, wurde später aber wieder weitergeführt. Im Jahr 1938 wurde das Unternehmen zwangsarisiert. Käufer des Unternehmens war der Besitzer des Foto-Händlers [[Photo Porst|Hanns Porst]]. In einem Resitutionsverfahren im Jahr 1950 gab Porst das Unternehmen 1950 an die Witwe zurück. Der ehem. Eigentümer Herrmann Spear war bereits 1943 im KZ Auschwitz ermordet worden.
 
[[1953]] brachten ''J. W. Spear & Sons'' in Großbritannien das bekannte Spiel ''Scrabble'' heraus. Spear übernahm am [[1. Juli]] [[1981]] die Anteile der Eigentümer der [[Spielefabrik L. Kleefeld & Co.]] und integrierte Produktionsanlagen von Kleefeld in die Fabrik in der Höfener Straße. Die Zusammenarbeit mit Kleefeld dauerte nur drei Jahre. Als die in Enfield bei London ansässige Spear-Muttergesellschaft wegen des stagnierenden Marktes beschloss, ihr Nürnberger Stammhaus [[1984]] zu schließen, gab Francis Spear die Anteile an Kleefeld zurück.<ref>Karl Arnold: ''Spiele mit dem Kleeblatt. Die Fürther Spielefabrik Ludwig Kleefeld & Co. - Klee-Spiele -''. In: Fürther Geschichtsblätter, Ausgabe 4/2018, S. 139</ref> [[1997]] schließlich wurde die Firma von Mattel übernommen.


Am Rande der Spielwarenmesse im Jahr 2018 wurde die vom Urenkel des Firmengründers, [[Francis Spear]] (geb. 17.6.1931 in Fürth, gest. 13.12.2020 in Hertford/Großbritannien), zusammengetragene Sammlung von über 2000 Gesellschaftsspielen dem Deutschen Spielearchiv Nürnberg übergeben.<ref>Wolfgang Heilig-Achneck: Einzigartiger Schatz bereichert Nürnberger Sammlung. In: Nürnberger Nachrichten vom 3. Februar 2018</ref>
Am Rande der Spielwarenmesse im Jahr 2018 wurde die vom Urenkel des Firmengründers, [[Francis Spear]] (geb. 17.6.1931 in Fürth, gest. 13.12.2020 in Hertford/Großbritannien), zusammengetragene Sammlung von über 2000 Gesellschaftsspielen dem Deutschen Spielearchiv Nürnberg übergeben.<ref>Wolfgang Heilig-Achneck: Einzigartiger Schatz bereichert Nürnberger Sammlung. In: Nürnberger Nachrichten vom 3. Februar 2018</ref>
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