Denkmal der Ludwigsbahn
Das Denkmal der Ludwigseisenbahn wird oft auch: Eisenbahn-Denkmal genannt.
Geschichte
Der Beschluss über die Errichtung eines Denkmals wurde zum 50-jährigen Jubiläum der Ludwigseisenbahn im Jahr 1885 gefasst. Es wurde von Professor Heinrich Schwabe (1847-1907) entworfen und am 16. Oktober 1890 feierlich am Nürnberger Plärrer enthüllt. Seitdem wechselte es mehrmals seinen Standort (siehe Standortwechsel), heute ist es am U-Bahnhof Bärenschanze in Nürnberg zu finden.
Gestaltung und Symbolik
Das Denkmal zeigt die Städte Nürnberg und Fürth personifiziert als Furthica und Norimberga sitzend jeweils in Richtung ihrer Städte blickend (am heutigen Standort). Auf dem Obelisk ist der Genius mit dem Flügelrad zu sehen, darunter zwei Reliefs des alten und des (damals) neuen Verkehrs.
Am Denkmal befindet sich in goldenen Lettern die Inschrift:
Unter König Ludwig I.
wurde die erste mit Damf betriebene
Eisenbahn Deutschlands
eröfnet zwischen
Nürnberg und Fürth
MDCCCXXXV
Standortwechsel
Im Oktober 1890 unter Beisein der Münchner Prominenz feierlich enthüllt, musste das Denkmal bereits 1927 dem Straßenbahn-Gleisbau am Plärrer weichen. Die Pläne, das Denkmal direkt auf der Stadtgrenze zu platzieren, scheiterten am Widerstand der Fürther Baubehörden. 1930 schließlich wurde es dort doch aufgestellt, jedoch nur auf Nürnberger Boden, ohne große Feierlichkeiten und ohne Fürther Gäste, denn die hatte man von Nürnberger Seite aus gar nicht erst eingeladen.
Als 1981 im Zuge des Umbaus der Auffahrt zum Frankenschnellweg und des Neubaus der U-Bahn-Hochtrasse das Denkmal abermals im Weg war, kam es erneut zum Streit zwischen beiden Städten. Die Nürnberger empfahlen den Fürthern, das Denkmal vor dem Fürther Hauptbahnhof aufzustellen - mit der Begründung, Fürth habe stets die Aktienmehrheit an der Ludwigsbahn-Gesellschaft gehalten. Fürth wollte das Denkmal jedoch nicht und so wurde es in die Auffahrtsschleife des Frankenschnellwegs gestellt, wo noch heute das abrupte Ende eines steinernen Weges den Standort des Denkmales erkennen lässt.
Heute schließlich findet sich das Eisenbahn-Denkmal an repräsentativerem Standort an der U-Bahnhaltestelle Bärenschanze in Nürnberg.
Literatur
- A. Glocker: Nürnberger neueste Kunstdenkmäler. Nürnberg, 1890
- Helmut Häußler: Brunnen, Denkmale und Freiplastiken in Nürnberg. Eine Bestandsaufnahme. Brunnen der reichsstädtischen Zeit, Brunnen des 19. und 20. Jh., zeitgenössische Brunnenkunst; Denkmale mit Erinnerungs- und Würdigungscharakter, plastische Werke mit symbolischem und schmückendem Charakter, Gartenfiguren des 17. und 18. Jh.. Nürnberg: Albert Hofmann, 1977, 131 S., ISBN 3-87191-036-8 , hier: S. 28 f.
- Kurt Müller: Gerühmt, verbannt und wiederentdeckt. Die komplizierte Geschichte des Kunstbrunnens zur Erinnerung an die erste deutsche Eisenbahn [„Der Eisenbahnbrunnen“]. In: Nürnberger Altstadtberichte, Hrsg.: Altstadtfreunde Nürnberg e. V., Heft 16 (1991), S. 47-68
- Markus Vogt: Ludwigseisenbahn-Denkmal. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Internet
Siehe auch
Bilder
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Auf dem Obelisk am Denkmal der Ludwigsbahn ist der Genius mit dem Flügelrad zu sehen. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Denkmal der Ludwigsbahn am heutigen Standpunkt, fotografiert von der "Fürther Seite" (Westen). Urheber: Felix Geismann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Die anmutige Furthica mit Lorbeerkranz und Stadtwappen am Denkmal der Ludwigsbahn. Urheber: Felix Geismann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Die beschwerliche Reise mit der Kutsche durch einen finsteren Wald mit vom Leben gezeichneten ... Die beschwerliche Reise mit der Kutsche durch einen finsteren Wald mit vom Leben gezeichneten Gestalten.
Urheber: Felix Geismann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Furthica (links, Richtung Fürth blickend) und Nuremberga (rechts, Richtung Nürnberg blickend) ... Furthica (links, Richtung Fürth blickend) und Nuremberga (rechts, Richtung Nürnberg blickend) einander abgewandt und trotzdem verbunden durch die Ludwigseisenbahn.
Urheber: Felix Geismann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Abbau des Denkmals der Ludwigsbahn, Juni 1993 Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 4.0Wanderorden des DAV anlässlich des 4. Internationalen Volkswandertages 1974, Metall, Motiv „50. ... Wanderorden des DAV anlässlich des 4. Internationalen Volkswandertages 1974, Metall, Motiv „50. Jubiläum Erste deutsche Eisenbahn“ bzw. „Denkmal der Ludwigsbahn“
Urheber: Deutscher Alpenverein Sektion Fürth
Lizenz: CC BY-SA 3.0Das Denkmal der Ludwigsbahn am 3. Standort, nahe des Frankenschnellwegs. Juli 1969 Urheber: Klaus-Peter Schaack
Lizenz: CC BY-SA 3.0Denkmal der Ludwigsbahn am Standort Stadtgrenze. Rechts im Hintergrund ist das Eingangsportal des ... Denkmal der Ludwigsbahn am Standort Stadtgrenze. Rechts im Hintergrund ist das Eingangsportal des Höfener Tunnels erkennbar. Historische Postkarte, 1950er Jahre, gelaufen 1958
Urheber: Fritz Lauterbach Ansichtskartenverlag
Lizenz: CC BY-SA 3.0Blick über die Stadtgrenze, im Hintergrund das ehem. Denkmal der Ludwigseisenbahn und ein Grenzstein ... Blick über die Stadtgrenze, im Hintergrund das ehem. Denkmal der Ludwigseisenbahn und ein Grenzstein zwischen den beiden Städten - gleichzeitig Hinweisschild der US-Army, ngl. ca. 1950
Urheber: unbekannt
Lizenz: CC BY-SA 4.0Das älteste deutsche Bahnwärterhaus, ehemals an der Stadtgrenze, im Hintergrund das später versetzte ... Das älteste deutsche Bahnwärterhaus, ehemals an der Stadtgrenze, im Hintergrund das später versetzte Denkmal der Ludwigseisenbahn, 1934
Urheber: Fritz Wolkenstörfer
Lizenz: Bildlizenz-StadtarchivErsatzmünze der Ludwigseisenbahn, 1921, 150 Pfennig, Aluminium, Motiv Denkmal der Ludwigsbahn Urheber: Ludwigseisenbahn
Lizenz: CC BY-SA 3.0