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sollten,24 fiel Luthers Aufforderung auf fruchtbaren Boden, und zwar nicht nur in größeren Städten, sondern auch in Kleinstädten und Dörfern. „So entstanden neben den Lateinschulen … auch die ‚Teutschen Schulen‘, die dem neuen Bedürfnis breiter Bevölkerungsschichten nach elementarem Unterricht entgegenkamen.“25 Ein weiterer Impuls zur Verbreitung von Bildung kam nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges durch die Aufklärung, die das Spätmittelalter wie bereits der Humanismus der Renaissance als Epoche der Dunkelheit und des Aberglaubens betrachtete und das Licht der Erkenntnis in den Vordergrund rückte, von dem schon in der antiken griechischen Philosophie die Rede gewesen war. Der Begriff Aufklärung hatte vor allem erkenntnistheoretische Bedeutung und meinte, sich durch Beobachtungen, Studien und gegebenenfalls auch Experimente Klarheit über Sachverhalte in der Natur und der Gesellschaft zu verschaffen und sich dadurch selbst und andere zu erleuchten. Mit dieser erkenntnistheoretischen Ausrichtung war zugleich die Gründung wissenschaftlicher Akademien (Académie francaise in Paris 1635, Royal Society in London 1660, Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin 1700, Russische Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg 1724, Bayerische Akademie der Wissenschaften in München 1759) sowie die Erstellung und Veröffentlichung umfassender Enzyklopädien, kürzer gefasster Lexika und zahlreicher wissenschaftlicher Journale verbunden, um das Wissen und die Erkenntnisse zu sammeln und möglichst weit zu verbreiten. Der Begriff Aufklärung wurde schließlich 1784 von Immanuel Kant (17271804) als Heraustreten des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit definiert und mit der Aufforderung verbunden: „Wage es, weise zu sein!“.26 Nachdem Fürth - das mit Ausnahme der ab 1528 durch den Dompropst von Bamberg und den Markgrafen von Ansbach als Territorialherren angesiedelten Einwohner/innen jüdischen Glaubens27 aufgrund der für die örtliche Kirche seit 1517 in Nürnberg liegenden Kirchenrechte mit dem Anschluss Nürnbergs an die Reformation 1525 ebenfalls protestantisch geworden28 und durch kroatische Truppen der katholischen Liga während des von 1618 bis 1648 dauernden Dreißigjährigen Krieges 1634 bis auf die aus Stein bestehenden Gebäude der von 1100 bis 1480 in drei Bauabschnitten errichteten Kirche St. Michael, der 1617 errichteten ersten Synagoge und des 1627 errichteten ersten Geleitshauses des Amtmannes des Markgrafen von Ansbach niedergebrannt worden war29 - gab es nach einer Phase des Wiederaufbaus und einer von 2.000 Personen im Jahr 1648 auf 3.500 Personen im Jahr 1700, auf 6.000 Personen im Jahr 1750 und auf 12.000 Personen im Jahr 1806 steigenden Einwohnerzahl30 ab dem Jahr 1700 in Fürth nachweislich folgende Schulen:

24Vgl.: Ebd., S.398f. 25Ebd., S.400. 26Vgl. dazu den Artikel Aufklärung, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 07.07.2017. 27Vgl dazu: Barbara Ohm, Geschichte der Juden in Fürth, Fürth 2014, Kapitel Erste Aufnahme von

Juden im 16. Jahrhundert, S.10-21 und Kapitel Etablierung der Jüdischen Gemeinde im 17. Jahrhundert, S.22-31. Im Jahr 1604 lebten in Fürth 321 christliche und 22 jüdische Familien. 1607 wurde an der südwestlichen Grenze der damaligen Bebauung ein jüdischer Friedhof eingerichtet und 1617 in der Nähe des Marktplatzes die erste Synagoge errichtet. 28Vgl.: Barbara Ohm, Fürth, Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.28f. und S.51f. 29Vgl.: Ebd., S.58f. und zu den Baujahren der Kirche St. Michael, des ersten Geleitshauses und der ersten jüdischen Synagoge ebd., S.30, S.47 und S.70. 30Vgl. zu den Einwohnerzahlen: Stadt Fürth, Amt für Statistik und Wahlen (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 2004 der Stadt Fürth, Stadt Fürth 2005, S.33, Tabelle 3.1, Die Entwicklung des Bevölkerungsstandes nach dem jeweiligen Gebietsstand.

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