Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/59

Version vom 5. Juni 2024, 20:28 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „Gemeinde Ronhof/Kronach einen weiteren Eingemeindungsversuch erneut abgelehnt.248 Durch die Eingemeindung 1927 wuchs die Fläche des Stadtgebiets um 271 ha von…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

Gemeinde Ronhof/Kronach einen weiteren Eingemeindungsversuch erneut abgelehnt.248 Durch die Eingemeindung 1927 wuchs die Fläche des Stadtgebiets um 271 ha von 4.190 ha auf 4.461 ha.249 Insgesamt stieg die Anzahl der Einwohner/innen von 68.310 Personen 1919 auf 72.391 Personen 1925 und auf 80.300 Personen 1932 oder um 17,55 %,250 ohne dass es in der Stadt zu größeren Wohnungsbauaktivitäten kam. Vielmehr beschränkte sich der eher bescheidene Wohnungsbau auf bestimmte soziale Gruppen wie Kriegsteilnehmer (Kriegerheimstätten am Kavierlein in der Wiesen-, Widder- und Georgenstraße oder die auf einer Stiftung von Alfred Nathan und Sigmund Schwarzenberger beruhenden und zwischen 1920 und 1928 erbauten Häuser für kinderreiche Kriegsteilnehmer in der Stiftungs-, Pfeifer- und Würzburger Straße) bzw. auf staatlich geförderten Wohnungsbau durch die Baugenossenschaft Eigenes Heim auf der Schwand, den Bauverein mit den zwischen 1921 und 1931 errichteten Häusern in der Albrecht- und Quäkerstraße und die Baugenossenschaft Volkswohl mit den ab Ende der 1920er Jahre errichteten Häusern in der Ludwig-, Kaiser-, Simon- und Schwabacher Straße. 251 „Bei der Reichswohnungszählung von 1929 wurde auch ein Fehlen von 1800 Wohnungen in Fürth festgestellt.“252 Insgesamt erreichte die wirtschaftliche Entwicklung in Fürth trotz der nach der Währungsreform 1923/24 einsetzenden Phase der wirtschaftlichen Stabilisierung nur langsam wieder das Vorkriegsniveau, da die ausländischen Absatzmärkte weggebrochen waren. So erzielte beispielsweise die örtliche Spielwarenindustrie 1925 nur 50 % der Vorkriegsproduktion. Neben dem Wegfall der Exportmärkte mussten sich die einst dominante Spiegelindustrie und die dazu gehörenden Spiegelrahmenhersteller auch damit auseinandersetzen, dass die Ausstattung mehrerer Zimmer mit Spiegeln in einer Wohnung aus der Mode gekommen war und stattdessen Fensterglas, Glas für Autound Wagenscheiben sowie Montagegläser gefragt waren. Während die Spiegelrahmenhersteller auf Garderobenmöbelproduktion umstellten, führten die Innovations-, Rationalisierungs- und Konzentrationsprozesse in der Spiegelindustrie erst 1932 zu einem Erfolg, als in Fürth unter maßgeblicher Beteiligung von Otto Seeling (18911955) die Deutsche Tafelglas Gesellschaft AG als Vereinigung mehrerer Glasverarbeitungsunternehmen gegründet wurde. Ähnlich erging es der 1890 als Goldschlägerei gegründeten Firma Leonhard Kurz, die bei Kriegsbeginn einen Exportrückgang um 80 % erlitten, 1923 zusammen mit anderen Herstellern die Vereinigten Blattgoldfabriken als Einkaufs- und Verkaufsorganisation gebildet und bis 1932 ein 1919 erworbenes Rollendruckpatent soweit verbessert hatte, dass damit das Gold direkt auf eine Trägerbandrolle gedampft werden konnte.253 Der mit den veränderten wirtschaftlichen 248Vgl.: Ebd., S.291f. 249Vgl.: Stadt Fürth, Amt für Statistik und Wahlen (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 2004 der Stadt Fürth,

Stadt Fürth 2005, Tabelle 2.6, Entwicklung des Stadtgebietes, S.25. 250Vgl.: Stadt Fürth, Amt für Statistik und Wahlen (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 2004 der Stadt Fürth,

Stadt Fürth 2005, S.33, Tabelle 3.1, Die Entwicklung des Bevölkerungsstandes nach dem jeweiligen Gebietsstand. 251 Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.288 und Gerd Walther, Hartmut Beck, Bild und Erinnerung. Fürther Luftaufnahmen 1916 bis 1945, Nürnberg 1998, S.62 und S.102. 252Gerd Walther, Hartmut Beck, Bild und Erinnerung. Fürther Luftaufnahmen 1916 bis 1945, Nürnberg 1998, S.62. 253Vgl.: Barbara Ohm, Fürth. Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.293-296. Reibungsloser verliefen dagegen die Innovations-, Rationalisierungs- und Konzentrationsprozesse bei der Firma Eckart - die bereits vor der Jahrhundertwende von der Blattgold- auf die Bronzefarbenfabrikation übergegangen war, 1923 die Produktion von Bronzepulver auf Aluminiumpulver umstellte, das aufgrund der Deckfähigkeit und Lichtreflexion für Farben- und Lacke vielseitig verwendbar war, und bis 1928 auch Verkaufslager in Berlin, Leipzig, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München eröffnete - sowie bei den in Fürth ansässigen Großbrauereien. So vergrößerte sich die Brauerei Humbser

59