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die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 fortan die Anzahl jüdischer Schüler/innen an weiterführenden Schulen sowie die Anzahl jüdischer Student/innen an Hochschulen auf den Prozentsatz, der dem Anteil an der Gesamtbevölkerung entsprach, und damit auf 1,5 Prozent.343 Nachdem die Nationalsozialisten den von der Zweiten Arbeiter-Internationale 1889 in Paris als Welttag der Arbeit propagierten 1. Mai im Jahr 1933 in Deutschland zu einem arbeitsfreien Feiertag und Tag der nationalen Arbeit gemacht und sich alle Gewerkschaften an den Aufmärschen und Veranstaltungen beteiligt hatten, wurden sie am 2. Mai 1933 zerschlagen, indem die SA alle Gewerkschaftshäuser besetzte und die Vermögen beschlagnahmte. Am 10. Mai 1933 erfolgte die Gründung der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront (DAF), deren Führer Robert Ley (1890-1945 durch Selbstmord kurz vor Beginn der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse) wurde. Führer der Angestelltenverbände wurde der 1902 in Fürth geborene Gauleiter von DanzigWestpreußen, Albert Forster,344 der als gelernter Bankkaufmann von Februar 1928 bis Anfang Oktober 1930 beim Deutschen Handlungsgehilfenverband (DHV) zuerst in Nürnberg und dann in Hamburg tätig gewesen war.345 Aufgrund der Stimmenthaltung bei der Wahl von Franz Jakob zum Oberbürgermeister am 27. April 1933 wurden in Fürth die Stadträte der SPD am 10. Mai 1933 von der Ausübung ihrer Mandate ausgeschlossen. Auf die wachsende Unterdrückung reagierten die Stadtratsfraktion und der Kreisverband der SPD am 12. Mai 1933 mit der Selbstauflösung. Nach einem Erlass von Reichsinnenminister Wilhelm Frick (18771946 durch Vollstreckung eines Todesurteils nach dem Nürnberger Kriegsverbrecherprozess) an die Landesbehörden wurden am 22. Juni 1933 reichsweit zahlreiche Funktionäre, Landtags- und Reichstagsabgeordnete der SPD verhaftet,346 darunter am 30. Juni 1933 auch zehn Vorstandsmitglieder der SPD in Fürth, die am 3. Juli 1933 zu-

befand sich keine in Franken und lediglich eine im rechtsrheinischen Bayern (Neubeuern) und zwei in Württemberg (Backnang und Rottweil). Von den zehn zwischen 1937 bis 1941 geplanten Adolf-Hitler-Schulen (AHS), die der Hitlerjugend und der Deutschen Arbeitsfront unterstanden, eine Schuldauer von sechs Jahren ab Vollendung des 12. Lebensjahres umfassten und nach erfolgreicher Reifeprüfung jede Laufbahn in Partei oder Staat öffnen sollten, war eine in Franken (Hesselberg) vorgesehen. Da die AHS-Bauvorhaben durch die bei Kriegsbeginn einsetzende Knappheit an Arbeitskräften und Material ins Stocken gerieten, wurden ab Herbst 1941 an drei Standorten von NS-Ordensburgen (darunter Sonthofen im Oberallgäu) und an drei Standorten mit Schlössern sechs vorläufige AHS-Schulstandorte eingerichtet. Vgl. den Artikel Adolf-Hitler-Schulen, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 05.06.2018. 343Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.204. 344Vgl.: Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933, 2. vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage, Berlin 1990), S.929. 345Vgl.: Dieter Schenk, Hitlers Mann in Danzig. Albert Forster und die NS-Verbrechen in Danzig-Westpreußen, Bonn 2000, S.29. Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband (DHV) war 1893 als Standesorganisation der Handlungsgehilfen gegründet worden und setzte sich für sozialpolitische Verbesserungen wie das eigenständige Angestelltenversicherungsgesetz im Jahr 1911 ein. Da Juden und Freimaurer beim DHV von Anfang an nicht Mitglieder werden konnten, war der Verband grundsätzlich antiliberal und völkisch ausgerichtet. Bis Ende der zwanziger Jahre schlossen sich viele DHV-Mitglieder auch der NSDAP an und wurden von ihr weltanschaulich und praktisch umfassend betreut und unterstützt. 346Vgl.: Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933, 2. vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage, Berlin 1990, S.946.

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