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aller Lehrer in Deutschland dem NSLB an, und von diesen NSLB-Mitgliedern waren zur gleichen Zeit 32,2 % auch Mitglieder der NSDAP.365 Die Hauptaufgabe des NSLB war die politische Schulungsarbeit. „Nachdem es Schemm gelungen war, alle anderen deutschen Lehrerverbände auf die eine oder andere Weise seinem NSLB einzuverleiben, bemühte er sich auch, das politische Schulungsmonopol für seine Organisation zu erreichen. Erst unter seinem Nachfolger an der Spitze des NSLB, Fritz Wächtler (1891-1945), kam es zu einem Abkommen mit dem Reichserziehungsminister, demzufolge dieser am 6. Mai 1936 einen Erlass herausgab, die dem NSLB die weltanschauliche Schulung zugestand… Inzwischen hatte der NSLB in den Gauen des Reiches Schulungslager errichtet und Schulungskurse für Lehrer durchgeführt, bei denen vor allem weltanschauliche Schulung, Wehrsport und Geländesport betrieben wurden.“366 Das Schulungslager des Fürther NSLB befand sich in Forth bei Eschenau/Mittelfranken, wo sich 1936 nach Schuljahresbeginn auch Schüler/innen der damals siebten und achten Klasse des humanistischen Gymnasiums zwei Wochen lang aufhielten.367 Zu dem im Oktober 1936 eingeweihten Schulungslager war der NSLB durch die Übernahme des seit 1913 von den israelitischen Kultusgemeinden Nürnberg und Fürth auf dem Landschloss Büg betriebenen Schullandheims gekommen, nachdem der nationalsozialistische Gemeinderat in Forth am 12. September 1933 den Aufenthalt ortsfremder Juden auf 12 Stunden beschränkt hatte und das Schullandheim noch am selben Tag geräumt worden war.368 Neben dem Erlass zur weltanschaulichen Schulungsarbeit des NSLB vom 6. Mai 1936 veröffentlichte das Reichserziehungsministerium am 10. Juni 1936 auch einen Erlass über den Pflichtenkreis der Lehrer im nationalsozialistischen Staat. Zu dem Pflichtenkreis gehörten die fachliche Weiterbildung, die Teilnahme an weltanschaulichen und fachlichen Schulungen, der Besuch öffentlicher Parteiveranstaltungen, die Übernahme von Parteiaufgaben, die Betreuung der Jugend und die Mitwirkung an den zahlreichen außerschulischen Veranstaltungen.369

Mitglied der Partei waren … Noch höher war der Anteil bei den Ärzten, die zu etwa 45 % in die NSDAP eintraten.“ Siehe dazu auch den Artikel Mitglieder-Aufnahmesperre der NSDAP, in. www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 18.02.2019. Trotz der zum 1. Mai 1933 eingeführten Aufnahmesperre stieg die Anzahl der NSDAP-Mitglieder dank der Ausnahmeregelungen von 850.000 Personen im Januar 1933 auf 2,5 Millionen im Januar 1935. Die Aufnahmesperre wurde 1937 weiter gelockert und der Status als Parteianwärter eingeführt, wodurch die Mitgliederzahl bis 1939 auf 5,3 Millionen Personen stieg, bevor die Aufnahmesperre im Mai 1939 für das Alt-Reich und den Gau Danzig vollständig aufgehoben wurde. Danach wuchs die Anzahl der Parteimitglieder bis 1945 auf 8,5 Millionen Personen. 365Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.177. 366Ebd., S.177f. 367Vgl.: Manfred Mümmler, Fürth 1933-1945, Emskirchen 1995, S. 116. Forth gehört heute zu der im Rahmen der Gebietsreform 1972 geschaffenen Großgemeinde Eckenthal. 368Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 4. Erster Teil: Geschichte der Schulen in Bayern. Epochenübergreifende Spezialuntersuchungen. Zweiter Teil: Geschichte der Universitäten, der Hochschulen, der vorschulischen Einrichtungen und der Erwachsenenbildung in Bayern, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.117. Siehe auch: Martina Schwitalski, Schalom Forth. Jüdisches Dorfleben in Franken, Münster, New York, München, Berlin 2012, S.70-73. 369Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.405. Siehe ergänzend auch die Ausführungen zum Deutschen Beamtengesetz vom 26. Januar 1937, in: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 4. Erster Teil:

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