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Gleichzeitig gab es vor Ort einen erheblichen Lehrermangel. Das Stadtschulamt Fürth meldete der Regierung am 7. September 1945, dass für einen ordentlichen Unterrichtsbetrieb 180 Lehrkräfte benötigt würden, aber nur 56 vorhanden seien.507 Trotzdem war die Wiederaufnahme des Unterrichts nach einer Anfang 1945 begonnenen und neun Monate dauernden Schließung der Schulen auch deshalb wichtig, weil die durch den Nationalsozialismus und die Kriegsauswirkungen verursachten schulischen Defizite offenbar noch gewaltiger ausfielen als der Lehrermangel, weshalb der Regierungspräsident von Ober- und Mittelfranken am 10. Mai 1946 anordnete, dass die Schulfertigkeiten (Rechnen, Schreiben, Lesen) bei allen Schülerinnen und Schülern auch höherer Grundschulklassen mindestens so weit zu fördern seien, dass ein Stand erreicht wird, wie er in der Lehrordnung für das erste Schuljahr verlangt wird.508 Nicht zuletzt aufgrund der automatischen Arretierung vieler Lehrer begann der Unterricht an den höheren Schulen in Fürth erst um die Jahreswende 1945/46. Den Anfang machte am 20. Dezember 1945 die Oberschule für Jungen (Oberrealschule) an der Kaiserstraße in der 1916 errichteten städtischen Schulbaracke Ecke Schwabacher Straße/Jahnstraße, da das eigene Schulgebäude an der Kaiserstraße bis April 1947 zunächst als Militärlazarett und später als Lazarett für in Nürnberg-Langwasser internierte Zivilisten und Generäle diente, die bei den nach dem Hauptkriegsverbrecherprozess in Nürnberg weitergeführten Kriegsverbrecherprozessen angeklagt wurden. 1946 bekam die Oberschule für Jungen (Oberrealschule) dann zwölf Klassenräume in der Volksschule Frauenstraße zugeteilt, bevor das eigene Schulgebäude an der Kaiserstraße nach einer Renovierung ab 2. September 1947 wieder für Unterrichtszwecke genutzt werden konnte.509 Das humanistische Gymnasium an der Königstraße nahm den Unterricht im Januar 1946 ebenfalls nicht im eigenen Schulgebäude, sondern in Nebenzimmern mehrerer Gaststätten auf. Das freigegebene und instandgesetzte Schulgebäude an der Königstraße konnte erst zum Schuljahresbeginn 1946/47 wieder für den Unterricht genutzt werden.510 Mit den größten Unterbringungsproblemen hatte bei der Unterrichtsaufnahme im Januar 1946 allerdings die Mädchenoberschule mit angeschlossener Handelsschule am Tannenplatz zu kämpfen, deren Schulgebäude bei einem Luftangriff am 25. Februar 1944 so beschädigt worden war, dass dort kein Unterricht mehr durchgeführt werden konnte. Das danach im beschädigten Schulgebäude am Tannenplatz untergebrachte Lazarett wurde zwar im Mai 1945 aufgelöst, aber das Gebäude nach einer Instandsetzung bis Januar 1952 als Schule von den Amerikanern genutzt. In dieser Zeit war die Mädchenoberschule mit angeschlossener Handelsschule mit Schichtunterricht von 8.00 bis 18.00 Uhr an mehreren Standorten im Stadtgebiet untergebracht, so im Schulgebäude an der Schwabacher Straße, in einer Baracke des Roten Kreuzes, in einem Raum und in der Turnhalle des TV Fürth 1860 an der Turnstraße, in der Oberschule für Jungen (Oberrealschule) an der Kaiserstraße und im Schulgebäude am Helmplatz. Gleichzeitig fand der Religionsunterricht in der Sakristei der evangelischen Kirche St. Paul statt. Direktorat und Sekretariat der Schule befanden sich in einem kleinen Raum im Rathaus.511 507Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Ge-

schichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.641. 508Vgl.: Ebd., S.643. 509Vgl.: Hardenberg-Gymnasium Fürth (Hrsg.), 175. Schuljahr. Festschrift und Jahresbericht 2007/2008,

Fürth 2008, S.23. 510Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Fest-

jahresbericht, Fürth 1996, S.35. Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.32.

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