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Bauverein Fürth, der Baugenossenschaft Volkswohl und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Fürth eine Arbeitsgemeinschaft der Fürther Baugenossenschaften gegründet worden. die auf einer von der Stadt überlassenen Grundfläche zwischen Flößaustraße, Schwabacher Straße, Kaiserstraße und Hätznerstraße neue mehrgeschossige Wohngebäude errichtete.577 Parallel hatte in der Bundesrepublik Deutschland Anfang der 1950er Jahre auf der Grundlage der stabilisierten Währung, des Marshall-Plans und einer trotz Kriegszerstörungen und Demontagen günstigen Produktionsstruktur mit dem „Korea-Boom“ ein wirtschaftlicher Aufschwung begonnen, der zu hohen jährlichen Wachstumsraten, einer Reduzierung der Arbeitslosenquote (11,0 Prozent 1950, 5,0 Prozent 1955, 1,3 Prozent 1960), einer Erhöhung der Exportquote (9,1 Prozent 1950, 17,2 Prozent 1960) und einem Anstieg des Reallohnindex-Wertes (Basis 1913 = 100) auf rund 200 im Jahr 1960 führte und eine Verdoppelung des Lebensstandards ermöglichte,578 so dass es in der Bevölkerung zu großen Konsumwellen (Fress-, Bekleidungs-, Einrichtungswelle) kam. Zugleich wirkten das 1950 vom Bundestag verabschiedete Erste Wohnungsbaugesetz, mit dem der Wohnungsmangel durch eine staatliche Förderung von „Sozialwohnungen“ im Geschosswohnungsbau flächendeckend angegangen wurde, und das Zweite Wohnungsbaugesetz von 1956, das die finanzielle Förderung des Baus von Einfamilienhäusern vorsah,579 als Konjunkturprogramme, die den wirtschaftlichen Aufschwung über Multiplikator- und Akzelerator-Effekte verstetigten. Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung nahm die Wirtschaft auch in Fürth wieder Fahrt auf und erreichte rasch steigende Produktions-, Verkaufs- und Beschäftigtenzahlen. Dabei etablierten die seit 1927 bzw. 1939 in Fürth ansässigen Firmen Grundig und Metz mit einer 1947/48 aufgenommenen Produktion von Rundfunkgeräten und ab 1950/51 mit einer ergänzenden Produktion von Fernseh- und anderen elektronischen Geräten einen neuen Industriezweig in der Stadt. Daneben entwickelte sich das 1927 von Gustav Schickedanz (1895-1977) gegründete Versandhaus Quelle - das 1949 an der Freiheit zum Präsenzverkauf auch sein erstes Warenhaus einrichtete, 1954 seine Werbebroschüre Neueste Quelle-Nachrichten durch den Quelle-Katalog ersetzte, 1956 an der Fürther Straße in Nürnberg den ersten Bauabschnitt eines großen Versandzentrums fertigstellte, 1957 bereits fünf Millionen Pakete versandte 577Vgl. den Artikel 50 Jahre Arbeitsgemeinschaft Fürther Baugenossenschaften GmbH (Broschüre), in:

www.fuerthwiki.de, hier: Ausdruck vom 25.06.2020. Ergänzend anzumerken ist, dass die Baugenossenschaft Eigenes Heim bereits 1909 zur Errichtung einer Gartenbausiedlung an der Vacher Straße gegründet und in den zwanziger Jahren auch im sozialen Wohnungsbau aktiv war. Der Bauverein Fürth entstand 1938 durch eine Umbenennung des 1898 gegründeten Mieter- und Hausbauvereins. Die Baugenossenschaft Volkswohl war 1920 von Mitgliedern des katholischen Arbeitervereins und der christlichen Gewerkschaften, die Wohnungsbaugesellschaft Fürth im selben Jahr von ehemaligen Teilnehmern des Ersten Weltkrieges gegründet worden. 578Vgl.: Werner Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland 1945-1980, Frankfurt/Main 1983, S.20-24 (Bilanz der Ressourcen), S.94-98 (Der Rekonstruktionsprozess), S.110 (Entwicklung der Arbeitslosenquote) und S.148 (Exportquote). Siehe auch ebd., S.85: „Wirtschaftswachstum ist das zentrale Leitmotiv der westdeutschen Nachkriegsgeschichte. Seit Anfang der fünfziger Jahre der Vorkriegsstand wieder erreicht war, hat sich das Sozialprodukt und damit das Volkseinkommen bis Anfang der achtziger Jahre pro Kopf fast vervierfacht. Die Bundesrepublik versteht sich nicht zuletzt als eine Gemeinschaft zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums und zur Mehrung des materiellen Wohlstands; andere Ziele, die ebenso unbestritten gewesen wären, finden sich wenige.“ 579Vgl.: Hannelore Brunhöber, Wohnen, in: Wolfgang Benz (Hrsg.), Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in drei Bänden, hier: Band 2, Gesellschaft, Frankfurt/Main 1983, S.183-208, hier: S.186189.

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