Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/129

Aus FürthWiki

Version vom 5. Juni 2024, 20:34 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „1919 für die damalige landwirtschaftliche Winterschule errichteten Neubau,590 da die bisherige landwirtschaftliche Berufsschuldauer von zwei Jahren mit dem Sc…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

1919 für die damalige landwirtschaftliche Winterschule errichteten Neubau,590 da die bisherige landwirtschaftliche Berufsschuldauer von zwei Jahren mit dem SchulplichtGesetz vom 2. Januar 1952 der seit 1938 in den übrigen Berufsschulzweigen geltenden Pflichtschuldauer von drei Jahren angeglichen worden war.591 Da nach dem Berufsschulgesetz von 1953 neben landwirtschaftlichen, gewerblichen und kaufmännischen auch hauswirtschaftliche Berufsschulen einzurichten waren, wurde die seit 1912 im Gebäude Pfisterstraße 48 untergebrachte und 1922 von der Stadt Fürth übernommene Frauenarbeitsschule der Schwestern Edelmann, die seit Mai 1947 unter der Bezeichnung Städtische Handarbeits- und Haushaltungsschule mit einjähriger Schuldauer auch Tages- und Abendkurse für Erwachsene angeboten hatte, 1957 in eine ausschließliche Haushaltungsschule umgewandelt.592 In den Prozess der Bewältigung der mit dem Wirtschaftsaufschwung zunehmenden Qualifikationsanforderungen war in der ersten Hälfte der 1950er Jahre auch die Volkshochschule Fürth eingebunden, deren Geschäftsstelle sich bis 1965 in einem Turmzimmer des Rathauses befand und die für ihre Kurse vor allem Räume in den Schulgebäuden an der Helm-, Rosen- und Schwabacher Straße nutzte.593 Da der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft sich entschlossen hatten, ihre Weiterbildungsangebote mit der Volkshochschule Fürth zu koordinieren, übernahm diese ab Herbst 1950 auch die Erwachsenenbildung der Gewerkschaften, so dass 1951 an der Volkshochschule in erster Linie Kurse in Betriebswirtschaft, Buchhaltung und Stenografie besucht wurden. Da von den Kursteilnehmer/innen 66,9 Prozent im Alter von 20 bis 30 Jahren und 19,1 Prozent im Alter von unter 20 Jahren waren,594 warf die Altersstruktur zugleich ein Schlaglicht auf die durch Nationalsozialismus und Krieg hinterlassenen beruflichen Bildungsdefizite,595 die in der nun aufstrebenden Wirtschaft nachträglich zu beseitigen waren. Parallel zu den Anstrengungen bei der beruflichen Bildung wurde in Fürth bis Mitte der 1950er Jahre auch die Wiederherstellung der schulischen Infrastruktur abgeschlossen und die letzte bauliche Kriegshinterlassenschaft beseitigt. Anfang 1952 war dabei der Mädchenoberschule mit angeschlossener Handelsschule wieder das Schulgebäude am Tannenplatz übergeben worden,596 da die seit Mai 1945 dort untergebrachte amerikanische Schule in den fertiggestellten Schulkomplex der in mehreren Bauabschnitten für amerikanische Militärangehörige zwischen 1950 und 1955 errichteten „Kalb-Housing“ gezogen war.597 Im Juli 1952 übergaben die Amerikaner dann den 590Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A bis Z. Ein Geschichts-Lexikon, Textlich unveränderter Neu-

druck der Ausgabe von 1968, Neustadt/Aisch 1984, S.375f. 591Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Ge-

schichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.728. 592Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau des Fürther Schulwesens nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.),

Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.37. 593Vgl.: Volkshochschule Fürth e.V., 40 Jahre VHS 1946-1986, S.30. 594Vgl.: Ebd., S.7f. 595Bei den 20- bis 30-Jährigen im Jahr 1951 handelte es sich um Angehörige der Geburtenjahrgänge

1921 bis 1931, die zwischen 1933 und 1945 entweder einen Teil ihrer Volksschulzeit und ihre gesamte Berufsschulzeit oder sogar die gesamte Volksschulzeit und zumindest einen Teil ihrer Berufsschulzeit in der Zeit des Nationalsozialismus absolviert hatten. 596Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.33. Nach der Übergabe im Januar 1952 musste das Schulmobiliar komplett neu beschafft werden, so dass die Unterrichtsaufnahme erst im März 1952 erfolgen konnte. 597Vgl.: Bernd Jesussek, Sternenbanner und Kleeblatt. Eine Reportage über fünfzig Jahre amerikanische Besatzung und Freundschaft am Beispiel der Stadt Fürth, Fürth 1996, S.66: „Am 4. Januar 1952 wird das amerikanische Schulhaus an der Fronmüllerstraße nach achtmonatiger Bauzeit eröffnet und

129