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Volksschule an der Soldnerstraße termingerecht fertiggestellt war, was zu erheblichem Unmut in der Bevölkerung führte, der sich erst abschwächte, als bei einer Versammlung mit Vertretern des Schulamtes deutlich wurde, dass es sich um eine kurzzeitige Verzögerung handelte. Tatsächlich wurde der erste Bauabschnitt der Schule nach den Weihnachtsferien fertiggestellt und am 11. Januar 1961 eingeweiht.622 1962 kam der zweite Bauabschnitt zum Abschluss, und 1964 wurden in einem dritten Bauabschnitt acht weitere Klassenräume und eine Dreifach-Turnhalle errichtet. Die bei der Teileröffnung im Januar 1961 vom Schulleiter und vom Oberschulrat als modernste Schule in Fürth bezeichnete Volksschule an der Soldnerstraße war mehrfach gegliedert und verfügte über einen Schulkindergarten zur vorschulischen Erziehung der Kinder, über einen konfessionsübergreifenden Gemeinschaftsschulzweig und über einen katholischen Bekenntnisschulzweig. Im Schuljahr 1962/63 wurde die Schule von rund 700 Schüler/innen und nach Abschluss der Wohnungsbaumaßnahmen auf der Hardhöhe im Schuljahr 1967/68 von 1.305 Schüler/innen besucht.623 Zu diesem Zeitpunkt war im Volksschulbereich bereits die seit 1937 geltende 50-Minuten-Unterrichtstunde mit Bekanntmachung zur Auflockerung des Klassenlehrerprinzips vom 20. Juni 1963 durch das Kultusministerium auf eine 45-Minten-Unterrichtsstunde verkürzt und damit der seit 1937 an höheren Schulen geltenden 45-Minuten-Unterrichtsstunden-Regelung angeglichen worden. Die Herabsetzung der Unterrichtsstundendauer im Volksschulbereich hing mit einem Lehrermangel zusammen, der durch eine Auflockerung des Klassenlehrerprinzips ausgeglichen werden sollte, weil die Unterrichtspflicht von 30 Wochenstunden durch das Klassenlehrerprinzip bei vielen Lehrer/innen nicht ausgeschöpft war. „Durch deren volle Ausschöpfung konnten nun zusätzliche Stundenkapazitäten, die die Lehrer in anderen Klassen abzuleisten hatten, gewonnen werden … Um die Zusatzbelastung der Lehrer in Grenzen zu halten, führte man gleichzeitig die 45-Minuten-Unterrichtsstunde ein.“624 Außerdem zog in Fürth im September 1963 die städtische Handelsschule von ihrem bisherigen Standort am Tannenplatz in renovierte Räume der Schulgebäude Helmplatz 4 und 6,625 nachdem bereits 1953 bei der Umwandlung der Mädchenoberschule mit angeschlossener Handelsschule in ein Mädchenrealgymnasium mit Real- und Handelsschule der Gedanke geäußert worden war, die Schulen räumlich zu trennen und die Handelsschule mit einer eigenen Leitung zu versehen.626 Insgesamt war die Zeit nach dem 1950 einsetzenden „Korea-Boom“ nicht nur beim Wohnungsbau, sondern auch bei der Anwendung moderner Industrie und Technik, der schrittweisen Verkürzung der Arbeitszeit von 48 auf 40 Wochenstunden ab 1956,627 622Vgl.: Ebd., S.131-133. 623Vgl.: Ebd., S.134f. 624Max

Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.723f. 625Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.37. 626Vgl.: Hans-Böckler-Schule, städtische Real- und Wirtschaftsschule (Hrsg.), Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum, Fürth 2009, S.19. 627Vgl.: Vorstand der Industriegewerkschaft Metall (Hrsg.), 100 Jahre Industriegewerkschaft Metall. 1891 bis 1991. Vom Deutschen Metallarbeiterverband zur Industriegewerkschaft Metall. Ein Bericht in Wort und Bild, Köln 1991, S.418: „Im Bremer Abkommen von 1956 konnte die Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich von achtundvierzig auf fünfundvierzig Wochenstunden verkürzt werden. Brachte das Bad Sodener Abkommen 1957 eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit von fünfundvierzig auf vierundvierzig Wochenstunden ab 1. Januar 1959, so folgte 1960 in Bad Homburg mit einem Stufenplan der Durchbruch zur Verkürzung auf die Vierzigstundenwoche. Nachdem die letzte Stufe

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