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Zur Unterbringung der am humanistischen Gymnasium an der Königsstraße seit der Einführung eines neusprachlichen Zweiges zum Schuljahr 1962/63 wieder steigenden Neuanmeldungen und Schüler/innenzahlen entstanden auf der 1954 freigeräumten Grundfläche der am Nachmittag des 18. April 1945 nach einem Artilleriebeschuss völlig ausgebrannten Turnhalle 1964 zwei Schulpavillons mit zwei Klassenräumen und zwei kleinen Elternsprechzimmern.657 Gleichzeitig zog die im Juni 1945 eingerichtete und in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit ihren Tages- und Abendkursen im Schneidern, Nähen, Kochen, Waschen, Weben und Servieren besonders wichtige Bildungsstätte für Frauen nach der Einweihung des Neubaus der kaufmännischen Berufsschule an der Theaterstraße/Hirschenstraße 1964 vom Gebäude Pfisterstraße 48 in renovierte Räume des Gebäudes Mathildenstraße 7,658 das 1863 für die damalige Lateinschule errichtet und 1915 den in der Stadt Fürth seit 1914 verbindlich eingeführten Berufsfortbildungsschulen als eigenständiges Gebäude überlassen worden war. Nach der im September 1963 erfolgten räumlichen Trennung der Handelsschule vom Mädchenrealgymnasium beschloss der städtische Schulausschuss im Oktober 1964 auch die organisatorische Trennung der beiden Schulen, die am 1. April 1965 durch eine eigene Schulleitung für die Handelsschule vollzogen wurde.659 Auf übergeordneter Ebene wurde in Bayern ab Mitte 1965 zur Umsetzung des Hamburger Abkommens der erforderliche rechtliche Rahmen in Form von Gesetzen, kultusministeriellen Bekanntmachungen, Richtlinien und Verordnungen geschaffen, die mit der Anpassung an die Bedingungen des modernen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens begründet wurden.660 Die erste rechtliche Regelung war dabei die Bekanntmachung über die Schulreform des höheren Schulwesens in Bayern vom 15. Juni 1965, die zur Neubezeichnung aller höheren Schulen als Gymnasien führte und insgesamt sechs gymnasiale Schultypen umfasste: Neben dem bisherigen Humanistischen Gymnasium, das Neusprachliche Gymnasium anstelle des Realgymnasiums, das Mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium anstelle der Oberrealschule, das Musische Gymnasium anstelle der Deutschen Oberschule, das Wirtschaftsgymnasium anstelle der Wirtschaftsoberrealschule und das Sozialwissenschaftliche Gymnasium für Mädchen. Außerdem kam es an Gymnasien zur Einführung eines zusätzlichen freiwilligen Ergänzungsunterrichts in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, falls bei Schüler/innen Übergangsprobleme vom Volksschulunterricht zum Gymnasialunterricht bestanden.661 Im Jahr 1967 wurde an Gymnasien noch die Möglichkeit einer Nachprüfung eingeführt, falls Schüler/innen das Klassenziel nicht erreicht hatten.662 1.270, 1958 = 1.273, 1959 = 1.315, 1960 = 1.419, 1961 = 1.401, 1962 = 1.517, 1963 = 1.472, 1964

1.499, 1965 = 1.344, 1966 = 1.369, 1967= 1.370, 1968 = 1.201, 1969 = 1.125, 1970 = 951, 1971

934, 1972 = 950, 1973 = 876 und 1974 = 898 Lebendgeborene zu verzeichnen. Der einzige Unterschied zur Entwicklung in der Bundesrepublik war, dass der „Baby-Boom“ in Fürth zwei Jahre früher (1956) einsetzte und ein Jahr früher (1969) auslief. 657Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.40. 658Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau der Fürther Schulen nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.38. 659Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.37. 660Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.750. 661Vgl.: Ebd., S.772. 662Vgl.: Ebd., S.774.

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