Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/157

Version vom 5. Juni 2024, 20:36 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „In Fürth war die Einführung des neunten Schuljahres und des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses sogleich mit einer Veränderung im Berufsschulwesen verbun…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

In Fürth war die Einführung des neunten Schuljahres und des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses sogleich mit einer Veränderung im Berufsschulwesen verbunden, da die seit 1912 im Gebäude Pfisterstraße 48 untergebrachte und 1922 von der Stadt Fürth übernommene Frauenarbeitsschule der Schwestern Edelmann, die seit Mai 1947 unter der Bezeichnung Städtische Handarbeits- und Haushaltungsschule mit einjähriger Schuldauer auch Tages- und Abendkurse für Erwachsene angeboten hatte, 1957 eine ausschließliche Haushaltungsschule geworden und 1964 vom Gebäude Pfisterstraße 48 in das Schulgebäude Mathildenstraße 7 verlegt worden war, im September 1971 in eine zweijährige Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege umgewandelt wurde.712 Nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 5. Juli 1968, die Ingenieursschulen und Akademien in Fachhochschulen umzuwandeln und das Schulwesen durch zweijährige Fachoberschulen zu ergänzen, wurden in Bayern zu Beginn des Schuljahres 1970/71 insgesamt 50 Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) eingerichtet, darunter auch eine in der Stadt Fürth, die anfangs über 143 Schüler/innen und im Schuljahr 1973/74 schon über 291 Schüler/innen verfügte. Die Klassen waren allerdings bis zur Bereitstellung eines eigenen Gebäudes vorerst in Berufsschulgebäuden untergebracht,713 wobei die offizielle Adresse der örtlichen FOS/BOS zunächst Fichtenstraße 9 und damit der Standort der gewerblichen Berufsschule mit gewerblicher Berufsaufbauschule war. Die mit den Fachoberschulen verknüpften Berufsoberschulen waren das Ergebnis einer bildungspolitischen Diskussion, die in Bayern nach den 1959 durch eine Richtlinie des Kultusministeriums eingeführten, in Fürth damals sofort umgesetzten und 1960 durch den Landtag gesetzlich geregelten Berufsaufbauschulen eingesetzt und auf die Durchlässigkeit der beruflichen Schulen bis zur Hochschulreife abgezielt hatte.714 Mit nachweisen konnten. „Mit der Institutionalisierung des 9. Schuljahres und dem Angebot eines Qualifizierenden Hauptschulabschlusses wurden vier wesentliche Schwerpunkte einer neuen anspruchsvollen Hauptschule angestrebt: - die pflichtmäßige Verankerung der Fächer Englisch und Arbeits- und Soziallehre, - eine Leistungsdifferenzierung in A- und B-Kurse mit qualitativer Differenzierung in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Physik/Chemie, - Angebote von praktischen, berufsbezogenen Wahlpflichtfächern, - Arbeitsgemeinschaften in musischen Fächern (…).“ Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.788f., Zitat S.789 (Hervorhebungen Dr. RR). 712Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau der Fürther Schulen nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier:, S.37. Siehe auch: Renate Trautwein, Die Entwicklung der privaten Frauenarbeitsschule der Geschwister Edelmann zur Berufsfachschule (Fachrichtung Hauswirtschaft/Kinderpflege) in der Staatlichen Berufsschule I in Fürth/Bayern und zur Bildungsstätte für Frauenarbeit an der VHS Fürth. Studienarbeit an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg 2005, S.19. 713Vgl.: Max Eichler, Der Wiederaufbau der Fürther Schulen nach 1945, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.30-42, hier: S.40. 714Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S. 980f.: Um die Durchlässigkeit der beruflichen Schulen bis zur Hochschulreife zu ermöglichen, war es in Bayern 1961 und 1962 zur Gründung von Abendkollegs in München und Nürnberg gekommen, die einen mittleren Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzten und zur allgemeinen Hochschulreife führten. Angeregt durch das Modell der Technischen Oberschule in Stuttgart, stellte die SPD-Landtagsfraktion am 25. November 1965 den Antrag, auch in Bayern Möglichkeiten

157