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den 1969 in München als Schulversuch begonnenen und 1970 an weiteren Orten als Schulversuch eingeführten Berufsoberschulen wurde in Bayern die bereits im dritten, auf Anweisung der amerikanischen Militärregierung entstandenen und dieser am 31. Januar 1948 übersandten Schulreformplan von Kultusminister Hundhammer für den Zweig A (Volks- und Berufsschulen) vorgesehene Sonderreifeprüfung für ein Hochschulstudium ermöglicht. Außerdem waren durch die 1968 stattgefundenen massiven Proteste der Studierenden der Ingenieursschulen die im dritten Schulreformplan von Kultusminister Hundhammer für den Zweig B vorgesehenen und den allgemeinbildenden Fachmittelschulen folgenden Fachoberschulen nach über 20 Jahren umgesetzt worden.715 Im Gegensatz zu den Berufsoberschulen, die den verlängerten Arm der Berufsaufbauschulen bildeten, waren die 1970 in Bayern eingeführten Fachoberschulen trotz der mit dem Gesetz über das berufliche Schulwesen vom 15. Juni 1972 erfolgten Zuordnung zum beruflichen Schulwesen im Prinzip eher allgemeinbildende Schulen, weil sie selbst keinen direkten Berufsabschluss vermittelten, sondern dieser nur durch eine anschließende verkürzte betriebliche Berufsausbildung oder durch ein mindestens vierjähriges Studium an einer Fachhochschule erworben werden konnte. Gleichwohl waren und blieben die Fachoberschulen der einzige Schultyp in Bayern, in dem die einst von der amerikanischen Militärregierung gewünschte Ergänzung des Unterrichts durch allgemeine Berufserfahrungen am stärksten ausgeprägt war, da in der 11. Jahrgangsstufe ein halbes Jahr fachpraktischer Unterricht (Vollzeitpraktikum) und ein halbes Jahr fachtheoretischer Unterricht erfolgte. Daneben konnten Schüler/innen, die über eine mittlere Reife und eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten, sich den Besuch der fachpraktischen und fachtheoretischen 11. Jahrgangsstufe der FOS ersparen und sogleich in die zur Fachhochschulreife führende 12. Jahrgangsstufe eintreten.716 Diese Schüler/innen waren übrigens die einzigen, die nach einem gescheiterten Fachhochschulstudium nicht ohne einen Berufsabschluss dastanden.

zu schaffen, um von der Berufsaufbauschule (BAS) in eine Oberschule wechseln und dort eine Hochschulreife erwerben zu können. Nach Verhandlungen mit der Technischen Universität München, die Kultusminister Huber Mitte 1967 eingeleitet hatte, beschloss der kulturpolitische Landtagsausschuss am 17. Januar 1968, als Schulversuch eine Berufsoberschule als höhere Berufsfachschule zur Erlangung einer fachgebundenen Hochschulreife mit der Berechtigung zum Studium des Diplom-Ingenieurs und des Lehramtes einzurichten. Durch weitere Verhandlungen mit der Stadt München wurde mit kultusministerieller Bekanntmachung vom 26. April 1969 die erste bayerische Berufsoberschule in München als Schulversuch etabliert. Ab 1970 wurden Berufsoberschulen als Schulversuch auf weitere Standorte in Bayern ausgedehnt. Die Festschreibung als Regelschultyp erfolgte mit dem Gesetz über das berufliche Schulwesen vom 15. Juni 1972. „Die BOS bildet als berufliche Schule die Brücke zwischen verschiedenen Formen mittlerer Schulabschlüsse und einer abgeschlossenen Berufsausbildung einerseits und wissenschaftlichen Hochschulen andererseits“ (Ebd., S.981). Ergänzend anzumerken ist, dass es Berufsoberschulen nicht in allen Bundesländern, sondern nur in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt. 715Die 1970 in Bayern eingeführten Fachoberschulen unterschieden sich von den im dritten Schulreformplan von Kultusminister Hundhammer aus dem Jahr 1948 vorgesehenen Fachoberschulen durch eine kürzere Schuldauer (zwei statt drei Jahre), weil die Schuldauer an Realschulen 1970 mit vier Jahren um ein Jahr länger ausfiel, als 1948 im dritten Schulreformplan mit drei Jahren vorgesehen. 716Vgl. zur Unterrichtskonzeption der Fachoberschulen in der 11. und 12. Jahrgangsstufe: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S. 984.

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