für die Erweiterung des Volksschulgebäudes in Sack wegen der Lage in der Einflugschneise des Flughafens Nürnberg hinzukamen, wurde schließlich ein dreigeschossiger Schulneubau an der Seeacker Straße mit 13 Klassen für Grundschulkinder und weiteren Räumen zur vorübergehenden Unterbringung der Fach- und Berufsoberschule geplant, der im September 1974 fertiggestellt wurde.744 Zu einer dauerhaften und eigenständigen Unterbringung der Fach- und Berufsoberschule war bereits am 1. August 1972 ein aus der Stadt Fürth, dem Landkreis Fürth und dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bestehender Zweckverband gegründet worden.745 der seine Planungsaktivitäten fortan auf das ehemalige Landratsamtsgebäude an der Amalienstraße/Dambacher Straße konzentrierte,746 das nach dem 1966 erfolgten Umzug der Landkreisverwaltung in das zwischen 1962 und 1966 errichtete neue Landratsamtsgebäude am Stresemannplatz 1967 zu einer Landwirtschaftsschule umgebaut worden war.747 Zugleich begannen nach dem im Herbst 1968 auf Vorschlag von Schulreferent Karl Hauptmannl vom Stadtrat gefassten Grundsatzbeschluss und der 1970 erfolgten Ausschreibung eines Wettbewerbs im Oktober 1972 endlich die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Schulzentrums am Tannenplatz, das von allen an der kooperativen Gesamtschule Fürth beteiligten Schulen gemeinsam genutzt werden sollte. Im Verlauf der Bauphase erhielt die Schule am 9. Oktober 1973 durch das Kultusministerium eine endgültige Genehmigung als Gesamtschule Fürth, wozu der Handelsschulzweig der Hans-Böckler-Schule am 1. August 1973 in einen Wirtschaftsschulzweig umgewandelt worden war.748 Die kooperative Gesamtschule Fürth verfügte 1973 über 450 Schüler/innen in den 5. bis 9. Klassen der Hauptschule Maistraße, über 620 Schüler/innen in den 7. bis 10. Klassen des Realschulzweiges und über 550 Schüler/innen in den 8. bis 10. Klassen des Wirtschaftsschulzweiges der Hans-Böckler-Schule sowie über 1.500 Schüler/innen in den 5. bis 13. Klassen des Helene-Lange-Gymnasiums,749 wobei es aufgrund des Schulraummangels am Helene Lange-Gymnasium zu einem kompletten Schichtunterricht von 7.50 Uhr bis 17.50 Uhr kam.750 Während der Bayerische Rundfunk nach der Einführung des Schulfernsehens im Herbst 1964 seine über das Dritte Fernsehprogramm ausgestrahlten Bildungsaktivitä-
744Vgl.: Karl Dubois, 1974 – ein Schulbaujahr, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom
Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.49-60, hier: S.58. Siehe auch: Pestalozzischule Fürth (Hrsg.), 100 Jahre Pestalozzischule 1906-2006, Fürth 2006, S.41f. 745Fernmündliche Mitteilung des Schulverwaltungsamtes der Stadt Fürth vom 26.11.2020. 746Vgl.: Adolf Schwammberger, Fürth von A-Z. Ein Geschichtslexikon. Textlich unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1968, Neustadt an der Aisch 1988, S.236, Stichwort Landratsamt. Als Institution ging das Landratsamt auf das Bezirksamt zurück, das in Fürth 1862 im Gebäude Königstraße 76 und damit in der ehemaligen Armen- und Waisenschule untergebracht worden war. 1899 erwarb der bayerische Staat dann ein Grundstück an der Amalienstraße/Dambacher Straße, um ein eigenes Bezirksamtsgebäude zu errichten, das am 17. November.1901 bezogen wurde. In der NS-Zeit wurden die Bezirksämter 1939 in Landratsämter umbenannt. 1967 hatte der Landkreis Fürth 74.058 Einwohner. 747Vgl.: Ebd., S.332, Stichwort Schulhäuser. Siehe auch den Artikel Landkreis Fürth, in: www.fürthwiki.de, hier: Ausdruck vom 28.10.2020. 748Vgl.: Hans-Böckler-Schule, städtische Real- und Wirtschaftsschule (Hrsg.), Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum, Fürth 2009, S.22. 749Vgl.: Horst Gemeinhardt, Zur Geschichte der Gesamtschule Fürth, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.43-47, hier:, S.43. Zusammen waren dies immerhin 3.120 Schüler/innen. 750Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.41.
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