ten mit der am 2. Januar 1967 begonnenen und zur Mittleren Reife führenden Sendereihe Telekolleg I sowie der 1972 eingeführten und zur Fachhochschulreife führenden Sendereihe Telekolleg II auch auf die Erwachsenenbildung und den Zweiten Bildungsweg ausgedehnt hatte,751 übernahm die Volkshochschule Fürth in der örtlichen Erwachsenenbildung 1973 die Tages- und Abendkurse im Schneidern, Nähen, Kochen, Waschen, Weben und Servieren der im Juni 1945 eingerichteten und seit 1964 in den Räumen des Schulgebäudes Mathildenstraße 7 untergebrachten Bildungsstätte für Frauen.752 Daneben erweiterte die staatliche Realschule an der Ottostraße das Unterrichtsangebot ab dem Schuljahr 1973/74 auf die Fächer Haushalt und Ernährung, Werken und Kunst der Wahlpflichtfachgruppe III.753 Im Rahmen der Mitte der 1960er zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit bundesweit eingeleiteten Bildungs- und Qualifizierungsoffensive war der Neubau moderner Grund-, Haupt- und Sonderschulen in Fürth ebenfalls zu einem großen kommunalen Handlungsfeld geworden. Dazu zählten neben den 1966 und 1970 eingeweihten Erweiterungsbauten der Schulen an der Pestalozzi- und an der Soldnerstraße und dem ab 1972 geplanten und 1974 fertiggestellten Schulneubau an der Seeackerstraße auch: -
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Der 1969 mit einem Stadtratsbeschluss zur Ausschreibung eines Wettbewerbs eingeleitete Neubau einer Haupt- und Sonderschule mit Schulkindergarten und Zweigstelle der Volksbücherei am Finkenschlag, dessen erster Bauabschnitt (Sonderschule für lernbehinderte Kinder und Jugendliche, Zweigstelle der Volksbücherei) im November 1971 begonnen und 1974 fertiggestellt wurde.754 Der ebenfalls 1969 mit einem Planungsauftrag des Stadtrates eingeleitete Neubau einer Grundschule an der Oberfürberger Straße, der 1973 begonnen und 1974 fertiggestellt wurde.755
751Vgl. den Artikel Telekolleg, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 31.08.2020. Unter der ursprüng-
lichen Bezeichnung Studienprogramm wurde die zur Mittleren Reife führende Sendereihe Telekolleg I zunächst nur in Bayern ausgestrahlt. Als 1972 die in zwei Unterrichtsjahren zur Fachhochschulreife führende Sendereihe Telekolleg II eingeführt wurde, waren die Träger des Programms bis 2002 die Kultusministerien der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie nach der Deutschen Einheit 1990 auch Brandenburg. Wegen schwindender Nachfrage war die Sendereihe Telekolleg I bereits 1984 eingestellt worden. Bis dahin hatten über diesen Zweiten Bildungsweg im Fernsehen etwa 22.000 Personen die Mittlere Reife nachgeholt. 752Vgl.: Renate Trautwein, Die Entwicklung der privaten Frauenarbeitsschule der Geschwister Edelmann zur Berufsfachschule (Fachrichtung Hauswirtschaft/Kinderpflege) in der Staatlichen Berufsschule I in Fürth/Bayern und zur Bildungsstätte für Frauenarbeit an der VHS Fürth. Studienarbeit an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg 2005, S.19f.: „Mit der Pensionierung der Studiendirektorin der Berufsschule III, Paula Weber Ende des Schuljahres 1972/73, endeten die Kurse der Bildungsanstalt für Frauenarbeit. Die Lehrkräfte und die Kurse der Bildungsanstalt wurden der Volkshochschule Fürth angegliedert, mit eigenem Programm innerhalb des Volkshochschulangebotes. Die Kurse der Bildungsstätte waren billiger wie die VHS-Kurse… Im Gegensatz zur Volkshochschule gab es Halbjahreskurse und keine Trimester.“ 753Vgl.: Leopold-Ullstein-Realschule, Festschrift zum 50-jährigen Bestehen, Fürth 2016, S.24. 754Vgl.: Karl Dubois, 1974 – ein Schulbaujahr, in: Stadt Fürth (Hrsg.), Fürth und seine Schulen. Vom Schulmeister zum Schulzentrum, Fürth 1974, S.49-60, hier: S.49f. 755Vgl.: Ebd., S.55. Ergänzend anzumerken ist, dass der Planungsauftrag des Stadtrates zur Errichtung einer Grundschule an der Oberfürberger Straße in unmittelbarem Zusammenhang mit der beabsichtigten Ersetzung der 1941 errichteten, 1948 für Wohnzwecke von Flüchtlingen, Vertriebenen und Umsiedlern aus dem Sudetenland und 1949/1952 zur Unterbringung einer Volksschule an der AdalbertStifter-Straße umgebauten 30 Luftwaffenhelferinnen-Baracken an der Heilstättenstraße durch zeitgemäße Wohnungen mit moderner Ausstattung stand. Die Stadt Fürth hatte dazu Ende der 1960er Jahre einen Bebauungsplan für mehrere Hochhäuser erstellt, von denen allerdings nur zwei, von der
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