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freiwillige Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, in denen Lehrkräfte für Mathematik und Physik interessierten Schüler/innen Kenntnisse im Programmieren von Kleincomputern vermittelten.759 Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts des modernen Schulzentrums am Tannenplatz im Jahr 1974 erhielt das Helene-Lange-Gymnasium anlässlich des 25. Gründungsjubiläums seiner Elternvereinigung nach einer Spendensammlung mit einem Erlös von 30.000 DM am 26. November 1975 ebenfalls einen modernen, mehrsprachigen Kleincomputer.760 Zu diesem Zeitpunkt wurden die Aktivitäten im Bildungswesen bereits von der Weltwirtschaftskrise 1974/75 überlagert, deren Auswirkungen nicht so rasch wie bei der Wirtschaftskrise 1966/67 überwunden werden konnten, da das um den Preisanstieg bereinigte, reale Bruttoinlandsprodukt, das 1974 nur um 0,9 Prozent gestiegen und 1975 sogar um 0,9 Prozent gesunken war, von 1976 bis 1980 zwar wieder eine jahresdurchschnittliche Zuwachsrate von knapp 3,4 Prozent erreichte, aber zugleich die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von 582.000 Personen 1974 auf 1.029.985 Personen 1977 stieg und 1980 immer noch bei 888.900 Personen lag.761 Während Bundeskanzler Helmut Schmidt,762 der nach dem Rücktritt von Willy Brandt im Mai 1974 zum Bundeskanzler gewählt worden war,763 im November 1974 noch davon ausging, wieder „sehr schnell in ein Fahrwasser von erheblichen Produktivitätszuwächsen“ zu kommen,764 wies er zwei Jahre später in der Rundfunk- und Fernsehansprache

759Vgl.: Hardenberg-Gymnasium Fürth (Hrsg.), 175. Schuljahr. Festschrift und Jahresbericht 2007/2008,

S.24. 760Vgl.:

Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.42. 761Vgl.: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch 2013, Wiesbaden 2013, S.315. 762Helmut Schmidt (1918-2015) hatte sich nach dem Abitur freiwillig zum Wehrdienst gemeldet, den er bei der Flakartillerie in Bremen absolvierte, wo er ab 1939 bei der Luftverteidigung eingesetzt wurde, bevor er von August bis Ende 1941 als Flakartillerieoffizier an die Ostfront kam. Ab 1942 war er dann Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium und geriet im April 1945 in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 31. August 1945 entlassen wurde. Anschließend studierte Helmut Schmidt an der Universität Hamburg Volkswirtschaftslehre und wurde 1949 Diplom-Volkswirt. Politisch schloss er sich im März 1946 der SPD an und wurde 1947/48 Vorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) in der britischen Zone. Von 1953 bis Anfang 1962 und von 1965 bis 1987 war er Mitglied des Bundestages, in der dazwischenliegenden Zeit von Ende 1961 bis Ende 1965 Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg, wo er durch eine erfolgreiche Koordination des Großeinsatzes von Polizei, Rettungsdiensten, THW und Bundeswehr bei der Sturmflut an der Nordseeküste im Februar 1962 hohes Ansehen als Krisenmanager erwarb. Während der Großen Koalition von 1967 bis 1969 wurde er Vorsitzender der SPDBundestagsfraktion, danach von 1969 bis 1972 Bundesverteidigungsminister, ab Frühjahr 1972 Bundeswirtschafts- und -finanzminister und ab Herbst 1972 Bundesfinanzminister. Vgl. den Artikel Helmut Schmidt, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 14.05.2021. 763Vgl. zum Rücktritt von Willy Brandt, Arnulf Baring, Machtwechsel, Die Ära Brandt-Scheel. In Zusammenarbeit mit Manfred Görtemaker, Stuttgart, 4. Auflage 1983, S.722-759. Mit seinem Rücktritt im Mai 1974 übernahm Willy Brandt die politische Verantwortung in der Agentenaffäre Günter Guillaume (1927-1995), der 1956 von der Stasi der DDR als „Flüchtling“ in die Bundesrepublik eingeschleust, 1957 Mitglied und ab 1964 hauptamtlicher Funktionär der hessischen SPD geworden und wegen seines Organisationstalents vom Bundeskanzleramt 1972 als persönlicher Kanzlerreferent eingestellt worden war. Außerdem hatte man zwei Monate vor dem Rücktritt von Willy Brandt am 22. März 1974 noch mit großer Mehrheit, „also auch mit Unionsstimmen, die Herabsetzung des Volljährigkeitsalters von 21 auf 18 Jahre beschlossen (obwohl es in allen Parteien Zweifel an der Weisheit dieser Entscheidung gab, aber niemand wollte damals als jugendfeindlich, als gestrig gelten)“ (Ebd., S.719). 764Bundeskanzler Helmut Schmidt, Stabilität und Reformen, in: Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung vom 23.11.1974, Nr.141, S.1416-1418, hier: S.1418.

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