Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/170

Version vom 5. Juni 2024, 20:37 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „zum Jahreswechsel 1976/77 darauf hin, dass man sich derzeit in einem tiefen Veränderungsprozess der Weltwirtschaft befinde und nichts wieder so sein werde wie…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

zum Jahreswechsel 1976/77 darauf hin, dass man sich derzeit in einem tiefen Veränderungsprozess der Weltwirtschaft befinde und nichts wieder so sein werde wie vor 1974.765 Auf die seit 1974 veränderten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatte die Volkshochschule Fürth bereits 1975 reagiert, als sie unter dem Motto „Ohne Quali keine Lehrstelle“ für Jugendliche die Möglichkeit zum Nachholen des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses einführte, wobei das nachholende Bildungs- und Qualifizierungsangebot im Laufe der Zeit zu einer Dauereinrichtung an der örtlichen Volkshochschule wurde.766 Bundesweit wurde zum 1. Januar 1976 für Jugendliche durch eine Novelle des Jugendarbeitsschutzgesetzes das Mindestalter zur Aufnahme einer Beschäftigung von 14 auf 15 Lebensjahre erhöht und für Berufsschultage mit mindestens fünf Unterrichtsstunden eine Freistellung von der Arbeit festgelegt.767 Mit Schuljahresbeginn 1976/77 wurde in Bayern dann die Kollegstufe als Regelform der gymnasialen Oberstufe verbindlich eingeführt, was nach dem gemeinsamen Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 7. Juli 1972 schon im Amtsblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 25. Februar 1974 angekündigt worden war. Um alle Schüler/innen über die Bedingungen der Kollegstufe zu informieren, hatte das Staatsinstitut für Schulpädagogik im März 1974 eine Broschüre unter dem Titel „Einführung in die Kollegstufe von Gymnasien“ veröffentlicht.768 Durch die verbindliche Einführung zum Schuljahr 1976/77 musste nun die Kollegstufe in Fürth auch am Heinrich-Schliemann-Gymnasium an der Königstraße umgesetzt werden, das sich trotz der Bemühungen seines seit 1972 amtierenden Schulleiters im Gegensatz zum Hardenberg-Gymnasium an der Kaiserstraße (seit dem Schuljahr 1971/72) und zum Helene-Lange-Gymnasium am Tannenplatz (seit dem Schuljahr 1972/73) wegen der 1974 nicht zustande gekommenen Zustimmung des Lehrerkollegiums nicht am Schulversuch zur Kollegstufe beteiligt hatte.769 Anlässlich der verbindlichen Einführung resümierte Kultusminister Hans Maier in einer Rede vor der Bundesvereinigung der Oberstudiendirektoren am 12. November 1976, dass der Zweck der Neuordnung der gymnasialen Oberstufe weitgehend erreicht sei, da mit dem Kollegstufenmo-

765Vgl.: Rede des Bundeskanzlers zum Jahreswechsel 1976/77, in: Bulletin des Presse- und Informati-

onsamtes der Bundesregierung vom 04.01.1977, Nr.1, S.1f., hier: S.1. 766Vgl.: Barbara Ohm, 75 Jahre Volkshochschule Fürth. Eine Erfolgsgeschichte, herausgegeben von

der Volkshochschule Fürth, Fürth 2021, S.32f. 767Vgl.: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familien und Integration, Kinder- und

Jugendarbeitsschutz. Unterrichtshilfe für Lehrkräfte, München 2014, S.9. 768Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Ge-

schichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.801f. In der Broschüre wurden die Einzelheiten der Kollegstufe beschrieben, zu denen zwei Leistungskurse mit jeweils sechs Wochenstunden, Grundkurse mit jeweils zwei bis vier Wochenstunden, eine separate Abiturprüfung und die Vergabe von Punkten statt Noten zählten. Insgesamt konnten sowohl in den zwei Leistungskursen inklusive der Facharbeit in einem Leistungskurs als auch in den Grundkursen und in der Abiturprüfung in vier Fächern (die zwei Leistungskurse und zwei Grundkurse) jeweils maximal 300 Punkte erreicht werden. Um die Allgemeine Hochschulreife zu erhalten, waren in den zwei Leistungskursen, den Grundkursen und der separaten Abiturprüfung jeweils mindestens 100 Punkte erforderlich. 769Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.42f.

170