kenschlag vorgesehene Hauptschule wurde ebenfalls im September 1978 fertiggestellt und nach dem am 27. März 1977 verstorbenen Gründer des Großversandhauses Quelle, Dr. h.c. Gustav Schickedanz benannt.779 Daneben wurde zu Beginn des Schuljahres 1978/79 auch das eigenständige Gebäude für die Fach- und Berufsoberschule, das der 1972 gegründete und aus der Stadt Fürth, dem Landkreis Fürth und dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bestehende Zweckverband durch einen Umbau des ehemaligen Bezirks- und Landratsamtsgebäudes Ecke Amalienstraße/Dambacher Straße geplant hatte, fertiggestellt und am 24. April 1979 in Anwesenheit von Kultusminister Hans Maier eingeweiht. Die offizielle Adresse der FOS und BOS lautete nun Amalienstraße 2-4 und in den seit 1974 vorübergehend genutzten Räumen im neuen Schulgebäude Seeackerstraße wurde die bestehende Grundschule durch eine Teilhauptschule ergänzt.780 Da die Vermittlungschancen auf dem seit der Weltwirtschaftskrise 1974/75 durch die bundesweite Sockelarbeitslosigkeit von jahresdurchschnittlich rund einer Million Personen verengten Arbeits- und Ausbildungsmarkt mit höheren Bildungs- und Qualifikationsabschlüssen stiegen, war in Fürth an der über einen Wirtschafts- und einen Realschulzweig verfügenden städtischen Hans-Böckler-Schule am Tannenplatz bereits 779Vgl. Dr.-Gustav-Schickedanz-Schule auf
der Schwand feiert im Mai ihr 25-jähriges Bestehen, in: Fürther Nachrichten vom 19.04.1999, S.41. Siehe auch den Artikel Gustav Schickedanz, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 14.07.2021: Gustav Schickedanz (1895-1977) war 1901 in die Volksschule an der Schwabacher Straße eingeschult worden und besuchte ab 1905 die Königliche Realschule mit Handelsabteilung an der Hirschenstraße, wo er 1911 die Mittlere Reife (Einjährigen-Berechtigung) erhielt. Danach begann er eine zweijährige kaufmännische Lehre bei der von Jakob Walter Spier - der nach einem Aufenthalt in den USA die englische Schreibweise seines Namens Spear beibehalten hatte – im Jahr 1870 als Import- und Exportgeschäft für Kurzwaren in Fürth gegründeten Firma Jacob Walter Spear & Söhne, die bis zur Jahrhundertwende zu einem renommierten Hersteller von Brett-, Bastel-, Quartett-, Reise- und Unterhaltungsspielen avancierte, 1898 auf der Nürnberger Seite der Höfener Straße ein neues Fabrikgebäude errichtete und seit 1904 ihre Produkte in einem Katalog („Illustrierte Preisliste“) anbot. Nach Abschluss der Lehre absolvierte Gustav Schickedanz im Oktober 1913 seinen durch die Einjährigen-Berechtigung auf ein Jahr verkürzten Militärdienst in der Infanteriekaserne an der Flößaustraße und wurde im Ersten Weltkrieg am 8. Oktober 1914 so verwundet, dass er bis Kriegsende zum Truppenübungsplatz nach Grafenwöhr versetzt wurde. Trotz der im November 1918 begonnenen Demobilmachung blieb er als Unterzahlmeister zunächst beim Militär und wurde erst Ende Juni 1919 auf eigenen Wunsch entlassen, um eine Stelle als Angestellter bei der Kurzwarenhandlung en gros von Georg Lennert in Fürth anzutreten, wo er nach kurzer Zeit auch Teilhaber wurde. Anfang Januar 1923 gründete Gustav Schickedanz dann seinen eigenen Großhandel für Kurzwaren in Fürth mit Sitz in der Moststraße. Im Dezember 1926 verlegte er die Kurzwarengroßhandlung in das Anwesen Königswarterstraße 10, erwarb von der Zichorien-Fabrik Julius Cohn das gegenüber liegende Geschäftshaus Hindenburgstraße 10 und gründete Ende Oktober 1927 das Versandhaus Quelle mit Sitz in der Königswarterstraße 10, das von 1933 bis 1938 nicht zuletzt durch den Erwerb des großen Textilversandunternehmens Ignaz Mayer zum erfolgreichsten Versandunternehmen in Deutschland wurde. Als Mitglied der NSDAP seit November 1932 und NSDAP-Stadtrat in Fürth seit 1935 erhielt Gustav Schickedanz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein Berufsverbot als Unternehmer. Bis Ende April 1949 wurden seine Unternehmen von Treuhändern verwaltet. Da Gustav Schickedanz im März 1949 im Entnazifizierungsverfahren von der Hauptspruchkammer Nürnberg als „Mitläufer“ eingestuft wurde, eröffnete er am 22. Juni 1949 an der Fürther Freiheit das erste Quelle Kaufhaus. Danach begann der Aufstieg der Firma Quelle zum größten Versandhaus Europas. Die Einweihung des modernen Kaufhausneubaus an der Fürther Freiheit im Herbst 1977, der statt der bisher auf mehrere Gebäude verteilten Verkaufsfläche von 1.900 m2 nun über eine Verkaufsfläche von 8.600 m2 und ein Kundenparkhaus an der Friedrichstraße verfügte, hat der im März 1977 verstorbene Firmengründer nicht mehr erlebt. 780Vgl. Pestalozzischule Fürth (Hrsg.), 100 Jahre Pestalozzischule 1906-2006, Fürth 2006, S.42: „Echte Entspannung (…) ergab sich erst zu Beginn des Schuljahres 1978/79 mit dem Umzug der Fachoberschule und der Ausgestaltung der Seeackerschule zu einer Grund- und Teilhauptschule.“
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