fortan in der Stadt Fürth wichtige Dienste bei der musischen Ausbildung und Betätigung leistete.824 Ab 1. August 1986 durften dann in Bayern auch Jungen den bislang nur für Mädchen zugelassenen sozialwissenschaftlichen Zweig an Gymnasien besuchen, womit das Helene-Lange-Gymnasium am Tannenplatz nun in allen drei Zweigen Schülerinnen und Schüler aufnehmen konnte.825 Daneben wurde im Herbst 1986 die im Juni 1945 eingerichtete und ehemals selbstständige Bildungsstätte für Frauen vollständig in die Volkshochschule Fürth integriert.826 Die Öffnung der gymnasialen sozialwissenschaftlichen Zweige für Jungen war eine der letzten bildungspolitischen Aktivitäten in der Amtszeit von Kultusminister Hans Maier, der nach der Landtagswahl am 12. Oktober 1986 - bei der die CSU mit einem Stimmenanteil von 55,8 % (SPD 27,5 %) wieder die absolute Mehrheit erreicht hatte und die Grünen mit einem Stimmenanteil von 7,5 % in den Landtag eingezogen waren, aber die FDP mit einem Stimmenanteil von 3,8 % an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war - am 29. Oktober 1986 auf eine Fortsetzung seiner Tätigkeiten als Minister verzichtete, da Ministerpräsident Franz Josef Strauß das Ministerium zweiteilte und Hans Maier nur noch für Wissenschaft zuständig sein sollte.827 Nachfolger von Hans Maier wurden für den Bereich Unterricht und Kultus Hans Zehetmair und für den Bereich Wissenschaft und Kunst Wolfgang Wild.828 Im ersten Amtsjahr von Kultusminister 824Vgl. dazu den Artikel Musikschule Fürth und den Artikel Robert Wagner, in: www.fuerthwiki.de, hier:
Ausdrucke vom 22.10.2020). Robert Wagner (geb.1960) besuchte von 1970 bis 1979 das Hardenberg-Gymnasium in Fürth und begann nach der Allgemeinen Hochschulreife ein Studium zum Lehramt an Hauptschulen mit dem Schwerpunkt Musik, das er 1983 mit der ersten und 1985 mit der zweiten Staatsprüfung abschloss. 1986 gründete er die Musikschule Fürth e.V., die er seither leitet. Außerdem war er von 1993 bis 2003 Dozent für Musikpädagogik an der Musikhochschule NürnbergAugsburg. 825Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.44. 826Vgl.: Volkshochschule Fürth e.V., 40 Jahre VHS 1946-1986, Fürth 1986, S.17. Siehe auch ebd., S.38: „Derzeit verteilt sich das Kursangebot der VHS auf 30 Kursorte im Stadtgebiet. Für Kurse, die tagsüber stattfinden, bzw. Wochenendseminare und Kompaktkurse sind fast ausschließlich die Räume im Haus Mathildenstraße 7 nutzbar.“ 827Vgl.: Max Liedtke (Hrsg.), Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band 3: Geschichte der Schulen in Bayern. Von 1918 bis 1990, Bad Heilbrunn/Oberbayern 1997, S.829: „Allen Presseberichten ist gemeinsam, dass Maier ein unbequemer, aber auch sehr kompetenter Minister war, der dem Regierungschef gerne in die Parade fuhr (…), dem im konservativen Lager intellektuell keiner so leicht das Wasser reichen konnte (…) und der in der Vergangenheit oft Schwierigkeiten hatte, weil das Verhältnis Ministerpräsident und Kultusminister nicht gerade von Freundschaft und Vertrauen geprägt war (...). Mit der Weigerung, den Torso des neuen Wissenschaftsministeriums zu übernehmen, schied Hans Maier aus der aktiven bayerischen Bildungspolitik aus.“ 828Vgl.: Ebd., S.829. Siehe auch den Artikel Hans Zehetmair und den Artikel Wolfgang Wild, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdrucke vom 16.06.2021. Hans Zehetmair (1936-2022) besuchte das humanistische Dom-Gymnasium in Freising und studierte nach dem Abitur von 1957 bis 1962 an der Universität München klassische Philologie (Latein, Griechisch, Alte Geschichte), Germanistik, Geschichte und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien. Nach dem zweiten Staatsexamen war er von 1964 bis 1974 Gymnasiallehrer am Dom-Gymnasium in Freising und von 1966 bis 1978 Stadtrat der CSU und von 1976 bis 1978 auch zweiter Bürgermeister in Erding sowie von 1972 bis 1978 außerdem Kreisrat und stellvertretender Landrat im Landkreis Erding und von 1974 bis 1978 Mitglied des Bayerischen Landtages. Danach war Hans Zehetmair von 1978 bis 1986 Landrat im Landkreis Erding und ab 1978 zugleich Vorsitzender des kulturpolitischen Arbeitskreises der CSU. Wolfgang Wild (geb. 1930) war Kernphysiker, der nach einem Studium der Physik an der Universität München und seiner Promotion 1955 als wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Hochschule München gearbeitet hatte. Nach der Habilitation 1960 war er 1961 zunächst außerordentlicher Professor an der Technischen Universität in West-Berlin und ab November 1961 ordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Technischen Hochschule München, die 1970 in eine Technische Universität umbenannt wurde. Im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung wurde Wolfgang Wild
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