Seite:Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fuerth seit der Erhebung zur Stadt Erster Klasse 1.pdf/190

Aus FürthWiki

Version vom 5. Juni 2024, 20:39 Uhr von Red Rooster (Diskussion | Beiträge) (→‎Nicht korrekturgelesen: Die Seite wurde neu angelegt: „Stadt Fürth zugleich umfangreiche Flächen zur Errichtung einer neuen zentralen Hauptverwaltung auf der westlichen Hardhöhe erwarb.845 Daneben hatte der Stad…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen.

Stadt Fürth zugleich umfangreiche Flächen zur Errichtung einer neuen zentralen Hauptverwaltung auf der westlichen Hardhöhe erwarb.845 Daneben hatte der Stadtrat in Fürth im schulischen Bereich am 23. Juli 1990 beschlossen, das bestehende Hort- und Hausaufgabenbetreuungsangebot durch das Modell einer auf Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für das Personal beruhenden Ganztagsbetreuung an Grundschulen zu ergänzen,846 die ab Herbst 1990 an sieben Grundschulen angeboten und von 238 Grundschüler/innen besucht wurde. Mit diesem Beschluss reagierte die Stadt Fürth auf die seit den 1970er Jahren zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen und die damit verbundenen Veränderungen in den Familien.847 Zugleich öffnete sie damit auf kommunaler Ebene das Tor zu ganztägigen Schulformen, die nach der Jahrtausendwende zu einem Charakteristikum der Bildungspolitik in allen Bundesländern wurden.848 Außerdem wurde Fürth nach der Deutschen Einheit 1990 bis zum 200. Jubiläum der Erhebung zur Stadt Erster Klasse mit eigener Verwaltung im Jahr 2018 zu einer von 103.562 auf fast 130.000 Einwohner/innen wachsenden Großstadt. Begleitet wurde der Bevölkerungszuwachs von einer Reihe allgemeiner Entwicklungen, zu denen die weiter zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen, der

Mit Ausbruch der Wirtschaftskrise 1981/82 waren dann die Umsätze bei der Firma Grundig eingebrochen. Max Grundig hatte daraufhin die Aktienmehrheit seiner 1972 in eine Aktiengesellschaft umgewandelten und vermögensrechtlich von der 1970 gegründeten Grundig-Stiftung verwalteten Firma 1984 an den niederländischen Elektronik-Konzern Philips verkauft, mit dem er 1979 zur Entwicklung eines gemeinsamen Videosystems eine Geschäftsbeziehung eingegangen war, und die Firmenleitung an Philips abgegeben. Während die Mitarbeiterzahl bei der Firma Grundig unter der Leitung von Philips durch Automatisierungs- und Rationalisierungsinvestitionen in den 1980er Jahren auf 28.000 Beschäftigte sank, legte Max Grundig das Kapital seiner Stiftung wie schon ab Mitte der 1970er Jahre in Luxushotels an (1974 bis 1976 Kauf und Modernisierung des Luxushotels Schloss Fuschl mit den dazu gehörenden Anwesen Hotel Jagdhof und Hotel Baderluck in Hof bei Salzburg, 1976 bis 1978 Neubau des ForsthausHotels in Fürth) und kaufte 1986 das am Nordschwarzwald mit Ausblick auf das obere Rheintal gelegene, 1912 als privates Genesungsheim für Offiziere gebaute und seit 1921 für private Kuraufenthalte genutzte Kurhaus Bühler Höhe in Bühl/Baden, das er bis 1988 zu einem Luxushotel umgestalten ließ. Dort verstarb Max Grundig am 8. Dezember 1989 im Alter von 81 Jahren. Vgl. den Artikel Grundig (Unternehmen) und den Artikel Max Grundig, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdrucke vom 11.06. und 14.07.2021. 845Vgl.: Barbara Ohm, Fürth, Geschichte der Stadt, Fürth 2007, S.340. 846Vgl. Pestalozzischule Fürth (Hrsg.), 100 Jahre Pestalozzischule 1906-2006, Fürth 2006, S.199. 847Vgl.: Svenja Prösdorf, Anna Cornelia Robbert, Der Wandel der Schülerspeisung im 20. und 21. Jahrhundert in Deutschland, in: Technische Universität Dortmund, Professur Gesundheitsförderung und Verbraucherbildung, Arbeitsbericht Nr.21/2014, Ausgewählte Aspekte der Kultur und Geschichte des Haushalts, hrsg. von Prof. Dr. Günter Eissing, Dortmund 2014, S.78-129, hier: S.103f.: „Ab den 70er Jahren lässt sich … verstärkt die berufliche Emanzipation der Frau anführen, so dass eine Ergänzung der erzieherischen Funktion der Familie, bspw. hinsichtlich der Ordnung, des guten Benehmens sowie der Hausaufgabenhilfe erforderlich wurde, da beide Elternteile weder zeitlich, noch vorbildungsmäßig, noch gewillt waren, ihre alte Erziehungsfunktion in dem Maße wie früher auszuüben (…).“ 848Vgl. ebd., S.110: „Insbesondere die Veröffentlichung der PISA-Studie 2001 ließ die deutsche Halbtagsschule im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Ländern als Ausnahmesituation und rückständig erscheinen. Gerade die Chancenungleichheit, die Dreigliedrigkeit des Schulsystems, die rein auf Leistung basierende Unterrichtsschule sowie die getrennten Verantwortungsbereiche der Betreuung und Bildung, legten die im Halbtagsschulgedanken verankerten Schwächen des deutschen Bildungssystems offen.“ Siehe auch: Ebd. S.117: „Die Ganztagsschule wurde daher zu Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend zur bestmöglichen Realisierung schulischer Lern- und Rahmenbedingungen (…). Mit einem zunehmenden Ausbau der Ganztagsschulen von 2002 bis 2011 auf die dreifache Anzahl kam es somit auch zu einer Erweiterung und größeren Nachfrage der schulischen Verpflegungsangebote (…).“

190