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ökonomische Wandel zu einer überwiegenden Dienstleistungsgesellschaft,849 die fortschreitende europäische Integration, die zunehmende Globalisierung und die digitale Revolution850 sowie die weiter steigenden Bildungs- und Qualifizierungsanforderungen zählten, die das gesamte Bildungswesen und die örtlichen Schulen vor neue Herausforderungen stellten.

9. Schulen in Fürth nach der Deutschen Einheit 1990 bis zur PISA-Studie 2000 Mit Ausnahme der vom Stadtrat im Juli 1990 beschlossenen Einführung einer Ganztagsbetreuung an Grundschulen verlief die Entwicklung der Schulen in Fürth nach der Deutschen Einheit zunächst noch weitgehend in den seit den Bildungsreformen ab Mitte der 1960er Jahre üblichen Bahnen. Dabei wurde neben der Fertigstellung der Dreifachturnhalle des Schulzentrums am Tannenplatz 1990 auch die rußgeschwärzte Fassade des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums an der Königstraße durch Spenden des Hauses Schickedanz, der Elternvereinigung und Freunde des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums, der Abituria und Finanzmittel der Stadt restauriert.851 Bundesweit 849Bei einer von 1950 bis 2010 wachsenden Erwerbstätigenzahl hatten sich in der Bundesrepublik die

Anteile der Erwerbstätigen in den drei Wirtschaftssektoren bis 1970 zu Lasten des primären Sektors (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) zunächst zu Gunsten des sekundären Sektors (Produzierendes Gewerbe inklusive Bergbau und Bauwirtschaft) und des tertiären Sektors (Handel und Verkehr, Gastronomie, öffentliche Verwaltung, Banken, Versicherungen, Medien, Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen) erhöht. Danach waren sie bis 1990 weiter zu Lasten des primären Sektors (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) und auch zu Lasten des sekundären Sektors (Produzierendes Gewerbe inklusive Bergbau und Bauwirtschaft) nur noch im tertiären Sektor (Handel und Verkehr, Gastronomie, öffentliche Verwaltung, Banken, Versicherungen, Medien, Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen) weiter angestiegen. Dieser Trend setzte sich nach der Deutschen Einheit fort, so dass bis 2010 in Deutschland 71,2 % aller Erwerbstätigen im tertiären Sektor, 24,4 % im sekundären Sektor und nur noch 2,1 % im primären Sektor tätig waren. Vgl. dazu die hier wiedergegebene Tabelle, in: Bernhard Schäfers, Sozialstruktur und sozialer Wandel in Deutschland, 9. völlig überarbeitete Auflage, Konstanz, München 2012, S.184: 1 Anteile der Erwerbstätigen in den Produktionssektoren der Wirtschaft seit 1950 Jahr 1950 1970 1990 2003 2010 Gesamtzahl der Erwerbstätigen 22.474.000 26.560.000 29.513.000 35.536.000 40.483.000 Anteil im primären Sektor in % 23,3 8,5 3,6 2,4 2,1 Anteil im sekundären Sektor in % 42,3 48,9 40,6 27,3 24,4 Anteil im tertiären Sektor in % 34,5 42,6 55,8 70,4 73,5 1) 1950 bis 1990 alte Bundesländer, 2003 und 2010 alte und neue Bundesländer. 850Vgl. zur Globalisierung und deren Zusammenhang mit der digitalen Revolution: Ebd., S. 27f.: „Die neue Stufe der Globalisierung hat die digitale Revolution seit Beginn der 1970er Jahre zur Voraussetzung. Das Besondere liegt u.a. in folgenden Punkten: - Zunahme transnationaler Unternehmen, Investitions- und Finanzaktivitäten; - weltumspannende Kommunikationen und Informationsnetze …; - digitale Steuerung von Produktionsprozessen, die auch die globalen Zeitverschiebungen ausnutzen; - Ausweitung der weltweiten Verstädterungsprozesse und der Global Cities (…).“ Zum wichtigsten Hebel der neuen Stufe der Globalisierung wurde dabei die 1989 vom britischen Physiker Tim Berners-Lee entwickelte Internetsprache HTML (Hypertext Markup Language): „Die Bedeutung des Internets steigerte sich durch das World Wide Web geradezu exponentiell: für das Berufsleben und Finanzaktivitäten, für den privaten Gebrauch und alle nur denkbaren Aktivitäten (…). In Deutschland verfügten im Jahr 2010 80 % aller Haushalte über einen Computer, sei es als stationäre Anlage, Laptop oder Notebook. 75 % aller Personen über 10 Jahren haben Internetzugang und nutzen ihn, Männer zu 80 % und Frauen zu 70 % (…)“ (Zitat, ebd., S.135). 851Vgl.: Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Festjahresbericht, Fürth 1996, S.43.

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