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kam es nach einer in einem Rechtsgutachten aus dem Jahr 1987 und einer 1989 abgegebenen Empfehlung des Beirates für Ausbildungsförderung des Bundesbildungsministeriums bei der Förderung von Studierenden aus einkommensschwächeren Haushalten nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz im Herbst 1990 allerdings zu einer Teilrevision der 1983 eingeführten Volldarlehensförderung, da die Studierendenförderung nun zu 50 Prozent als Zuschuss und zu 50 Prozent als Darlehen gewährt wurde.852 Außerdem wurde die vom Stadtrat in Fürth beschlossene Ganztagsbetreuung an Grundschulen am 4. Februar 1991 vom Kultusministerium als Schulveranstaltung anerkannt, womit die teilnehmenden Schüler/innen dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz unterlagen.853 Die ersten schulischen Neuerungen in Fürth zeichneten sich ab, als das HeleneLange-Gymnasium am Tannenplatz zu Schuljahresbeginn 1990/91 nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz, den europäischen Gedanken angesichts der von ursprünglich sechs auf mittlerweile zwölf Mitgliedsstaaten gewachsenen und vor der Schaffung eines europäischen Binnenmarktes ab 1992 stehenden Europäische Gemeinschaft künftig stärker im Bildungswesen zu verankern,854 vom Kultusministerium als eines von fünf Gymnasien in Bayern mit der Durchführung eines im Herbst 1991 startenden Modellversuchs zum Europäischen Gymnasium (Typ I) beauftragt wurde. Bei diesem gymnasialen Schultyp sollte die zweite Fremdsprache Französisch bzw. Latein bereits ab der 6. statt der 7. Jahrgangsstufe beginnen und ab der 9. Jahrgangsstufe als dritte Fremdsprache Spanisch folgen.855 Außerdem war in Bayern zu Beginn des Schuljahres 1990/91 im Rahmen eines Schulversuchs an Grundschulen

852Vgl.: Berliner Initiative gegen Bafög-Volldarlehensregelung, Das Bafög-Volldarlehen 1983 – 1990 und

seine Rückzahlung, 7. aktualisierte Auflage, Oktober 2002, S.5. 853Vgl.: Pestalozzischule Fürth (Hrsg.), 100 Jahre Pestalozzischule 1906-2006, Fürth 2006, S.199. 854Zu den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG), die 1967 durch eine Fusion der von

Frankreich, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, der Bundesrepublik Deutschland und Italien 1951 gegründeten Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) sowie der von diesen Staaten 1957 gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Europäischen Atomgemeinschaft (Euroatom) entstanden war, gehörten seit 1973 auch Großbritannien, Irland und Dänemark, seit 1981 Griechenland und seit 1986 Portugal und Spanien („Europa der 12“). Seit einem im Dezember 1985 in Luxemburg zu einer Einheitlichen Europäischen Akte gefassten Beschluss des Europäischen Rates und dem anschließend im Februar 1987 vorgelegten Plan des von 1985 bis 1995 amtierenden Kommissionspräsidenten Jacques Delors (geb. 1925) befand sich die Europäische Gemeinschaft außerdem auf dem Weg zu einem ab 1992 vorgesehenen Europäischen Binnenmarkt, der mit dem 1992 unterzeichneten Vertrag von Maastricht zur Gründung einer Europäischen Union (EU) führte, deren Kompetenzen über den Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik der EG hinausgehen und auch die Koordinierung der Bereiche Außen- und Sicherheitspolitik sowie Innen- und Justizpolitik umfassen sollten. Der europäische Binnenmarkt der EU wurde ab 1993 durch den Wegfall aller Personen- und Warenkontrollen, der gegenseitigen Anerkennung und Harmonisierung von Produktnormen und Lebensmittelstandards, der Harmonisierung der Mehrwerts- und Verbrauchssteuern, der EU-weiten Öffnung des Beschaffungsmärkte für öffentliche Aufträge ab 10 Mio. DM sowie die vollständige Freizügigkeit für alle Arbeitnehmer/innen und die uneingeschränkte Niederlassungsfreiheit für alle Selbstständigen und Freiberufler sukzessive realisiert. Vgl. den Artikel Europäische Union, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 21.06.2021. 855Vgl.: Helene-Lange-Gymnasium (Hrsg.), 100 Jahre Helene-Lange-Gymnasium Fürth 1907-2007, Festschrift, Fürth 2007, S.45. Siehe auch den Artikel Europäisches Gymnasium, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 07.10.2021: Der Schulversuch zum Europäischen Gymnasium wurde in Bayern 1999 um eine Variante II mit intensiviertem Unterricht im Fach Physik und um eine Variante III mit den Pflichtfächern Informatik sowie Natur und Technik erweitert. Der Schulversuch endete nach Ablauf des Schuljahres 2008/2009 mit der endgültigen Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums (G8) und dem Auslaufen der elften Klassen an den neunjährigen Gymnasien (G9).

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