SPD-Stadträte zusammen mit zwei Stimmen von den Grünen und der FDP die Schließung der Pfisterschule und die vom Schulausschuss beschlossenen Schulverbünde befürwortete. Zuvor hatte Bürgermeister und Schulreferent Markus Braun die Schließung der Pfisterschule noch einmal mit dem hohen Schülerschwund, der Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes und den fehlenden Elementen wie Mensa, Anbau und Ganztagsbetreuung begründet. Auch für Oberbürgermeister Dr. Jung führte an der Schulschließung kein Weg vorbei: „Die Schulart Hauptschule habe in Fürth heute mit 2152 Jungen und Mädchen den geringsten Zulauf. Bildungspolitisches Ziel dürfe deshalb nicht sein, darbende Einrichtungen mühsam aufrechtzuerhalten, sondern die Zahl der Absolventen mit höheren Abschlüssen weiter zu steigern.“1019 Durch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die Insolvenz des ArcandorKonzerns und den Untergang des Großversandhauses Quelle war in Fürth mittlerweile der kommunale Haushalt in eine so gewaltige Schieflage geraten, dass die Regierung von Mittelfranken bei der Haushaltsgenehmigung im Mai 2010 die Stadt zu einem rigorosen Sparkurs verdonnerte und Einsparungen in Höhe von 13 Millionen Euro verlangte.1020 Dazu wurde im Juni 2010 auch ein Umzug der Stadtbildstelle vom Förderzentrum Nord in die Zweigstelle der Volksbücherei an der Soldnerstraße und im Juli 2010 ein Sparpaket in Höhe von 5,7 Millionen Euro beschlossen, dem im Herbst 2010 ein weiteres Sparpaket in Höhe von 12 Millionen Euro folgte.1021 Nach einem Dachbrand während der Bauarbeiten im Dezember 2009 konnte im September 2010 zu Schuljahresbeginn der mit Erdwärmepumpen und Photovoltaikanlagen zur Beheizung und Stromversorgung versehene Neubau der Hauptschule Maistraße an der Otto-Seeling-Promenade eingeweiht werden.1022 Außerdem wurden gebundene Ganztagszüge mit rhythmisiertem Unterricht im fertiggestellten Neubau der Grundschule in Oberfürberg und im Grundschulbereich des Förderzentrums Nord sowie offene Ganztagsbetreuungsmöglichkeiten für die Unterstufe des Helene-LangeGymnasiums und den Hauptschulbereich des Förderzentrums Nord eingeführt, da der Freistaat Bayern die bislang nur für Grundschulen mögliche Förderung ab dem Schuljahr 2010/2011 auf weiterführende Schulen ausgedehnt hatte.1023 Nach den Privatschulaktivitäten des Humanistischen Verbandes, der seit 2004 in angemieteten Räumen der Grundschule Frauenstraße 40 bis 50 Kinder unterrichtet und 1019Vgl. den Artikel Stadtrat beschließt aus für Pfisterschule. Mehrheit stimmte für Pläne im Zuge der
Mittelschulreform. „Keine Überlebenschance“, in: Fürther Nachrichten vom 25.02.2010, Lokalteil, S.1. 1020Vgl. den Artikel Fürth wird zu rigorosem Sparen verdonnert. Herber Schlag für das Rathaus: Die Regierung verlangt statt zehn nun 13 Millionen Euro Etatkürzungen, in: Fürther Nachrichten vom 26.05.2010, Lokalteil, S.1. 1021Vgl. den Artikel Stadtbildstelle zieht bald um. Zusammenlegung mit einer Filiale der Volksbücherei soll für Einsparungen sorgen, in: Fürther Nachrichten vom 16.06.2010, Lokalteil, S.3 und den Artikel Fürth läutet die nächste Sparrunde ein. Kommende Woche soll ein 5,7-Millionen-Paket beschlossen werden, im Herbst folgen 12 Millionen, in: Fürther Nachrichten vom 24.07.2010, Lokalteil, S.1. 1022Vgl. den Artikel Teurer Dachbrand im Neubau der Maischule. Feuer richtete Schaden von rund 200 000 Euro an. Kosten des Projektes sprengten schon zuvor den Rahmen, in: Fürther Nachrichten vom 11.12.2009, Lokalteil, S.1 und Stadt Fürth, Bürgermeister- und Presseamt (Hrsg.), 2002-2022. 20 Jahre für Fürth. Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, Fürth 2022, S.27, Jahr 2010. 1023Vgl. den Artikel Die Ganztagsschule soll neue Stützpunkte bekommen. Auch weiterführende Einrichtungen kommen jetzt in Frage. Ein Konzept wird entwickelt. Neubau in Oberfürberg, in: Fürther Nachrichten vom 12.02.2010, Lokalteil, S.3. „Der Freistaat Bayern fördert die Ganztagsbetreuung mit 6000 Euro pro Klasse. Dafür können zwei Kräfte für die Mittagsbetreuung engagiert werden. Weil darüber hinaus aber auch noch zusätzliche Lehrerleistungen nötig sind, muss die Stadt jährlich 4500 Euro beisteuern.“
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