zwei zusätzliche Schuljahre in Vorbereitungsklassen und eine Abschlussprüfung ebenfalls noch einen mittleren Abschluss an den Mittelschulen erreichen.1040 Parallel zur allgemeinverbindlichen Einführung von M-Zügen an allen Mittelschulverbünden erfolgte in Bayern zu Schuljahresbeginn 2011/12 auch eine Änderung beim Erwerb des der Mittleren Reife entsprechenden qualifizierenden beruflichen Bildungsabschlusses (Qualbi), den Kultusminister Zehetmair 1987 vor dem Hintergrund der damals mit den Automatisierungs- und Rationalisierungsinvestitionen verbundenen höheren Qualifizierungsanforderungen an Berufsschulen für Schüler/innen mit einfachen oder qualifizierenden Hauptschulabschlüssen und einer Berufsausbildung zur Verbesserung der betrieblichen Weiterbeschäftigungschancen eingeführt hatte. Statt wie seit 1987 eine Mindestnote bis zu 2,5 war für den Erwerb des Qualbi jetzt nur noch eine Mindestnote von bis zu 3,0 erforderlich, wobei die Note in Englisch statt wie seit 1987 bis zu 3,0 jetzt nur noch bis zu 4,0 betragen musste.1041 Insgesamt zielten sowohl die allgemeinverbindliche Einführung der M-Züge an allen Mittelschulverbünden als auch die Änderungen beim Erwerb des Qualbi an Berufsschulen darauf ab, die Anzahl der Schulabsolvent/innen mit Mittlerer Reife zu erhöhen, da diese seit Mitte der 1980er Jahre zunehmend zu einer Art Basisabschluss auf dem Ausbildungsund Arbeitsmarkt geworden war. Die vom Kultusministerium bei der Umwandlung der Hauptschulen in Mittelschulen verstärkte Berufsorientierung zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hatte sich in Fürth bereits im Rahmen des von 2002 bis 2006 laufenden Förderprogramms Lernende Region durch die Zusammenarbeit des Netzwerkkoordinators bei der Stadtverwaltung mit den örtlichen Berufsschulen, der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer zu einem Schwerpunkt zusätzlicher Bildungsaktivitäten entwickelt. An diesem Schwerpunkt wurde auch nach Auslaufen des Förderprogramms Lernende Region mit anders zugeschnittenen Fördermitteln des Bundes und des Freistaats Bayern festgehalten und von der Koordinationsstelle bei der Stadtverwaltung das Vertrauensnetzwerk Schule-Beruf weitergeführt. Dabei wurden zusammen mit örtlichen Partnern wie der städtischen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Einsteigen, Lernen, Arbeiten, Neuorientieren (ELAN), der Volkshochschule Fürth, dem Internationalen Bund für Sozialarbeit und dem Jugendmedienzentrum Connect in den Jahren 2006 bis 2010 im Bereich Übergang Schule-Beruf zahlreiche Praxismodule entwickelt und durchgeführt. Die Koordinationsstelle bei der Stadtverwaltung wurde 2010 offiziell in ein Projektbüro für Schule und Bildung umgewandelt, das mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt Vertrauensnetzwerk Schule-Beruf - Regionales Übergangsmanagement Fürth und dem durch den Arbeitsmarktfonds des Freistaats Bayern geförderten Praxisprojekt „Match Point“ in den Jahren 2010 bis 2013 zwei weitere Großprojekte zur Integration in den Ausbildungsmarkt durchführte.1042 Trotz der seit Schuljahresbeginn 2011/12 bestehenden verstärkten Berufsorientierung an den Mittelschulen wurden vom Projektbüro für Schule und Bildung in den Jahren 2013 bis 2016 mit Fördermitteln des Freistaats Bayern zur passgenauen Vermittlung von 75 Schülern an Ausbildungsbetriebe und mit Fördermitteln des Bundes zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen zusätzliche Projekte zur Integration in den Ausbildungsmarkt und 1040Vgl. ebd., S.16f. (Mittlerer-Reife-Zug: und Vorbereitungsklassen). 1041Vgl.: Monika Fenn, Schulwesen (nach 1945), in: Historisches Lexikon Bayerns, hier: Ausdruck vom
16.05.2018. S.9 von 19. 1042Vgl.: Mail von Herrn Bronnenmeyer zur Geschichte des Bildungsbüros vom 19.05.2022.
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