Bundesvermögensverwaltung erworbene und sanierte Gebäude Nr.67 der einstigen Artillerie- und späteren William-O‘-Darby-Kaserne im Südstadtpark, das Gustav Schickedanz 1932 zusammen mit anderen Flächen und Gebäuden an der Artilleriestraße zur Unterbringung des Versandhauses Quelle vom Freistaat Bayern gekauft und bis 1945 als villenähnlichen Wohnsitz für sich und seine seit 1917 mit dem Kaufmann Daniel Kießling verheiratete und 1927 als gelernte Buchhalterin zu den Mitgründern der Quelle gehörende Schwester Liesl Kießling (1893-1978) genutzt hatte.1047 Die Fachakademie für Sozialpädagogik wurde dagegen zunächst in Räumen der Berufsschule I an der Fichtenstraße untergebracht.1048 Außerdem begann am Ostrand des ehemaligen Darby-Areals im September 2012 auf einem Grundstück an der Waldstraße der Massivneubau für die seit 2004 bestehende private Grundschule des Humanistischen Verbandes,1049 der vom Geschäftsführer schon 2008 parallel zur Errichtung eines vorläufigen Modulgebäudes für das Jahr 2010 angekündigt worden war. Die Fertigstellung des Massivneubaus erfolgte 2014,1050 womit der Humanistische Verband dort nun über eine Grundschule für vier Jahrgangsstufen und angeschlossenem Kinderhort sowie einen zweiten Kindergarten verfügte. Die 2011 am Helene-Lange-Gymnasium erstmals an einer höheren Schule in Fürth für Schüler/innen der fünften bis siebten Jahrgangsstufe eingeführte offene Ganztagsbetreuung wurde im September 2012 auf das Hardenberg-Gymnasium, die HansBöckler-Real- und Wirtschaftsschule sowie die Leopold-Ullstein-Realschule ausgedehnt. Die Leopold-Ullstein-Realschule, die 2011 von rund 1.100 Schüler/innen besucht worden war und deshalb beschlossen hatte, keine Schüler/innen aus dem Landkreis Fürth mehr aufzunehmen, erhielt dabei neben zwei offenen Ganztagsgruppen auch zwei gebundene Ganztagsklassen mit rhythmisiertem Unterricht, was von der
1047Vgl. den Artikel Wilhelm-Löhe-Hochschule, in: www.fuerthwiki.de, hier: Ausdruck vom 28.09.2022.
Siehe auch den Artikel Wilhelm Löhe, in: www.fuerthwiki.de, hier: Ausdruck vom 24.10.2022. Wilhelm Löhe (1808-1872) war in Fürth am 21. Februar 1808 im Haus Nummer 53 der damaligen Unteren Frankfurter Straße (später Königstraße 27) geboren worden und studierte nach der sechsjährigen Elementarschulzeit in Fürth und einer weiteren Schulzeit in Nürnberg ab 1826 evangelische Theologie in Erlangen und 1828 ein Semester in Berlin, kehrte aber 1829 nach Erlangen zurück, wo er 1830 das theologische Examen bestand und 1831 in der evangelischen Kirche St. Gumbertus in Ansbach feierlich in die Dienstgemeinschaft der Geistlichen mit allen Rechten und Pflichten aufgenommen wurde. Nach der Ordination wechselte Wilhelm Löhe als Vikar und Pfarrverweser mehrfach die Pfarrstellen, bevor er 1837 bis zu seinem Tod 1872 Pfarrer der Kirche St. Nikolai in Neuendettelsau wurde. Innerhalb der evangelischen Kirche war Löhe ein überzeugter Lutheraner und wurde zusammen mit Theodor Fliedner zum Gründer einer lutherischen Missionsanstalt für Nordamerika, die ab 1841 Missionare für die seelsorgerische Begleitung der aus Franken nach Nordamerika Auswandernden ausbildete. Gleichzeitig ließen sich die Ideen von Löhe zur Gründung eines Vereins für apostolisches Leben oder einer bischöflich brüderlichen Kirche im lutherischen Geist in der evangelischen Kirche nicht so schnell umsetzten. Das Ergebnis war allerdings 1849 die Gründung einer Gesellschaft für Innere und Äußere Mission mit Sitz in Neuendettelsau. Als danach im Zusammenhang mit der apostolischen inneren und äußeren Mission in der Diakonie 1853 die Ausbildung von Frauen eingeführt wurde, gründete Löhe 1854 in Neuendettelsau den Lutherischen Verein für weibliche Diakonie. 1048Vgl. den Artikel Fachakademie für Sozialpädagogik, in: www.fuerthwiki.de, hier Ausdruck vom 24.10.2022. 1049Vgl. den Artikel Ein „Bildungscampus“ in der Waldstraße. Humanistischer Verband startet Bauarbeiten am neuen Schulhaus und plant Eröffnung eines Kindergartens, in: Fürther Nachrichten vom 25.09.2012, Lokalteil, S.3. 1050Vgl. den Artikel Humanistische Grundschule Fürth, in: www.wikipedia.de, hier: Ausdruck vom 12.07.2022.
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