im Mai 2012 eine Initiative zur Verleihung eines Gütesiegels Bildungsregion mit dem Ziel gestartet, die Zukunft junger Menschen in den Regionen durch ein passgenaues Bildungsangebot zu sichern, wozu in allen Landkreisen und kreisfreien Städten die Schulen mit relevanten Kooperationspartnern wie Einrichtungen und Dienste der Jugendhilfe, der Erwachsenenbildung, der Arbeitsverwaltung, der Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen zusammenarbeiten sollten.1056 Zur Verleihung des Gütesiegels Bildungsregion mussten die Landkreise und kreisfreien Städte eine an mindestens fünf Säulen orientierte und mit allen örtlichen Akteuren auf zwei Dialogforen abgestimmte Konzeption entwickeln, die über die Konferenz für Schulaufsicht der jeweiligen Bezirksregierung beim Kultusministerium und beim Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen zur Begutachtung einzureichen war.1057 In Fürth wurde die Stadtverwaltung im Oktober 2012 von den Ausschüssen für Schule, Bildung und Sport sowie für Jugendhilfe und Jugendangelegenheiten beauftragt, ein Verfahren zur Bewerbung für das Gütesiegel Bildungsregion einzuleiten. Anschließend fand nach einer Bestands- und Bedarfsabfrage bei den örtlichen Bildungsträgern am 15. April 2013 in Anwesenheit von Kultusminister Ludwig Spaenle das erste Dialogforum im kleinen Saal der Stadthalle statt, an dem rund 200 Personen teilnahmen und Arbeitsgruppen zu den fünf Handlungsfeldern gebildet wurden. Als die Analysen und Ergebnisse der Arbeitsgruppen im Februar 2014 vorlagen, wurden diese vom Projektbüro für Schule und Bildung zusammengefasst und am 7. April 2014 dem Ausschuss für Jugendhilfe und Jugendangelegenheiten sowie der Konferenz der Schulaufsicht und dem Landesjugendamt übermittelt. Danach wurden die Ergebnisse im Rahmen des zweiten Dialogforums in der Stadthalle am 30. April 2014 abschließend behandelt und ein Beschluss herbeigeführt, das Konzept als Bewerbung einzureichen, was im Oktober 2014 auch geschah.1058 Im Juli 2015 wurde dann das Gütesiegel Bildungsregion in Bayern von Kultus- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle im 1056Vgl.: Bayerisches Staatministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Bildungsregion
in Bayern – Unsere Erfahrungen und Erkenntnisse, München 2015, S.8. 1057Vgl.: Ebd., S.13-18. Die fünf Säulen waren: 1. Die Organisation und Begleitung der Übergänge
zwischen Kindergärten und Grundschulen, zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen, zwischen den Schularten, zwischen Schulen, Berufsschulen und Berufen und zwischen Schulen und Erwachsenenbildung; 2. Die Vernetzung schulischer und außerschulischer Bildungsangebote und Bildungsträger; 3. Unter der Maßgabe, dass kein Talent verloren gehen dürfe, Hilfen für junge Menschen mit Migrationshintergrund (Integration), mit Behinderung bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf (Inklusion), in besonderen Krisen (Schule und Jugendhilfe) und zur Stärkung für die Zukunft (Schule, Jugendsozialarbeit und Arbeitsverwaltung); 4. Die Stärkung und Entwicklung der Bürgergesellschaft durch Jugendarbeit und Ganztagsangebote; 5. Die Herausforderungen des demogarfischen Wandels annehmen und Bildung als Standortfaktor durch eine Sicherung der bestehenden Bildungsangebote, ein nachhaltiges Schulgebäudemanagement, eine Sicherung der Wohnortnähe der Schulen und Ausbildungsstätten sowie eine standort- und regionalbezogene Schulentwicklung begreifen. In einem ersten Dialogforum - zu dem Schulleitungen, Eltern- und Schülervertretungen, die Jugendamtsleitungen und die Mitglieder der Jugendhilfeausschüsse einschließlich der Vertretungen der Kreis- und Stadtjugendringe, die örtlichen Jugendreferent/innen sowie Vertretungen der Kirchen, der Erwachsenenbildung und weiterer Bildungsträger, der Einrichtungen und Dienste der Jugendhilfe sowie der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und der Arbeitsverwaltung einzuladen waren - sollten zunächst die fünf Säulen erläutert und für jede Säule Arbeitsgruppen gebildet werden, in denen die örtliche Situation analysiert, thematische Schwerpunkte gebildet und konkrete Maßnahmen entwickelt werden sollten. Auf einem zweiten Dialogforum sollten dann die in den Arbeitsgruppen vorgenommenen Analysen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen vorgestellt, mit allen Akteuren diskutiert und anschließend geklärt werden, ob die Kommune auf dieser Grundlage eine Bewerbung um das Gütesiegel Bildungsregion einreichen soll. 1058Vgl.: Stadt Fürth, Bewerbung um das Gütesiegel Bildungsregion in Bayern, Mit einer Kurzfassung, einer Beschreibung der fünf Handlungsfelder im Einzelnen und einem Anhang insgesamt 86 Seiten, Fürth 2014 (Oktober), hier: Der Weg zur Bildungsregion Fürth, S.9-11.
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