nicht in Stadtbibliothek Fürth umbenannt werde, da ein entsprechender Vorschlag der Büchereileiterin zu Missfallen bei Stadträten der SPD und der CSU geführt hatte.1072 Nach der Wiederwahl durch den Stadtrat am 7. Mai 2014 listete Bürgermeister und Schulreferent Markus Braun die anstehenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Schulbereich mit einem jährlichen Finanzvolumen in Höhe von 10 Millionen Euro auf. Dazu zählten die Sanierung der Grundschule Rosenstraße mit 6 Millionen Euro, die neue Dreifach-Sporthalle am Schießanger, die nach einem einstimmigen Stadtratsbeschluss vom Februar 2014 nach Julius Hirsch benannt werden sollte, der als 1892 geborener Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens und Mannschaftskapitän bei der ersten von der SpVgg Fürth 1914 errungenen Deutschen Fußballmeisterschaft von den Nationalsozialisten im Februar 1943 kurz nach seiner Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet worden war, sowie der 2015 vorgesehene Neubau für die Ganztagsbetreuung an der Grundschule Friedrich-Ebert-Straße mit 1,8 Millionen Euro, die Sanierung des Helene-Lange-Gymnasium mit 20 Millionen Euro und die Sanierung der 1964 errichteten kaufmännischen Ludwig-Erhard-Berufsschule an der Theresienstraße/Hirschenstraße.1073 Während zu Schuljahresbeginn im September 2014 an der Leopold-Ullstein-Realschule 36 Klassen, darunter vier gebundene Ganztagesklassen gebildet wurden,1074 stand die Turnhalle an der Kiderlinstraße vorübergehend nicht mehr für den Schulund Vereinssport zur Verfügung, da sie aufgrund der Zunahme von Asylbewerber/innen und Flüchtlingen sowie der ausgelasteten Kapazitäten in der Zentralen Aufnahmestelle (ZAE) für Nordbayern in Zirndorf als eine der auf Anweisung der Regierung von Mittelfranken in allen kreisfreien Städten und Landkreisen des Regierungsbezirks einzurichtenden Außenstellen der ZAE Zirndorf bereitgestellt wurde.1075 Außerdem 1072Vgl. den Artikel Volksbücherei bleibt Volksbücherei. Umstrittene Namensänderung in „Stadtbiblio-
thek Fürth“ wird nicht mehr angestrebt, in: Fürther Nachrichten vom 25.04.2014, S.29 (Lokalteil). 1073Vgl. den Artikel Patient Schule. Jedes Jahr zehn Millionen Euro. Bürgermeister listet anstehende
Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf. Stadelner Turnhalle im Parallelbetrieb, in: Fürther Nachrichten vom 15.05.2014, S.29 (Lokalteil). Siehe zu Julius Hirsch auch: Werner Skrentny, Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, Göttingen 2012. 1074Vgl.: Leopold-Ullstein-Realschule, Festschrift zum 50-jährigen Bestehen, Fürth 2016, S.27. 1075Vgl. den Artikel Die Kiderlin-Turnhalle ist bereit für die Flüchtlinge. In Fürth rechnet man in den nächsten Tagen mit den ersten Ankömmlingen. Cadolzburger Pfarrzentrum beherbergt jetzt Jugendliche, in: Fürther Nachrichten vom 09.09.2014, S.25 (Lokalteil). Siehe auch: Stadt Fürth/Referat für Soziales, Jugend und Kultur (Hrsg.), Stadt Fürth - Flüchtlingsandrang 2014/2015. Migrationsängste und leitbildorientierte Migrationspolitik auf kommunaler Ebene, Fürth 2018. Vorlage zur Sitzung des Beirates für Sozialhilfe, Sozial- und Seniorenangelegenheiten am 28.06.2019, PDF, 49 Seiten. hier: S.19f.: In der Bundesrepublik Deutschland war die Anzahl der Asylanträge nach einer ersten starken Zunahme Ende der 1980er Jahre, die 1993 mit 438.791 Asylanträgen ihren Höhepunkt erreicht hatte, durch eine Grundgesetzänderung („Asylkompromiss“) in den Folgejahren wieder gesunken. So wurden in den Jahren 1996 bis 2001 nur zwischen 266.931 und 118.106 Asylanträge, in den Jahren 2002 bis 2005 lediglich zwischen 91.471 und 42.908 und in den Jahren 2006 bis 2009 nur noch zwischen 30.100 und 33.033 Asylanträge registriert. Erst in den Jahren 2010 bis 2012 kam es wieder zu einer leichten Zunahme von 48.589 auf 77.651 Asylanträge und in den Jahren 2013 und 2014 zu einer starken Zunahme auf 127.023 und 202.874 Asylanträge. Aufgrund der Verteilungsmodalitäten nach dem Königsteiner Schlüssel war von der 2011 einsetzenden Zunahme der Asylbewerber/innen auch die Stadt Fürth betroffen, indem die Anzahl der Empfänger/innen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von 94 Personen am 31.12.2011 auf 254 Personen am 31.12.2013 stieg, die Ende 2013 in einer Gemeinschaftsunterkunft der Regierung von Mittelfranken und in sechs dezentralen Unterkünften der Stadt Fürth untergebracht waren. Als die weitere Zunahme von Asylbewerber/innen und Flüchtlingen bis Sommer 2014 dazu führte, dass die Kapazitäten der Zentralen Aufnahmeeinrichtungen (ZAE) für Südbayern in München und
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