klassen und eine berufliche Übergangsklasse an Berufsschulen, die neben Asylbewerber/innen und Flüchtlingen auch Neuzugewanderte aus südosteuropäischen EU-Staaten aufnahmen. Ab Februar 2017 kamen an Berufsschulen noch zwei Berufsintegrationsklassen hinzu, so dass es in der zweiten Hälfte des Schuljahres 2016/2017 in der Stadt Fürth an Grund-, Mittel- und Berufsschulen insgesamt 51 Übergangs- und Berufsintegrationsklassen gab. Außerdem hatte das Referat für Schule, Bildung und Sport im August 2016 zwei für die Dauer von zwei Jahren durch ein Bundesprogramm geförderte Teilzeitstellen zur kommunalen Koordinierung von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte geschaffen. Gegenüber dem Ausschuss für Schule, Bildung und Sport war der Förderantrag im März 2016 damit begründet worden, dass neben den rund 2.000 anwesenden Asylbewerber/innen und Flüchtlingen aufgrund der seit 2014 für Arbeitnehmer/innen und Selbstständige aus Rumänien und Bulgarien in der EU geltenden uneingeschränkten Freizügigkeit in den Jahren 2014 und 2015 jeweils rund 2.000 EU-Bürger/innen aus südosteuropäischen Ländern nach Fürth gekommen seien und der Bildungsbereich durch die zahlreichen Übergangsklassen an Grund-, Mittel- und Berufsschulen, die Öffnung der Sprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und das seit Ende 2016 bestehende Programm für Erstsprachkurse der Bundesagentur für Arbeit eine dynamische Entwicklung bei den Integrationsbemühungen erlebt habe, die einer Koordinierung bedürfen. Als Ziele der kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte wurden in einem Informationsflyer die Herstellung größtmöglicher Angebotstransparenz sowie die Schaffung und Verankerung neuer bisher fehlender Angebote für alle Neuzugewanderten genannt.1105 Wie bereits in einer nach dem ab August 2014 und August 2015 massiv einsetzenden Flüchtlingsandrang vom Referat für Soziales, Jugend und Kultur im Oktober/November 2015 erstellten Einschätzung der Lage als ökonomische Perspektive erwähnt,1106 führte der Flüchtlingsandrang in der Bundesrepublik zu einem Wirtschaftsaufschwung, dessen Auswirkungen sich auch in Fürth niederschlugen, als die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet Ende Mai 2016 auf unter sechs Prozent sank.1107 Außerdem stieg die Stadt im August 2016 beim Wohnungsbau zu „Bayerns Bauboom-Region“ auf.1108 Neben zahlreichen Wohnungsbauaktivitäten wurde dabei auch die seit der Einführung des ersten gebundenen Ganztagsgrundschulzugs mit rhythmisierten Unterricht im Jahr 2006 angestrebte und nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 durch die kommunalen Haushaltsprobleme verzögerte Sanierung des Grundschulgebäudes 1105Vgl.: Ebd., S.40. 1106Vgl.: Ebd., S.24-31, hier: S.28: „Bei der Analyse der Rahmenbedingungen wurden die ökonomischen
Perspektiven … als günstig eingeschätzt, da mit der Flüchtlingszuwanderung zusätzliche Nachfrage nach Konsumgütern (z.B. Nahrung, Bekleidung, Unterkünfte und Wohnen) entstand und dadurch nach der ökonomischen Theorie Multiplikator-Effekte ausgelöst werden, die nach Ausschöpfung der vorhandenen Kapazitäten auch zu Nachfrage nach zusätzlichen Investitionsgütern (z.B. Fertigungsund Verwaltungssysteme, Produktions- und Verwaltungsgebäude) und damit zu Akzelerator-Effekten führen, die wiederum die Multiplikator-Effekte verstärken. Sofern es nicht zu einem Einbruch der gesamten Weltwirtschaft käme, könnte sich durch die mit der Flüchtlingszuwanderung verbundenen Multiplikator- und Akzelerator-Effekte in Deutschland eine Sonderkonjunktur einstellen, wie dies auch nach der Wiedervereinigung mit dem „Einheitsboom“ in den Jahren 1990 bis 1992 der Fall gewesen war.“ 1107Vgl. den Artikel Quote fällt erstmals unter sechs Prozent. Die Arbeitslosenzahl in Fürth erneut gesunken. Versteckspiel „Unterbeschäftigung“, in: Fürther Nachrichten vom 01.06.2016, S.29 (Lokalteil). 1108Vgl. den Artikel Fürth schwingt sich zu Bayerns Bauboom-Region auf: Immer mehr Nachfrage lässt den Wohnungsbau florieren und die Preise steigen. Augenmerk auf Angebot für sozial Schwache, in: Fürther Nachrichten vom 19.08.2016, S.29 (Lokalteil).
256