Photo Porst
- Unternehmen
- Photo Porst
- Gründer
- Hanns Porst
- Gründungsort
- Nürnberg
- Gründungsdatum
- 1919
- Branche
- Fotostudios
- Ehemals
- Ja
- Schließungsdatum
- 2002
- Schließungsgrund
- Insolvenz
- Schwabacher Straße 7 (Geschäftsanschrift bis 6 [[JL]])
Photo-Porst war ein deutsches Fotounternehmen, dessen Gründer Hanns Porst (9. Februar 1896 in Nürnberg - 6. Juni 1984 ebenda) aus Nürnberg war.
Geschichte
Nach der Rückkehr als Kriegsteilnehmer aus dem Ersten Weltkrieg gründete Porst mit 23 Jahren seinen ersten Laden in seiner Heimatstadt Nürnberg am 1. Juli 1919 am Lorenzplatz. Es folgten bereits nach kurzer Zeit mehrere Filialen, ab 1925 erweiterte er sein Geschäft um den Versandhandel per Post, sodass er im Laufe der Jahre zu einem der größten Foto-Versandhäuser und Fachgeschäftsketten in Deutschland entwickelte.[1] Seine Angebote an die Kunden erfolgte über das eigens von ihm hergestellte Taschenbuch Photohelfer mit rund 250 bis 300 Seiten. Auch eine eigene Hausmarke etablierte er in dieser Zeit - die Marke HAPO. Neben dem Stammhaus hinter dem Lorenzplatz am Bergauer Platz in Nürnberg, hatte um 1936 Photo Porst auch Filialen in Erlangen und Fürth. Zum Wessen von Porst gehörte auch, sich um seine Beschäftigten zu "kümmern". So führte er in Nürnberg für seine ca. 450 Mitarbeiter als Erstes die Fünf-Tage-Woche ein, baute Mitarbeiterwohnungen sowie firmeneigenen Ferienwohnungen.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Porst Profiteur des Systems. So arisierte er u.a. die Spielwarenfirma J. W. Spear & Söhne im Jahr 1938, dessen jüdischer Eigentümer zuvor verhaftet worden war - und zu einem deutlich unter dem Marktwert üblichen Kaufpreis an Porst gezwungen wurde. 1950 gab Porst im Rahmen der Restitution das Unternehmen an die Witwe wieder zurück, der Eigentümer Hermann Spear war 1943 im KZ Auschwitz ermordet worden.[2] Nach dem Ende des Krieges wurde wegen falschen Angaben im Rahmen der Spruchkammerverfahren zu drei Jahren Haft verurteilt. Nachder Währungsreform 1948 baute Porst, der nach 20 Monaten Hausarrest wieder entlassen war, sein Unternehmen weiter auf, mit inzwischen 1.000 Beschäftigten. Im Jahr 1960 übergab er die Geschäftsführung seinem Sohn Hannsheinz Porst. Neben seiner politischen Tätigkeit bei der FDP war der Sohn auch heimlich Mitglied der SED und als Agent auch Mitglied der Stasi, weshalb er wegen Spionage zu 2 Jahren und 9 Monate Haft verurteilt wurde.
Photo Porst Fürth
In Fürth betrieb Photo-Porst unter anderem in der Schwabacher Straße 7 (im Jahr 1936) eine Filiale.[3] Im gleichen Jahr erwarb er das Anwesen Erlanger Straße 72.
Wenige Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs erlebte Photo-Porst seinen Aufschwung und kämpfte nach wenigen Jahren bereits mit der Konkurrenz, u.a. mit der 1957 in Nürnberg gegründeten Foto- und Filmdienst GmbH, später umbenannt in Foto Quelle sowie den Versandhändler Neckermann Versand um Fotokunden.[4] Aufgrund des Drucks der Versandhändler begann Photo-Porst ab 1964 den Aufbau von Ladenketten und ergänzte wenige Jahre danach sein Angebot mit einem eigenen Großlabor, der Porst-Bilderfabrik.
Am 12. Oktober 1974 stieg Foto-Quelle bei Foto-Porst ein. Beide Unternehmen gaben bekannt, dass Foto-Quelle zum 1. November 1974 die Niederlassungen von PHoto-Porst in den Niederlanden und in Frankreich übernehmen werde. Wochen zuvor hatte Photo-Porst schon sein Tochterunternehmen „exdata“ für 5 Mio. DM verkauft.[5]
Ende der Photo Porst Ärea
Trotz mehrfacher Änderung der Gesellschafterform gelang es dem Unternehmen nicht schwarze Zahlen zu schreiben. Bereits an 1972 führte man eine Art Genossenschaftprinzip im Unternehmen ein, womit die Beschäftigten die Mehrheit des Unternehmens inne hatten, womit sogar die Beschäftigten selbst entschieden, wer Manager der Firma werden sollte, bzw. nicht mehr sein sollte. 2002 meldete die Photo Porst AG schließlich Insolvenz an. Der Markenname wurde von der Ringfoto-Gruppe (mit Sitz in Fürth) übernommen und wird heute von selbstständigen Fotohändlern weitergeführt, das Bildgeschäft ging an den damaligen Mitbewerber Kodak in den USA über.
Sonstiges
Die ehem. Chefin der Gastronomie "Kartoffel" im Grünen Baum, Heidi Sänger, arbeitete als Chefsekretärin und Managerin bei Photo Porst, darunter auch zwei Jahre in Paris. Während ihrer Zeit bei Porst baute sie u.a. das Porst-Schulungszentrum und Hotel Schloß Fantasie in Oberfranken auf, wo sie während der Bayreuther Festspiele viele prominente Persönlichkeiten kennenlernte. Diese Freundschaften führten später dazu, dass sie im Grünen Baum in der Gustavstraße auch immer wieder Prominenz im Empfang nehmen konnte.
Lokalberichterstattung
- jk: Erinnerungen: Treffen ehemaliger Photo-Porst-Mitarbeiter. In: Nürnberger Nachrichten vom 16. Juni 2015 - online
Siehe auch
Weblinks
- Photo Porst - Wikipedia
Einzelnachweise
- ↑ CJ: Wer photographiert, hat mehr vom Leben" 90 Jahre Photo Porst - online abgerufen photoscal 18. Januar 2026 | 15:09 Uhr - online
- ↑ Die Spielemacher – 115 Jahre SPEAR SPIELE Deutsches Spielearchiv im Spielzeugmuseum Nürnberg.
- ↑ Photo-Porst Werbung aus dem Jahr 1938 - [1]
- ↑ Dt. Kameramusuem Plech, online abgerufen am 18. Januar 2026 | 15:12 Uhr - online
- ↑ Gert Kuntermann: Fürth 1974, Städtebilderverlag, Fürth, 2011, S. 1
Bilder
Logo: Photo Porst Urheber: Photo Porst
Lizenz: copyrightEine zeitgenössische Fototasche von der Firma Photo-Porst mit Aufdruck Filiale Fürth ... Eine zeitgenössische Fototasche von der Firma Photo-Porst mit Aufdruck Filiale Fürth Schwabacher Straße 7, Erlangen Adolf-Hitler-Straße 60 und 2x in Nürnberg.
Urheber: Photo-Porst
Lizenz: CC BY-SA 3.0
