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FÖRDERVEREIN intern

Die Leidenschaft des Tüftlers Unsere Porträtreihe „Ehrenamt im RFM“: Martin Dittrich von Peter Budig Im Frühjahr 2016 wurde der neue Vorstand des Fördervereins des Rundfunkmuseums gewählt. Der Geschäftsführerposten wurde nicht mehr neu besetzt. Dafür kommen junge Leute wie Martin Dittrich (30) in Verantwortung: Seine Aufgabe lautet „technischer Koordinator“. Martin Dittrich braucht keinen Titel, der seine Wichtigkeit im Leben hervorhebt: „Ich mach ziemlich alles“, sagt er fränkisch bescheiden zur Beschreibung seiner Tätigkeit im Förderverein — meint dabei vor allem alles, was technischen oder handwerklichen Sachverstand erfordert. Seine Spezialität sind die Musikboxen, über deren Innenleben und Funktionsweise er sich im Laufe der Jahre zum Experten entwickelt hat. Solches Spezialistentum kommt nicht von ungefähr und auch nicht

über Nacht. „Als Kind fuhr ich erstmals ins Museum, mit dem Papa hinten auf dem Motorrad. Ich war 10 oder 12 Jahre alt“, erinnert er sich. Vom Vater hat er sich allerhand abgeschaut, was das Reparieren von alten Radios betraf, aber das meiste entdeckte er selbst, im Stillen: Er schraubte Geräte auf und dachte nach, las Fachbücher, setzte längst Abgeschriebenes instand. So entstand ganz nebenbei eine stattliche private Sammlung, anfangs Radios, später Jukeboxen und ganz nebenbei alte Roller und Motorräder. Die 140-Quadratmeterwohnung mit Garage und Tanja, seine verständnisvolle Ehefrau, geben Raum für soviel Leidenschaft. Nicht jede Tüchtigkeit findet schnell in die Erfolgsspur. Das musste Dittrich früh im Berufsleben erfahren. Er folgte dem Vater und machte seine

Ausbildung zum Industriemechaniker im gleichen Betrieb, wo dieser sich Jahrzehnte wohlfühlte. Nach einem halben Jahr Lehre ging die Firma Geyer in die Insolvenz. Dittrich konnte seine Ausbildung woanders beenden. Doch als Geselle war es sehr schwer, dauerhaft in Festanstellung einen Arbeitsplatz als Mechaniker zu finden: „Für junge Leute gibt es praktisch nur Zeitarbeitsverträge“, hat er erleben müssen. „Ich habe viele Versprechen gehört, aber nicht erlebt, dass sie eingelöst wurden“, blickt er zurück. So kam es, dass ein begnadeter Handwerker sich woanders umsah, bei Edeka im Lager jobbte und schließlich, seit fünf Jahren im Klinikum Süd. Dort ist er für interne Transporte zuständig, darunter auch Verstorbene, die vom Sterbezimmer in den Aufbewahrungsraum ge-

Klein aber voller Fußball-Melodien: Für die aktuelle Sonderausstellung „Mikrofon & Stadion“ hat Martin Dittrich diese Miniatura Deluxe wieder fit gemacht. Fotos: bug

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Rundfunk & Museum 91 – August 2016

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