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FÖRDERVEREIN intern

Diese Rock-Ola aus dem Jahr 1956 steht, von Martin Dittrich bestens gewartet, im Museumscafé. bracht werden müssen. Seine Frau Tanja arbeitet in der Diankonie, in der Altenpflege. Zur Familie gehören noch zwei große Hunde, beide aus dem Tierheim. Die Hunde müssen raus, das kostet Zeit, der Tag muss gut organisiert sein. Aber der Hang zum Müßiggang, „rumchillen“, wie man heute gerne sagt, ist Martin Dittrichs Sache ohnehin nicht. Da geht er lieber in die Werkstatt. „Ein altes Radio, das seit 60 Jahren kaputt vergessen auf dem Dachboden stand, wieder zum Laufen zu bringen, das ist meine größte Freude“, erzählt er lächelnd, voller Inbrunst. Wenn das Radio dann wieder funktioniert, hat es viel an Reiz verloren: „Ich kann ja nur auf einem Gerät Sendungen hören“, sagt er achselzuckend.

2008 kehrte er selber ins Museum zurück, aus sozialen Gründen: „Ich wollte die alten Kumpels wieder treffen“. So kam er zu „seinen Jukeboxen“, für die er jetzt als einer der wenigen im Museum verbliebenen Experten gilt. Dittrich kommt gut klar, mit der neuen Museumsleitung: „Man muss es halt ansprechen, was es zu bereden gibt“, murmelt er achselzuckend. Die Funktionsweise der alten Musikboxen hat er sich selbst erschlossen. „Der Rest, Verstärker, Lautsprecher und Elektronik sind in der Funktionsweise dem Radio ähnlich“, erzählt er. Schnell gehen 30 Stunden und mehr ins Land, bis ein altes, nicht mehr beachtetes Gerät wieder sanft und leise „La Paloma“ spielt.

Für die jetzige Ausstellung hat er eine kleinere Musikbox, eine Kirchhof Miniatur Deluxe wieder fit gemacht. „Das war schwierig, weil sie ein System nutzt, das die „wie auf einem Dönerspieß“ gestapelten Singles mit zwei Nadeln abtastet, von oben und von unten. Dieses Tonabnehmersystem war defekt und nicht mehr aufzutreiben. „Ich hab alles umgebaut und das Tonsystem eines alten Plattenspielers eingebaut“, sagt er lapidar, ohne zu erwähnen, wieviel Tüfteln für diese scheinbar einfache Lösung nötig war. Jetzt läuft die kleine Box seit Wochen fehlerfrei, mit 30 Singles, die Fansongs wie „Nana nanana“ oder „Buenas Dias, Argentina“ (Udo Jürgens) wiedergeben.

Rundfunk & Museum 91 – August 2016

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